Klausurvorbereitung: Zeitmanagement ist alles!

In knapp sechs Wochen ist es wieder soweit: Vom 05. – 30. März 2012 finden wieder die Klausuren zu den Pflichtmodulen statt. Nachdem die Einsendearbeiten bearbeitet und bestanden wurden, werden sich die meisten Fernstudenten bereits in der Vorbereitungsphase auf die anstehenden Klausuren befinden. Je nachdem, wie viele Modul-Klausuren man schreiben möchte und wie viel Zeit man zur Vorbereitung hat, wird diese Phase wohl mehr oder weniger stressig.

Eines steht fest: Ein Patentrezept für die perfekte Klausurvorbereitung gibt es nicht. Dafür sind die Lebensumstände, Studienformen und Lerntypen einfach zu individuell. Daher kann man schon davon ausgehen, dass es bei Klausuren wohl so unterschiedlich viele Arten der Prüfungsvorbereitung gibt, wie Fernstudenten. Dennoch kann man gerade bei einem Fernstudium vieles Falsch machen, was sich dann zum Ende des Semesters rächen kann. Schließlich hat man bei einem Fernstudium, welches einen Spagat zwischen Job, Familie und Freizeit bedeutet, keine Zeit zu verlieren. Nachhaltiges Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg.

In diesem Artikel möchte ich daher 10 Tipps zur Klausurvorbereitung an der Fernuni Hagen vorstellen, die z.T. auch aus meinen eigenen Fehlern oder Fehleinschätzungen resultieren und die Vorbereitung auf die anstehenden Klausuren erleichtern können.

Rechtzeitig mit dem Lernen anfangen

5 vor 12 - Höchste ZeitObwohl man genau weiß, dass im März die Klausuren anstehen, so rinnt die Zeit nur so dahin und schon haben wir Mitte Januar. Gerade bei einem berufsbegleitenden Fernstudium nimmt der Job bereits so viel Zeit in Anspruch, dass man nur in kleinen, aber regelmäßigen Lernschritten voran kommt. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig mit der Klausurvorbereitung anzufangen. Und nicht nur mit der Vorbereitung, sondern optimalerweise auch mit dem Lernen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, denn wer sich, wie ich, am Anfang des Semester mehr Zeit lässt, wird ziemlich bald vor einem Problem stehen.

Damals habe ich mich an der Prüfungsvorbereitung während meines Erststudiums orientiert, in der ich mir z.T. innerhalb drei Tagen (und Nächten) sämtlichen prüfungsrelevanten Stoff reingezogen haben. Auf mein Ultra-Kurzzeitgedächtnis war immer Verlass ;). Diese Methode war zwar ziemlich nervenaufreibend und ist daher nicht unbedingt empfehlenswert, hat mich damals aber irgendwie durchs Studium gebracht. An der Fernuni Hagen funktioniert das aber nicht. Denn der große Unterschied zum Präsenzstudium besteht darin, dass man das Aufarbeiten der Studieninhalte selbst organisieren muss. Wann lernt man? Wo lernt man? Wie viel lernt man? An einer normalen Uni hat man das Problem nicht, sondern lernt in den zeitlich und örtlich festgelegten Vorlesungen mit. Und selbst da gilt: Die Klausurvorbereitung beginnt mit der ersten Vorlesung. Auf das Fernstudium an der Fernuni Hagen übertragen bedeutet das: Die Klausurvorbereitung beginnt mit Erhalt des ersten Studienmaterials. Ist der Stoff endlich da, sollte man möglichst schnell mit der Bearbeitung anfangen.

Je mehr Zeit man zu Beginn des Semesters vertrödelt, umso höher wird der Stapel unbearbeitet Studienhefte. Und der Lernumfang sollte keineswegs unterschätzt werden. Als ich damals mein erstes Studienpaket erhielt, war ich schon etwas erschlagen von dem gewichtigen Studienmaterial (5 kg!). Und dabei waren das “nur” zwei Module… Selbst wenn man pünktlich zum Semesterstart anfängt, ist man wöchentlich mit gut 20 Stunden (beim Teilzeitstudium), bzw. 40 Stunden (beim Vollzeitstudium) beschäftigt. Jede Stunde, die man “verpennt”, wird man irgendwann später nachholen müssen. Ein bekanntes Symptom der Verschieberitis ist Zeitnot und wenn noch irgendetwas Unvorhergesehenes eintritt, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.

Zeitplan erstellen

Ein Zeitplan mit ausreichend Puffern für zeitliche Engpässe beugt diesem Problem vor. Denn die große Herausforderung besteht darin, den gesamten Lernstoff pünktlich zum Prüfungstermin aufbereitet, wiederholt und eingeprägt zu haben. Wer nicht kurz vor den Klausurterminen einige Wochen Urlaub nehmen möchte, um sich für die anstehenden Prüfungen fit zu machen, sollte alle Lernstufen zeitlich aufteilen. Denn obwohl man sicherlich nicht um den  typischen Klausurenstress herumkommt, so wird man sich mit einem Zeitplan eine Menge Nervenaufwand ersparen. Ein guter Zeitplan berücksichtigt dabei nicht nur die Aufbereitung des Lernstoffs, sondern lässt auch ausreichend Zeit, um sich die Inhalte einzuprägen und zu wiederholen. Und gerade die letzten beiden Punkte werden zeitlich häufig unterschätzt.

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Lernphasen während eines Semesters beschrieben. Jede Phase erfüllt dabei ihren eigenen Zweck und sollte im Zeitplan berücksichtigt werden.

Aufbereitungsphase: Lesen & Verstehen

Studienunterlagen aufarbeitenDie Aufbereitung der Studienhefte ist der erste Schritt. Hierbei geht es in erster Linie darum, den Lernstoff durchzulesen, zu verstehen und in sinnvolle Zusammenhänge zu bringen. Oft nutzt man noch zusätzliche Quellen, wie Bücher, Tutorials etc., die als Ergänzung zum Studienmaterial dienen. Denn aus den Studienheften wird man nicht immer schlau. Nicht selten treten aufgrund mangelhafter Erläuterungen Verständnisprobleme auf, die einen eng gestrickten Zeitplan durcheinander bringen könnten.

Ich habe z.B. bei Wirtschaftsmathe feststellen müssen, dass ich noch einiges an mathematischem Grundlagenwissen auffrischen muss, um die Studienhefte relativ zügig aufarbeiten zu können. Die Mathe Grundlagen habe ich damals mit den Online-Tutorials von Lecturio wiederholt und dies hat mich zeitlich ganz schön zurückgeworfen. Daher an dieser Stelle mal der Tipp: Einfach im Modulhandbuch die Teilnahmevoraussetzungen checken und ggf. rechtzeitig vorarbeiten ;).

Denn gerade das Verstehen des Gelesenen erfordert viel Zeit. Es macht logischerweise keinen Sinn, die Studienunterlagen geistesabwesend durchzulesen, ohne im Stoff durchzusteigen.  Das wäre verschwendete Zeit. Zumal löst sich das Problem nicht von alleine, denn die Inhalte bauen oft aufeinander auf, sodass man durch einen kleinen Hänger am Anfang auch aus den restlichen Kapiteln nicht wirklich schlau wird. Und die Studienhefte sind inhaltlich einfach zu umfangreich, als das man es sich leisten könnte, sie zig mal durchzugehen. Wer hingegen von Anfang an konzentriert bei der Sache ist und aufkommende Verständnisfragen zeitnah klärt, wird viel Zeit sparen können.

Da der Lernumfang in der Aufbereitungsphase sehr umfangreich ist, sollte man die Themen inhaltlich variieren, um etwas mehr Abwechslung in die Sache zu bringen. Dies wird an der Fernuni Hagen allerdings bereits dadurch erleichtert, dass sich die Module aus mehreren Kursen zusammensetzen, sodass man die einzelnen Lerninhalte einfach variieren kann.

Im Anfang dieses Abschnittes wurde bereits erwähnt, das die Aufbereitungsphase nur der erste Schritt ist. Ausgehend von einem 24 Wochen langem Semester sollte die verständliche Aufbereitung der Studienhefte inklusive ergänzender Lernquellen etwa 8 Wochen in Anspruch nehmen.

Einprägungsphase: Wiederholen, Einordnen und Üben

Nach deren Aufbereitung des Lernstoffs geht es darum, die Inhalte zu wiederholen, einzuordnen und an Aufgaben zu üben. Die Einprägungsphase dient der Wissenskontrolle, daher wird hier kein neuer Lernstoff mehr hinzugefügt. In Übungsaufgaben aus den Studienheften und Teilklausuren der einzelnen Kurse merkt man schnell, an welchen Stellen es noch hapert und kann hier nochmal ansetzen.

Zum besseren Einprägen der Inhalte empfiehlt sich das Herausschreiben der Kerninhalte, wichtiger Formeln, Definitionen und Zitate. Denn wie bereits erwähnt, ist es aufgrund des hohen Umfang der  Studienunterlagen äußerst zeitintensiv, diese immer und immer wieder durchzugehen. Eigene Zusammenfassungen und Notizen erleichtern das Wiederholen und Einprägen des Lernstoffs enorm. Obwohl man mit den eigenen Aufzeichnungen besser lernt (weil man weiß, was man da aufgeschrieben hat), fällt es vielen Fernstudenten schwer, wichtige von eher unwichtigen Inhalten zu trennen. Andere haben auch einfach keine Zeit, eigene Zusammenfassungen zusammenzuschreiben. Hier gibt es jedoch auch Alternativen. So stellen einige Studenten ihre persönlichen Zusammenfassungen kostenlos auf Studienservice.de zur Verfügung (Einfach im Forum des jeweiligen Moduls gucken). Diese kann man sich dann einfach downloaden und ggf. noch ergänzen.

Auch professionell erstellte Skripte, wie z.B. von Fernuni-Repetitorium oder fabianca sind gute Alternativen, falls man selbst keine Zeit oder Idee hat, wie man eine sinnvolles Kurzfassung der umfangreichen Studienhefte erstellt. Die Skripte von Fernuni-Repetitorium und fabianca kosten zwar etwas, jedoch sind dort auch viele Übungsaufgaben und ältere Klausuren vorhanden, anhand derer man das Gelernte überprüfen kann. Schließlich geht es in den bevorstehenden Klausuren darum, das Gelernte auch in praxisnahen Aufgaben anwenden zu können. Neben dem Wiederholen der Lerninhalte sollte daher auch genügend Zeit zum Üben anhand von Prüfungsaufgaben oder Teilklausuren eingeplant werden.

Beim Kurs “Einführung in die Betriebswirtschaftslehre” haben die Dozenten Thomas Hering und Christian Doll z.B. ein eigenes Buch mit BWL-Klausuren: Aufgaben und Lösungen für Studienanfänger erstellt. Da in den Klausuren Aufgaben aus dem Buch verwendet werden, macht es Sinn, diese bei der Klausurvorbereitung durchzugehen – Auch wenn es etwas Zeit kostet…

Ums Üben kommt man bei einer gründlichen Klausurvorbereitung nicht herum. Lernen aus Fehlern ist ein zentrales Ziel der Einprägungsphase, denn nur so wird die korrekte Anwendung des Gelernten verinnerlicht. Doch Wiederholen, Einordnen und Üben erfordern viel Zeit. Daher sollte man für die Einprägungsphase etwa 5 Wochen einplanen.

Wiederholungsphase: Üben & Überblick verschaffen

PrüfungsterminMit den eigenen Aufzeichnungen kann man dann in die intensive Wiederholungs-Phase übergehen. Eines der größten Probleme bei der Klausurvorbereitung ist es nämlich, dass viele Fernstudenten zu wenig Zeit für die Wiederholung des Gelernten einplanen. Dabei ist die Wiederholungs-Phase notwendig, um sich einen Überblick zu verschaffen, das Gelernte zu verinnerlichen und eine gewisse Routine zu entwickeln. Wenn man alle Kurse eines Moduls bearbeitet und sich die Inhalte eingeprägt hat, kann man jetzt auch ganze Modulklausuren, in denen der gesamte Stoff eines Moduls abgefragt wird, bearbeiten. Denn schließlich besteht man die Modulklausur nur dann, wenn man in allen Kursen einigermaßen fit ist.

Als Faustregel kann man sich merken, dass man zum Wiederholen ungefähr so viel Zeit wie für die Bearbeitung investieren sollte, also ebenfalls etwa 8 Wochen. Wenn man für die Einprägungsphase etwa 5 Wochen einplant, sollten ca. 3 Wochen für die Wiederholungsphase verbleiben.

Mit Aufbereitungs-, Einprägungs- und Wiederholungsphase wären damit, ausgehend von einem 24-wöchigen Semester, bereits 16 Wochen belegt. Die verbleibende Zeit dient für Pausen, in denen sich der Lernstoff setzen kann. Erholungen und Belohnungen während des Semester halten die Motivation am Leben und fördern das Durchhaltevermögen. Kontinuierliches Lernen lässt ausreichend Zeit für kleine Ruhe-Inseln während des stressigen Job- und Familienalltags. Grundsätzlich kann man es auch mit komprimierten Non-Stop-Lernwochen kurz vor Klausurtermin schaffen, allerdings geht dabei schnell die Motivation flöten, da man unter enormen Zeitdruck steckt.

Damit der Zeitplan auch funktioniert, sollte man neben den Pausen auch Zeitreserven für Unvorhergesehenes einplanen. Eine Erkrankung, eine stressige Phase im Job oder andere Verpflichtungen können den Lernplan schnell durcheinander bringen. Um kurz vor der Klausur nicht in Zeitnot zu geraten, ist eine größere Zeitreserve unmittelbar vor der Klausur empfehlenswert.

Exemplarischer Zeitplan für das Sommersemester

Der nachfolgende Zeitplan zeit exemplarisch, wie die einzelnen Lern- und Pausenphasen während des Semester zeitlich aufgeteilt werden könnten. Die Betonung liegt dabei auf “exemplarisch”, denn natürlich lernt jeder so, wie es seine individuellen Lebensumstände erlauben.  Um sich effektiv auf die Klausuren vorbereiten zu können, muss man jedoch chronologisch und rechtzeitig vorgehen und ggf. noch vor offiziellem Bearbeitungsbeginn einige Grundlagen auffrischen oder nachholen. Mit der Bearbeitung der Studienunterlagen kann man erst dann beginnen, wenn diese von der Fernuni versendet werden.

Dieser Zeitplan für das Sommersemester 2012 beginnt am 02. April mit dem offiziellen Bearbeitungsbeginn. Aufarbeitungs- und Einprägungsphase enden zum Ende der Bearbeitungszeit am 22. Juli. Danach folgt die Wiederholungsphase, in der man sich intensiv auf die Klausuren vorbereitet, indem man nochmals alles wiederholt und ältere Klausuren durcharbeitet.

Zeitplan Klausurvorbereitung

Rund 1-2 Wochen vor der Klausur-Phase (13. – 21. September) soll eine Zeitreserve für den nötigen Puffer sorgen, falls doch noch etwas Unvorhergesehenes eintritt. Den Tag unmittelbar vor Klausur sollte man als Ruhetag einhalten. Durch die Aufregung ist man dann ohnehin nicht besonders aufnahmefähig. Und was man bis dahin nicht im Kopf hat, wird man an dem einen Tag auch nicht mehr reinpauken können.

Den vollständigen Jahreskalender 2012 inklusive dem hier dargestellten Zeitplan kann man sich hier als Excel-Tabelle downloaden >> Jahresplaner 2012.

Fazit


Zeitmanagement ist bei einer guten Klausurvorbereitung unerlässlich und diese beginnt bereits zum Anfang des Semesters. Wie viel Zeit man für die einzelnen Lernphasen ansetzt, muss jeder für sich selbst einschätzen. Dies hängt zum Einen von der persönlichen Lebenssituation (Arbeit, Familie, Hobbys, Partner, Freunde etc.), sowie der Prüfung an sich ab. Einige Kurse/Module erfordern mehr Zeit zum Üben anhand von Aufgaben (z.B. Mathe, Statistik, Informatik etc.). Hier geht es in erster Linie um Verstehen und Anwenden können, sodass besonders viel Zeit für Übungsaufgaben, alte Klausuren usw. investiert wird. Andere Kurse oder Module sind sehr textlastig und orientieren sich eng an den Studienheften. Hier müsste man ggf. mehr Zeit zum Bearbeiten und Komprimieren der Lerninhalte investieren. Auch die Klausuraufgaben unterscheiden sich. So erfordern Multiple-Choice-Aufgaben eine andere Vorbereitung, als offene Fragestellungen.

Für einen reibungslosen Ablauf in der Klausurvorbereitung ist auch das Timing entscheidend. Da die Zeit eines Fernstudenten i.d.R. knapp ist, gilt es, nachhaltig zu lernen. Das Workflow Management ist entscheidend, um produktiv und effektiv arbeiten zu können. Schließlich hat keiner von uns Zeit zu verschwenden. Die Tageszeiten, wann man besonders effektiv ist, unterscheiden sich von Student zu Student. Wenn man seine Lernzeiten frei bestimmen kann, sollte man die beste Tagesform für wichtige oder schwierige Lerninhalte und Aufgaben nutzen,

Berufstätige Fernstudenten können ihre effektivsten Tagesphasen oft gar nicht nutzen, sodass dann nur die Wochenenden oder Abende verbleiben. Auch das stellte eine besondere Herausforderung während eines Fernstudiums dar. Man lernt dann, wann man Zeit hat, ob man dann mental in Höchstform ist, ist eher zweitrangig. Dies führt in vielen Fällen dazu, dass man das Lernen aufschiebt, wenn man müde von der Arbeit kommt oder einen stressigen Tag hatte. Ein Zeitplan schafft auch hier Abhilfe und sorgt für die nötige Routine.  Zum Einen hat man die verbleibende Zeit immer vor Augen und zum Anderen kann man sich bei feste Lernzeiten mental besser auf das Lernen einstellen. Der Zeitplan hat sein Ziel erreicht, wenn das regelmäßige Lernen nach Plan zur Gewohnheit geworden ist und Ausreden keine Chance haben.

Die Tatsache, dass man im Zeitplan ist und Lernfortschritte macht, sorgt für die nötige Motivation und hält Lernkiller, wie Nervosität, inneren Druck und Unlust fern. Das Sprichwort “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben” bewahrheitet sich auch bei der Klausurvorbereitung. Denn in dem Fall fängt der “frühe Vogel den Wurm” ;).