Konsekutiver vs. Weiterbildender Master im Fernstudium: Vergleich & Tipps

Master-Studium Aufstieg© denisismagilov / Fotolia.de

Das Bachelor-Studium ist in der Tasche und nun soll ein Masterabschluss her. Wer nicht die zeitliche und/oder örtliche Flexibilität für ein Master-Studium an einer Präsenzuni aufbringen kann oder keine längere Jobauszeit riskieren möchte, kann auf entsprechende Studienangebote von Fernuniversitäten und Fernhochschulen zurückgreifen.

Da der Mastergrad im gestuften Graduierungssystem aufgrund eines weiteren berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses verliehen wird, kann ein Masterabschluss i.d.R. nur erworben werden, wenn bereits ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss (z.B. Bachelor, Diplom, Magister) vorliegt. Er setzt damit immer grundlegende Kenntnisse voraus, auf denen er aufbaut.

Abweichend von den Regelstudienzeiten für Bachelor-Studiengänge von 6 bis 8 Semestern im Vollzeitstudium, beläuft sich diese bei Master-Studiengängen auf 2 bis 4 Semester. Für Studieninteressierte kann die kurze Regelstudienzeit von ein bis zwei Jahren sehr verlockend sein. Das Master-Studium dient nicht nur der fachlichen und wissenschaftlichen Spezialisierung, sondern berechtigt auch zur Promotion.

Für den Bachelorabschluss sind mindestens 180 ECTS-Punkte nachzuweisen. Für den Masterabschluss werden unter Einbeziehung des Erststudium i.d.R. 300 ECTS-Punkte benötigt. Der Masterabschluss verleiht dann dieselben Berechtigungen wie die bisherigen Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen. Zum Vergleich: Bachelorabschlüsse verleihen grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen.

Die Studienprofile von Master-Studiengängen können „anwendungsorientiert“ und „forschungsorientiert“ ausgelegt sein. Ebenso wird zwischen dem „konsekutiven Master“ und dem „weiterbildenden Master“ unterschieden. Aber worin genau liegen die Unterschiede? Wie läuft der Master im Fernstudium ab? Worauf sollte man achten? Und ist der Master-Zugang auch ohne Erststudium möglich?

Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet.

Der konsekutive Master

Das Adjektiv „konsekutiv“ leitet sich vom lateinischen Wort „consequi“ ab, was soviel wie „nachfolgend“ bedeutet. Und das ist dieser Master auch: er folgt auf ein spezielles Bachelor-Studium als eine Art Fortsetzung oder zweiter Teil. Bachelor- und Masterstudium bilden hierbei eine fachliche Einheit. Daher macht es keinen Sinn, mit Teil 2 loszulegen, wenn man Teil 1 verpasst hat. Wer einen Master-Abschluss in demselben Studienfach wie seinen Bachelor-Abschluss erlangen möchte, ist mit einem konsekutiven Master gut beraten.

Der Vorteil konsekutiver Master-Studiengänge ist, dass sie die Inhalte des Bachelor-Studiums fachlich fortführen, vertiefen, verbreitern und ggf. auch fachübergreifend erweitern. Somit erlangen Master-Absolventen im Studium fundierte wissenschaftliche Kenntnisse, um methodisch besser arbeiten zu können.

In Deutschland ist der Großteil aller angebotenen Master-Studiengänge konsekutiv aufgebaut, nämlich rund 90 Prozent. Gemäß den Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) sind für konsekutive Masterstudiengänge nur 7 verschiedene Abschlussbezeichnungen zulässig.

Neben dem Master of Arts (M.A.) und Master of Science (M.Sc.), welches die häufigsten Abschlüsse darstellen, zählen dazu auch der Master of Engineering (M.Eng.), Master of Laws (LL.M.), Master of Fine Arts (M.F.A.), Master of Music (M.Mus.) und Master of Education (M.Ed.). Die Eingrenzung auf wenige zulässige Abschlussbezeichnungen dient der Vereinfachung und soll ein möglichst hohes Maß an Transparenz und Übersichtlichkeit gewährleisten.

Konsekutive Master werden häufig direkt an den erfolgreichen Bachelor-Abschluss angeschlossen und in Vollzeit absolviert. Wer an der gleichen Uni bzw. FH bleibt, hat den Vorteil, dass er die Hochschule nicht wechseln muss. Dennoch ist es durchaus möglich, Bachelor und Master an verschiedenen Hochschulen, unterschiedlichen Hochschularten und mit Phasen der Berufstätigkeit zwischen den Abschlüssen konsekutiv zu studieren.

In beiden Fällen verläuft der Übergang vom Bachelor- zum Master-Studiengang jedoch keineswegs automatisch. Für die Zulassung zum konsekutiven Master-Studium muss immer eine erneute Bewerbung erfolgen. Da viele Master-Studiengänge an Präsenzuniversitäten zulassungsbeschränkt sind, kommt auf die Bewerber ein Zulassungsverfahren zu, sodass unter Umständen mit einer Absage der gewünschten Hochschule gerechnet werden muss.

Mit einem nebenberuflichen Fernstudium lässt sich diese Problematik geschickt umgehen, sodass z.B. im Falle einer Absage keine Wartezeiten nötig sind um man das Master-Studium nahtlos an den Bachelor-Abschluss anschließen kann. Dies funktioniert jedoch nur bei Studiengängen, die auch im Fernstudium angeboten werden und sofern die dafür nötigen Zulassungsvoraussetzungen der Fernhochschule erfüllt werden.

Die Gesamtregelstudienzeit (für Bachelor und Master) beträgt bei konsekutiven Studiengängen im Vollzeitstudium fünf Jahre bzw. zehn Semester. In Ausnahmefällen sind auch kürzere oder längere Regelstudienzeiten möglich. Damit ist jedoch keine Reglementierung des individuellen Studienverhaltens gemeint. Als Student kann man durchaus nach einem vierjährigen Bachelor-Studium an einer Hochschule einen zweijährigen Master-Studiengang an einer anderen Hochschule aufnehmen.

Merkmale des konsekutiven Masters in der Übersicht:

  • Postgraduales Studium
  • Klassische Variante
  • Master-Studium schließt meist unmittelbar an den Bachelor-Abschluss an
  • Fachlicher Bezug zum Erststudium ist gegeben (gleiches oder eng verwandtes Studienfach)
  • Unter Umständen Teil der Erstausbildung (wenn Masterstudiengang zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelorstudiengang abgestimmt ist und zur Förderung des Berufsziels dient; vgl. hier)
  • Grundsätzlich förderungsfähig gemäß § 7 BAföG (vgl. hier und hier)
  • Keine Berufserfahrung erforderlich
  • Vertiefender Natur
  • Berechtigt grundsätzlich zur Promotion

Exkurs: Nicht-konsekutiver Master

Seit 2008 werden auch nicht-konsekutive Master-Studiengänge, die im Gegensatz zu den konsekutiven Mastern inhaltlich nicht auf dem vorangegangenen Bachelor-Studium aufbauen, den konsekutiven Studiengängen zugeordnet. Früher wurden diese nicht-konsekutiven Studiengänge wie weiterbildende Studiengänge behandelt. Diese Anpassung wird sich jedoch nur im Rahmen von Re-Akkreditierungen der einzelnen Studiengänge auswirken, sodass die Bezeichnungen nach und nach geändert werden.

Ein fachlicher Zusammenhang zu erstem Studienabschluss muss daher nicht zwangsläufig gegeben sein. Laut Strukturvorgaben der KMK werden auch „fachlich andere Studiengänge“ zu den konsekutiven Master-Studiengängen gezählt.

Ein solches nicht-konsekutives Master-Studium ebnet somit den Weg zu einer fachlichen Neuorientierung. In dem Fall bauen die Studieninhalte – im Gegensatz zum konsekutiven Master – nicht auf den Inhalten der vorangegangenen Studiums auf. Daher werden auch keine fachspezifischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. So kann man zum Beispiel nach einem Bachelor in Sozialwissenschaften einen Master in Wirtschaftswissenschaften anschließen.

Ein nicht-konsekutiver Master eignet sich für all diejenigen, die sich nach dem Bachelor-Studium fachlich umorientieren oder beruflich in einem größeren Ausmaß spezialisieren möchten, als dies im Rahmen eines konsekutiven Masters möglich wäre.

Für konsekutive und nicht-konsekutive Master-Studiengänge sind jeweils verschiedene Abschlussbezeichnungen zulässig. Dies kann mitunter die Vergleichbarkeit an sich fast identischer Studienfächer und Abschlüsse erschweren. Auch ist die Gesamtstudienzeit von Bachelor- und Master-Studium bei nicht-konsekutiven Masterprogrammen nicht auf fünf Jahre begrenzt.

Merkmale des nicht-konsekutiven Masters in der Übersicht:

  • Postgraduales Studium
  • Kein fachlicher Bezug zum Erststudium erforderlich (beliebiges Studienfach wählbar)
  • Knüpft inhaltlich nicht an bestimmte Voraussetzungen an
  • Zählt mittlerweile zu den konsekutiven Master-Studiengängen
  • Berufserfahrung nicht obligatorisch (im Gegensatz zum weiterbildenden Master)
  • Grundsätzlich förderungsfähig gemäß § 7 BAföG
  • Ermöglicht fachliche Neuorientierung
  • Wird oftmals in Teilzeit, berufsbegleitend oder als Fernstudium absolviert
  • Berechtigt grundsätzlich zur Promotion

Der weiterbildende Master

Weiterbildende Master-Studiengänge können als konsekutive und nicht-konsekutive Programme studiert werden. Auch sie erfordern einen ersten Hochschulabschluss.

Master-Studiengänge zur Weiterbildung entsprechen in den Anforderungen den konsekutiven Master-Studiengängen und führen zum gleichen Qualifikationsniveau und denselben Berechtigungen. Zusätzlich zu den davon abhängigen Zugangsvoraussetzungen setzen weiterbildende Masterprogramme eine qualifizierte berufspraktische Erfahrung von i.d.R. über einem Jahr voraus. Die Inhalte des Studiengangs berücksichtigen hierbei die beruflichen Erfahrungen und knüpfen an diese an.

Weiterbildende Master-Studiengänge sind sehr anwendungsorientiert und auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zugeschnitten. Sie richten sich in erster Linie an berufstätige Akademiker, die sich z.B. im Rahmen von Management-Programmen weiterbilden möchten, um den dynamischen Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu begegnen. Aus dem Grund wird auch fachrelevante Berufserfahrung vorausgesetzt, die den weiterbildenden Master im Wesentlichen vom nicht-konsekutiven Master unterscheidet.

Im Gegensatz zu den konsekutiven Master-Studienangeboten werden für weiterbildende Studiengänge i.d.R. höhere Studiengebühren fällig. Diese fallen meist auch an staatlichen Hochschulen, die sonst keine Studiengebühren erheben, an.

Die Abschlussbezeichnungen (M.A., M.Sc. etc.) müssen nicht zwangsläufig von denen für konsekutive Masterstudiengänge abweichen. Dann müssen allerdings auch dieselben Anforderungen erfüllt werden. Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn inhaltlich ähnliche Studiengänge an verschiedenen Hochschulen unterschiedliche Abschlussbezeichnungen tragen. Dennoch sind die o.g. konsekutiven Mastergrade auch bei weiterbildenden Master-Studiengängen am häufigsten anzutreffen.

Daneben trägt eine ganze Reihe weiterbildender Master-Studiengänge abweichende Abschlussbezeichnungen – etwa die Hälfte davon den beliebten Abschluss Master of Business Administration (MBA). Der MBA ist ein postgraduales generalistisches Management-Studium, das alle wesentlichen Managementfunktionen abdeckt. Dazu zählen insbesondere Rechnungswesen, Finanzwirtschaft, Marketing, Vertrieb, Produktionsmanagement, Informationstechnik, Wirtschaftsrecht und Personalmanagement.

Was unterscheidet den „MBA“ von einem (konsekutiven) „Master of Science in Management“?

Nun, bei den Studieninhalten sind sich MBA und Master durchaus ähnlich. Beide Programmtypen vermitteln Kenntnisse im General Management und damit vor allem Überblickswissen. Der Hauptunterschied liegt in den Zielgruppen und folglich in der Zusammensetzung der Studierenden. Zielgruppe von klassischen Master-Programmen sind Studenten der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre, die aufbauend auf ihrem ersten Studienabschluss weiter studieren möchten. Auch wer keine oder zu wenig Berufserfahrung vorweisen kann, greift eher auf einen (konsekutiven) Master im Management zurück.

Zielgruppe von MBA-Programmen sind sog. „Young Professionals“, also Berufstätige, die schon einige Jahre mitten im Berufsleben stehen und bereits eine Führungsposition wahrnehmen, in Aussicht haben oder diese anstreben. Ursprünglich richtete sich der MBA primär an Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, z.B. Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler, Juristen und Mediziner mit ein, zwei oder mehrjähriger Berufserfahrung, die ihre bisherige Ausbildung um praxisorientiertes Managementwissen erweitern wollen.

Sie können sich im Rahmen eines MBA-Studiums betriebswirtschaftliches Knowhow für Führungspositionen im Top-Management (mit höherer Budgetverantwortung) und hohe Ämter im öffentlichen Dienst qualifizieren. Mittlerweile absolvieren aber auch viele Betriebswirte einen MBA, um ihr Fachwissen aufzufrischen oder den Titel „Master of Business Administration“ zu tragen.

Der MBA ist inhaltlich häufig oberflächlicher als der traditionelle Master of Science, dafür aber äußerst praxisbezogen. Im Gegensatz zu Master-Studiengängen können hier fehlende Fachkenntnisse durch umfangreiche Berufs- oder Führungserfahrung kompensiert werden.

Der Master of Business Administration ist neben den klassischen Master-Abschlüssen ein Paradebeispiel für weiterbildende Masterstudiengänge und wird an einer Vielzahl von (Fern-)Hochschulen angeboten. Weitere Beispiele für abweichende Abschlussbezeichnungen für weiterbildende Master – hier an Fernhochschulen – sind der „Master of Health Management (MaHM)“ an der Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft und der „Master of Mediation (M.M.)“ an der FernUniversität in Hagen.

Weiterbildende Master-Angebote sind als Vollzeitprogramme oder berufsbegleitend als Teilzeitprogramme oder Fernstudienprogramme auf dem Markt.

Merkmale des weiterbildenden Masters in der Übersicht:

  • Postgraduales Studium
  • In Form konsekutiver und nicht-konsekutiver Programme studierbar
  • Master of Business Administration (MBA) beliebter Abschluss
  • Setzt qualifizierte berufspraktische Erfahrung voraus (mind. 1 Jahr)
  • Gilt als Zweitstudium
  • Sehr anwendungs- und praxisorientiert
  • Oft in enger Kooperation mit der Wirtschaft gestaltet
  • Wird überwiegend berufsbegleitend studiert
  • Meistens (höhere) Studiengebühren
  • Berechtigt grundsätzlich zur Promotion

Master-Abschluss per Fernstudium

Master-Studium Aufstieg

Mit dem Master hoch hinaus – Zeitlich & örtlich flexibel per Fernstudium | © denisismagilov / Fotolia.de

Viele Absolventen entscheiden sich nach dem Bachelor-Studium zunächst für den Direkteinstieg in den Berufsalltag. Wer bereits mit beiden Füßen fest im Berufsleben steht und seiner Karriere einen Schub geben möchte, ohne eine längere Jobpause (und einen entsprechenden Gehaltsausfall) in Kauf nehmen zu müssen, kann von nebenberuflichen Master-Studienangeboten profitieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, berufsbegleitend zu studieren. Zu den bekanntesten Formen zählen das Abendstudium und das Fernstudium. Während das Abendstudium einem berufsbegleitenden Präsenzstudium mit Lehrveranstaltungen unter der Woche und/oder an den Wochenenden entspricht, ist das Fernstudium zeitlich und räumlich flexibel. Auch über das Arbeitspensum und Lerntempo entscheidet man beim Fernstudium selbst.

Das Fernstudium kann unterschiedliche didaktische Formen annehmen. Neben dem klassischen Fernstudium erfreut sich das Online-Studium zunehmender Beliebtheit. Beim Blended-Learning werden Präsenzveranstaltungen und E-Learning miteinander kombiniert.

Klassisches Fernstudium

Beim klassischen Master-Fernstudium werden die Studienunterlagen (Studienhefte, CD-ROMs, Nachschlagewerke etc.) per Post nach Hause zugeschickt. Man kann die Materialien bequem von zu Hause aus oder unterwegs bearbeiten. Meistens sind in den Studienheften Aufgaben zur Selbstüberprüfung mit Lösungsangaben, sowie freiwillige Einsendeaufgaben enthalten, die eingesendet werden können und vom Tutor korrigiert werden.

Viele Fernhochschulen stellen die Studienmaterialien auch in digitaler Form im Online-Campus zur Verfügung. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich mit Kommilitonen und Lehrpersonal auszutauschen. Für alle organisatorischen Fragen steht ein persönlicher Studienbetreuer zur Seite.

Obwohl ein Großteil des Master-Studium zuhause im Selbststudium absolviert wird, gibt es je nach Aufbau des Master-Studiums auch Präsenzveranstaltungen an der Hochschule.

Online-Fernstudium

Das Online-Studium stellt eine elektronische Form des Fernstudiums dar. Hierbei werden sämtliche Studieninhalte in Schrift-, Audio- oder Videoform über den Online-Campus bereitgestellt. Dieser digitale „Lernraum“ bildet das Herzstück des Online-Studiums. Er ermöglicht nicht nur, digitale und interaktive Lernmaterialien über das Netz anzubieten, sondern auch die Kommunikation unter den Studenten.

Die Kommunikation und Betreuung durch Lehrkräfte findet i.d.R. ebenfalls größtenteils im Internet (über Chats, Videokonferenzen, E-Mails) oder auch Telefonate statt. Abgesehen von den Prüfungsterminen gibt es im reinen Online-Studium keine Pflichttermine.

Auf gedruckte Unterlagen wird beim Online-Studium komplett verzichtet. Neben dynamischen Lerninhalten (z.B. in Form von web-basierten Trainings, Selbsttests und Video-Vorlesungen) und Gruppenprojekten wird auch die Möglichkeit geboten, mit Kommilitonen Online-Lerngruppen zu bilden und sich über Foren und Lern-Wikis laufend virtuell auszutauschen.

Da mittlerweile viele traditionelle Fernhochschulen die Studieninhalte ganz oder teilweise auch über Online-Plattformen anbieten, wird das Angebot an Online-Studiengängen in den nächsten Jahren sicherlich weiter wachsen.

Blended Learning

Blended Learning wird auch als Integriertes Lernen bezeichnet und strebt eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning an.

Sowohl das klassische Fernstudium, als auch das Online-Fernstudium setzen auf das Blended-Learning-Konzept, welches sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammensetzen kann. Meistens ist es eine Kombination aus Online- und Präsenzlernangebot .Bei der PFH Private Hochschule Göttingen umfasst das Blended-Learning Konzept aber beispielsweise auch mehr Komponenten, darunter Fernlehrbriefe, Einsendeaufgaben, freiwillige Präsenzphasen, Online-Repetitorien/-Veranstaltungen, Tele-Teaching, Videos, Hörbücher und das Online-Forum.

Blended Learning ist nicht nur im Fernstudium ein wichtiges Thema, sondern ist auch verstärkt in den Studienprogrammen von Präsenzuniversitäten und Fachhochschulen verankert. Das Attribut „Blended Learning“ sagt zunächst nur aus, dass der Studiengang eine Kombination aus Offline- und Online-Elementen vorsieht. Wie hoch der jeweilige Anteil der einzelnen Komponenten ist, kann jedoch durchaus stark von Studiengang zu Studiengang abweichen.

Theoretisch kann auch ein Präsenzstudium, welches Online-Elemente umfasst, als „Blended Learning“ bezeichnet werden. Von einem Online-Studium, welches zum Großteil flexibel absolviert wird und nur Modulprüfungen als Präsenzphasen vorsieht, ist diese Studienform jedoch weit entfernt. „Blended Learning“ an sich sagt noch nicht viel aus, sondern steht für ein modernes, zeitgemäßes Studienkonzept, mit dem sich viele Hochschulen schmücken. Daher sollte man sich genau informieren, welche Anteile an Präsenz- und Online-Studium die Studienformen haben.

Wer sich für ein nebenberufliches und möglichst flexibles Fernstudium interessiert, sollten darauf achten, dass der Anteil des Selbststudiums bzw. Online-Studiums möglichst hoch und die Präsenzphasen möglichst gering gehalten werden.

Vorteile des Fernstudiums auf einen Blick

  • Jederzeit startbar
  • 4-wöchige kostenlose Testphase
  • Räumlich ungebundenes Lernen
  • Sehr flexible Zeiteinteilung möglich
  • Persönliche Betreuung
  • Häufig monatliche Prüfungstermine
  • Bei den meisten Fernhochschulen viele Standorte deutschlandweit
  • I.d.R. kostenlose Verlängerung der Regelstudienzeit möglich
  • Meist umfangreiche Betreuungsleistungen

Anbieter von Master-Fernstudiengängen in Deutschland

Alle großen und bekannten Fernhochschulen haben auch Master-Studiengänge im Angebot. Der wohl bekannteste Anbietern ist die FernUniversität in Hagen, welche die größte und gleichzeitig die einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland ist. An der Fernuni Hagen kann man die Titel „Master of Arts (M.A.)“, „Master of Science (M.Sc.)“, sowie „Master of Laws (LL.M)“ erlangen. In der Regel wird durch das Master-Studium eine Vertiefung bzw. Spezialisierung des vorherigen Bachelor-Studiums angestrebt. Die Fernuni Hagen bietet aber auch weiterbildende Master-Studiengänge an.

Daneben gibt es eine Reihe privater Fernhochschulen, darunter die IUBH Internationale Hochschule, die Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH), die Wilhelm Büchner Hochschule, die AKAD University, die PFH Private Hochschule Göttingen, WINGS der Hochschule Wismar, die Apollon Hochschule, die SRH Fernhochschule und die IST-Hochschule für Management.

Die Zulassungsvoraussetzungen fallen je nach Anbieter unterschiedlich aus. An der Euro-FH wird für die Zulassung zum Master-Studium beispielsweise neben einem abgeschlossenen, grundständigen Erststudium auch Berufserfahrung vorausgesetzt. An der IUBH wird für die meisten Master-Studiengänge u.a. ein fachbezogenes, abgeschlossenes, erstes Bachelor-Studium verlangt (Abschlussnote die mindestens „Befriedigend“). Qualifizierte Berufserfahrung wird nur bei einigen Master-Programmen verlangt.

An der Wilhelm Büchner Hochschule, Deutschlands größter privater Hochschule für Technik, werden diverse konsekutive und weiterbildende Master-Studiengänge im Fernstudium angeboten. Meistens muss das Gesamtprädikat mit guter Benotung nachgewiesen werden.

Die AKAD University bietet vier verschiedene Master-Abschlüsse an: Master of Business Administration (MBA), Master of Arts (M. A.), Master of Engineering (M. Eng.) und Master of Science (M. Sc.). Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester. Das Angebot umfasst sowohl Studiengänge, die auf dem Erststudium aufbauen, als auch fachfremde und weiterbildende Master. Häufig müssen Sprachkenntnisse in Englisch nachgewiesen werden. Für Die MBA-Programme wird neben einem abgeschlossenen Studium eine mindestens ein- bis zweijährige qualifizierte Berufspraxis verlangt.

Diese exemplarischen Beispiele zeigen, dass es von Fernhochschule zu Fernhochschule und von Master-Studium zu Master-Studium zum Teil durchaus Unterschiede geben kann. Daher sind stets die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen des einzelnen Master-Studiengangs zu prüfen. Wer sich für einen bestimmten Studiengang interessiert oder einen Überblick zu den Fernstudien-Angeboten erhalten möchte, findet auf unserer Fernhochschul-Überrsichtsseite eine Auflistung bekannter Anbieter. Unter dem jeweiligen Hochschulprofil sind dann auch die einzelnen Master-Studiengänge zu finden.

Neben den Zulassungsbeschränkungen können sich die einzelnen Master-Studiengänge auch hinsichtlich ihrer Kosten deutlich unterscheiden. Der gravierendste Unterschied ist zwischen der Fernuni Hagen als einzigem staatlichem Anbieter und den privaten Fernhochschulen auszumachen. An der Fernuni Hagen kostet das konsekutive Master-Fernstudium insgesamt nur zwischen 700 und 1.200 Euro. Bei weiterbildenden Master-Studiengängen fallen hingegen höhere Studiengebühren an.

An privaten Fernhochschulen muss man grundsätzlich mit Kosten im fünfstelligen Bereich rechnen. Dafür ist das Studienangebot bei privat finanzierten Anbietern wesentlich umfangreicher. Auch die Qualität der Studienmaterialien, sowie der Umfang der Betreuungsleistungen kann unterschiedlich ausfallen.

Es lohnt sich daher, die Master-Studiengänge verschiedener Anbieter zu vergleichen: Wie läuft das Fernstudium genau ab? Wie sehen die Studieninhalte aus? Fallen Präsenzveranstaltungen an? Gibt es Standorte in meiner Nähe? Wie hoch sind die Kosten? Wie lange dauert das Studium? Erfülle ich die Zulassungsvoraussetzungen?

Die Suche nach dem passenden Angebot kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die meisten Fernhochschulen bieten kostenlose Informationen in Form von Studienhandbüchern an, sodass man die geballten Fakten in Ruhe zuhause sichten und vergleichen kann. Bei Fragen kann man sich auch direkt (z.B. per Email oder telefonisch) an die Anbieter wenden.

Master-Studium – auch ohne Erststudium möglich?

Ein Master ohne Erststudium: geht das überhaupt? In der Regel nicht, unter Umständen aber schon.

So bietet die Euro-FH ein Master-Einstiegsprogramm für berufserfahrene Fach- und Führungskräfte an, die sich über diesen Weg auch ohne Erststudium für ein Master-Programm qualifizieren können. Das Master-Einstiegsprogramm umfasst insgesamt drei Module und ist auf 6 Monate ausgelegt. Die Studienzeit kann hierbei kostenlos auf 12 Monate verlängert werden.

Mindestvoraussetzung für den Schnellzugang zum Master-Studium sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine einschlägige Berufspraxis von mindestes 10 Jahren, sowie eine Führungsverantwortung von mindestens 6 Jahren.

Wer alle drei Module des Master-Einstiegsprogramms erfolgreich besteht, kann in Kombination mit den beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen eine dem Erststudium gleichwertige Qualifikation nachweisen und kann automatisch ein beliebiges Master-Studium an der Euro-FH aufnehmen.

Detaillierte Informationen zum Master-Einstiegsprogramm der Euro-FH sind hier zu finden.

Linktipps zur Studienplatzsuche

Die folgenden Linktipps können bei der Suche nach einem passenden Studienangebot und Anbieter hilfreich sein:

  • Liste der konsekutiven Masterstudiengänge im Fernstudium auf studies-online.de – mit Studiengängen von A-Z, nach Hochschulart, Studienbeginn und Sprache sortierbar
  • Liste der weiterbildenden Masterstudiengänge im Fernstudium auf studies-online.de – mit Studiengängen von A-Z, nach Hochschulart, Studienbeginn und Sprache sortierbar
  • Studienplatzsuche auf Hochschulkompass.de – u.a. nach Abschluss, Studienform (z.B. Fernstudium oder berufsbegleitend), Fächergruppe, Studienbereich, Studienfeldern und Hauptunterrichtssprache sortierbar.

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 33 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

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