10 Fehler beim Fernstudium: Vorwort zur Artikelreihe

Mein erstes Fernstudium-Semester an der Fernuni neigt sich nun so langsam dem Ende zu und nachdem ich mich von meiner ersten Prüfung aus Zeitgründen wieder abgemeldet und die letzten Monate feierlich zum absoluten „Chaos-Semester“ ernannt habe, möchte ich diese Artikelreihe dazu nutzen, einige wesentliche (Anfänger)Fehler beim Fernstudium aufzudecken und auch gleichzeitig aufzuzeigen, wie man sie vermeiden kann. Auch ich bin in meinem ersten Semester auf einige dieser Anfänger-Fehler reingefallen und das, obwohl ich generell immer versuche, die Fehler nicht selbst zu machen, sondern aus den Fehlern anderer zu lernen ;).

Aber manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden und Fehler sind nun mal dazu da, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und den Lernprozess zu verbessern. Daher kann man aus eigenen Fehlern nur profitieren, sofern man sie denn erkennt und Lösungsansätze für einen optimierten Lernprozess findet. Fehler sind eine wichtige Wissensquelle, aus der man für die Zukunft lernen kann. Ich verbuche meine Lern- und Organisationsfehler daher in der Kategorie „Erfahrungsbasiertes Lernen“ und freue mich auf ein besser organisiertes zweites Semester!

Um meine persönlichen Erfahrungen, sowie die Erfahrungen anderer, die ich zwischendurch so aufgeschnappt habe, weiterzugeben, habe ich mich entschieden diese Artikelreihe zu starten, bei der ich pro Artikel ausführlich auf folgende Fehler beim Fernstudium eingehen möchte:

Die 10 größten Fehler beim Fernstudium:

  1. Falscher Motivationshintergrund
  2. Keine klare Zielsetzung
  3. Unüberlegte Modulauswahl
  4. Sich zu viel zumuten
  5. Lernaufwand unterschätzen
  6. Falsche Schwerpunkte setzen
  7. Verzicht auf Zeitplan
  8. Mangelnde Selbstständigkeit und Disziplin
  9. Kein Austausch mit anderen Studenten
  10. Fehlende Belohnungsanreize

Im ersten Artikel werde ich ausführlich auf den Fehler „Falscher Motivationshintergund“ eingehen, denn mit der Motivation fängt alles an. Warum entscheide ich mich für ein Fernstudium? Welches Ziel verfolge ich damit? Welche Vorteile verspreche ich mit durch eine akademische Weiterbildung? Das alles sind Fragen, die unmittelbar in die Entscheidung für ein Fernstudium einfließen und bereits hier können folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen werden, die den langfristigen Erfolg des Fernstudiums nachhaltig beeinträchtigen können.

Welchen Einfluss Arbeitgeber, Kollegen, Familie und Partner auf den Erfolg des Fernstudium haben können und welche Rolle Eigenmotivation und Selbstvertrauen spielen, erfahrt ihr morgen im ersten Teil der Artikelreihe ;).

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

8 Kommentare zu "10 Fehler beim Fernstudium: Vorwort zur Artikelreihe"

  1. hallo alicia,

    deine Liste oben ist total deprimierend!
    Wie kann man nur sowas machen!
    Es gilt vor der Aufnahme eines Studiums halt zuerst die Ausganslage klar zu bestimmen.
    Soll heißen, eine Fernstudium ist eben keine „by the way“ Tätigkeit.
    Wer einen Beruf ausübt und nebenher studiert wird auch an einer normalen Hochschule feststellen, das eins von beiden den Vorrang haben wird.
    Deshalb muß (und das ist wirklich absolut notwendig) im Fernstudium der Anbieter auf seine Fähigkeit einen Fernstudenten die besten Studienmöglichkeiten zu bieten abgeklopft werden.
    Lari-fari Flyer`s mit grinsenden Köpfen sind absolut wertlos!
    Deshalb wäre eben das Ausarbeiten der Pro und Contras der verschiedenen Fern-Hochschulen hinsichtlich der Orientierung an den Fen-Studenten eine erste Hilfe, um beim ersten Schritt nicht ins nirgendwo zu tappen.
    Was von der FernUni-Hagen in der Richtung kommt kann man getrost vergessen. Die sind eben nur interressiert daran eine große Anzahl von Studenten einzuwerben, mit denen sie dann im Wissenschaftsministerium in Düsseldorf dann ihre Lebensberechtigung nachzuweisen versuchen und die erhaltenen Mittel dann für ihre eigenen Ziel einzusetzen.
    Die Studenten sind denen ziemlich egal, sind halt nur mittel zur Zweckerreichung!
    Also der Fehler liegt vorallem schon in der Organisation selbst, den es wird nicht in geringsten von der Hochschulleitung die Anstrengung unternommen ein realistisches Bild des Fernstudiums zu zeichnen.
    Das Verheimlichen der Abbrecherquote ist auch als Mittel zur Illusionenierung der potentiellen Studenten zu sehen.

    Und denk dran mein Spruch ist immer noch 30,30,30,30 und nochmal 30!

  2. Hallo Wolfgang,

    danke für deinen Kommentar!

    Da gebe ich dir absolut Recht. „Einfach mal so nebenbei“ lässt sich kein Studium absolvieren, egal ob Präsenz- oder Fernstudium.

    Es ist natürlich bei einer Vollzeit Berufstätigkeit oder Selbstständigkeit schwer, dem Fernstudium den absoluten Vorrang zu geben, denn irgendwie muss man ja sein Geld verdienen.

    Dann müsste man theoretisch den Job aufgeben und sich zu 100% auf das Studium konzentrieren. Das ist bei einem Fernstudium aber meiner Meinung nach nicht Sinn der Sache. Man macht ein Fernstudium, gerade weil man nebenbei noch arbeiten kann.

    Aber: das Fernstudium braucht einen klaren Stellenwert im Alltag, sonst klappt gar nichts. Man muss gezielt Zeit zum Lernen einplanen und oft Abstriche bei der Freizeit etc. machen.

    Deinen Tipps mit dem vorherigen Abchecken der Anbieter finde ich gut. Der gründliche Vergleich der Angebote, Studieninhalte und Präsenzphasen sollte auf jeden Fall vor dem Fernstudium erfolgen. Bei einigen Fernhochschulen muss man während des Fernstudium z.T. 6 Präsenzphasen (Pflichtveranstaltungen) absolvieren. Die finden das wenig, ich finde es viel! Die Fernuni hat z.B.nur ein Pflichtseminar zum Ende des Studiums.

    Mein Eindruck von der Fernuni ist bisher durchaus positiv, aber ich habe auch nicht direkt etwas mit den Mitarbeiter zu tun. Ich bekomme meine Unterlagen, lerne und gehe dann zur Prüfung – fertig! Ich finde diese Distanz auch gut, die Inhalte muss man sich selbst beibringen und notfalls auch woanders nachschlagen, falls man die Studienhefte schlecht findet.

    Übrigens versuchen doch alle Fernhochschulen eine möglichst große Anzahl an Studenten zu werben, das ist doch legitim. Und mal ehrlich: Wenn ich für das Fernstudium an einer privaten FH ca. 13.000 € blechen muss, erwarte ich auch eine etwas andere Betreuung, als an der Fernuni, wo das Studium „nur“ 2.000 € kostet.

    Jedoch hast du Recht, dass das Bild eines Fernstudium sowohl bei der Fernuni, als auch bei privaten Anbietern viel zu rosig ausgemalt wird. Ist halt alles Werbemaschinerie… Das beschönigen oder „verheimlichen“ der offiziellen Abbrecherquote gehört auch in diese Kategorie.

    Die Ernüchterung kommt spätesten vor den Prüfungen oder sogar schon beim Erhalt des Studienpakets. Daher sollte man sich vor dem Fernstudium ab besten in Foren, Blog etc. informieren, was andere Fernstudenten so zum Ablauf und der Qualität des Fernstudiums sagen und die rosarote Brille ablegen.

    Dennoch ist ein Fernstudium an sich eine super Sache, man sollte sich nur der Bedingungen und evtl. Opfer bewusst sein, die man dafür bringen muss.

    Viele Grüße,

    Alicia

    PS: Ach ja, die (immer noch ominösen) „30 30 30 30 30“ hast du mir immer noch nicht erklärt ;).

  3. Vor allem sind 2000 Euro bei der Fernuni schon leichter verdaut als an einer privaten FH. Es gibt viele die Interesse daran haben noch etwas zu studieren. Die lassen sich dann Zentimeterdicke Infobroschüren von den privaten FH’s zusenden um dann bedrückt zu sehen dass sie dort 150 Euro und mehr pro Monat hinblättern müssen. Diese reagieren dann sehr überrascht wenn man ihnen von der Fernuni erzählt.

    Somit kann man an der Fernuni auch ohne riesigen Aufwand erfahren, ob man das Zeitmanagement beherrscht und die Motivation da ist. Denn daran scheitert es bei vielen: Eben an genau jenen 10 Fehlern die hier genannt werden. Da hilft auch eine „immer erreichbare Betreuung“ nichts, wenn man gar keine Zeit für findet sie zu kontaktieren. Eben durch das „ausprobieren“ wird es eine hohe (und nicht aussagekräftige) Abbrecherquote geben.

    Ich studiere nun das 6. Semester (Fertig: 8 Module) an der Fernuni und bin mit ihr bisher zufrieden. Sicherlich geht einiges besser, manche Skripte könnten selbsterklärender sein, manche Informationen besser verfügbar. Aber dafür ist es eben ein akademisches Studium und kein stinknormaler Lehrgang. Wenn ich Fragen habe, lassen diese sich ziemlich schnell über Moodle, Newsgroup oder den Studienservice beantworten. Betreuung in Studienzentrum habe ich bisher gar nicht in Anspruch genommen.

    Übrigens: Durch die relativ niedrigen Gebühren kann man auch mal noch etwas nebenbei machen. Ein SAP-Kurs über die Uni Duisburg, einen aufwendigen Umzug, einfach mal ein Semester aussetzen. Und potentielle Studenten trauen es sich eben ehr zu mit dem Studieren anzufangen.

  4. Hey Florian,

    vielen Dank für deinen Kommentar!

    Ich gebe dir da vollkommen Recht. Der Aufwand, der hinter einem Fernstudium steckt wird oft unterschätzt. An der Fernuni ist das finanzielle Risiko deutlich geringer, wodurch sich u.a. sicherlich auch die höhere Abbrecherquote erklären lässt. Wenn man 300-400 €/Monat (!) für das Fernstudium hinblättern muss, wird man sich sicher zwei ml überlegen, ob man das Studium hinwirft.

    Es freut mich zu hören, dass du schon so lange dabei bist 😉 und immer noch Spaß am Studium hast! Ich habe die Betreuung in den Studienzentren bisher auch noch nicht in Anspruch genommen und versuche, wie du auch schon schriebst, online an mehr Infos und Antworten auf Fragen zu gelangen. Das klappt ganz gut. Und das eingesparte Geld kann man auch gut in Fachbücher & Co. investieren. Vor allem bei Mathe sind einige Fachbücher deutlich verständlicher, als die Studienhefte.

    Ich bin mit der Fernuni bisher auch sehr zufrieden. Ein akademisches Studium ist kein Ponyhof und scheitert in erster Linie an einem selbst. Ich habe es zu Anfang unterschätzt und mir vieles leichter vorgestellt. Aber wenn man Fehler erkennt und Ansätze für Verbesserungen findet und auch umsetzt, macht Studieren sogar Spaß ;)!

    Viele Grüße,

    Alicia

  5. Bei mir hat sich das Studium vollständig in mein Leben integriert 😉 nach der Arbeit lese ich – schon aus selbstverständlichkeit – bei freier Zeit im Studienheft.. Langeweile? Studium! Grad nichts interessantes im TV? Studium! Freundin noch nicht zuhause? Studium! Anfangs hatte ich dort noch ein tägliches Soll gesetzt. Mittlerweile geht das etwas lockerer von der Hand.

    Wichtig ist, dass man bis zu einem pünktlich die EA’s und bis ca. 6 Wochen vor der Klausur die Kurseinheiten durch hat (ist mein Ziel). Beim Lesen – habe ich im letzten Semester durch verzichte darauf leider mitbekommen – ist es sehr wichtig, Definitionen und ähnliches zu markieren. 95% der Fernuni-Skripte sind Füllung, 5% sind wichtig. In den letzten 6 Wochen vor der Klausur arbeite ich die Kurseinheiten nochmal durch (überfliegen), schreibe mir wichtige Infos in ein A5-Buch, bearbeite nochmal die Übungsaufgaben und dann rechne ich Klausuren… aus den Klausuren heraus kommt man auch immer wieder auf die Kurseinheiten..

    und bisher hatte ich damit immer Erfolg.

  6. Hey Florian,

    das hört sich gut an ;). Das ist aber auch mein Eindruck bisher. Ich glaube, dass ich mich im ersten Semester viel zu lange mit den Studienheften beschäftigt habe, anstatt zu üben und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das sind nun mal zum Großteil die Formeln, bzw. Sachverhalte, die man anwenden können muss.

    Und da hilft nun mal nur Üben, Üben, Üben. Ich hoffe, ich komme dieses Semester etwas schneller in den „Flow“, sodass mir das Studium leichter fällt und ich mich nicht zum Lernen zwingen muss.

    Langsam, aber stetig – das hab ich mir vorgenommen. Mittel- und langfristig motivieren nämlich gerade die kleinen Lernfortschritte. Hauptsache, man ist später rechtzeitig fertig, um vor der Prüfung nochmal alles in Ruhe wiederholen zu können und nicht in Stress zu verfallen!

    Viele Grüße,

    Alicia

  7. danke für denen aufschlussreichen beitrag!
    hab nach 6 semestern auch „nur“ 80 credits.
    ziel waren ja lt. teilzeitstudienplan 120, aber der ist m.E. nicht realistisch bei beruflich vollzeit tätigen studenten.
    erstaunlicherweise schaff ich im SS 2, im WS aber nur 1 Modul.
    hab einfach keinen drang drinnen zu lernen … oder weihnachten ist schuld. 😉
    ich mach dann nach eigenen abschätzung auch lieber ein modul weniger und bestehe beim 1. mal, als bei 2 durchzufallen und zu wiederholen.
    allerdings, so musste ich mich von kommillitonen belehren lassen, geht es ja auch schneller und meist doch irgendwie gut mit der „4-gewinnt+zusatzzahl“ variante.
    gerade wenn man bspw. in einem interdisziplinärem studiengang wie WINF die („weniger interessanten“) WiWi mit („den persönlich relevanten“) Inf im Semester kombiniert.
    daher finde ich, solltest du doch einfach auch mal mut und vertrauen in dich fassen und die prüfungen einfach schreiben.
    das gefühl schlecht vorbereitet zu sein hat ohnehin JEDER der in der prüfung sitzt.

    viel erfolg noch!

  8. Hey Snort,

    vielen Dank für deinen Beitrag und deine Erfahrungen! Ich finde es gut, dass du dir Zeit lässt und in deinem eigenen Tempo lernst. Gerade wenn man berufstätig ist, hat man mit 1-2 Module pro Semester bereits genug zu tun.

    Bezüglich der Prüfungen geben ich dir Recht, dass man bei der Fülle der Studienunterlagen nie 100%ig vorbereitet sein kann. Mut zur Lücke sollte man schon mitbringen, allerdings brauche ich für mich das Gefühl, einigermaßen gut vorbereitet zu sein. Es schadet aber sicherlich nicht, die Prüfung dennoch zu schreiben, oft reicht es ja wider Erwarten zum Bestehen.

    Ich habe mich aber entschieden, mein Fernstudium nicht mehr weiter fortzuführen, da es neben der langen Studiendauer auch inhaltlich nicht mehr meinen beruflichen Zielen und zeitlichen Möglichkeiten entspricht. Vielleicht mache ich in Zukunft noch mal ein Präsenzstudium in einem völlig anderen Bereich, aber auch dafür muss Zeit sein.

    Viele Grüße und dir weiterhin viel Erfolg!

    Alicia

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