Tipps gegen Prüfungsangst

Die Fernuni Hagen hat für ihre neue Artikelreihe für die Hochschulzeitung „FernUni Perspektive“ das Thema „Prüfungsangst“ aufgegriffen, welche für viele stetiger Begleiter während des (Fern)Studiums ist.

Daher schildere ich gerne mal meinen Umgang mit der Prüfungsangst, die wohl jeder Student durchmacht. Ich bin vor Prüfungssituationen eigentlich immer aufgeregt, manchmal sogar ziemlich stark. Dies äußert sich dann in Symptomen, wie Nervosität und innerer Unruhe, Appetitlosigkeit und ich habe das Gefühl, dass mir die Angst direkt im Magen sitzt.

Die Aufregung beginnt bei mir i.d.R. schon zwei bis drei Tage vor der Prüfung. Sie äußert sich umso schlimmer, je unsicherer man bzgl. des Lernstoffs ist. Aufregung ist im Prinzip etwas Positives, da das Adrenalin die Leistungsfähigkeit fördert. Durch mangelnde Vorbereitung wird jedoch ein negativer Stress produziert, welcher zu Schlafstörungen und zum Gefühl des „ausgebrannt seins“ führen kann.

Dies versuche ich zu vermeiden. Während meines Erststudiums war ich der typische „Lerner auf den letzten Drücker“. Manchmal hatte ich in zwei Wochen bis zu sieben Prüfungen zu absolvieren, was mich regelmäßig in starken Stress, bis hin zu Burn Out-Symptomen versetzt hat.

Der Kampf gegen negative Prüfungsangst fängt daher mit einer kontinuierlichen Lernphase an, in welcher man den Lernstoff in kleinen Häppchen durcharbeitet. Meine Erfahrung ist, dass die Aufnahme von komplett neuem Lernstoff in der Phase kurz vor der Prüfung deutlich schwieriger ist. Besser ist es daher, den Lernstoff mindestens eine Woche vor dem Prüfungstermin bearbeitet zu haben, sodass man die Zeit unmittelbar vor der Prüfung dafür nutzten kann, das Gelernte zu wiederholen. Das Gefühl, jetzt schnell noch große Mengen lernen zu müssen, baut nur unnötig Druck auf.

Am Abend vor der Prüfung habe ich immer versucht, mich zu entspannen. Tagsüber habe ich den Lernstoff noch wiederholt, abends dann z.B. ferngesehen und (auch wenn sich das altmodisch anhört) zeitig schlafen zu gehen, um am Morgen vor der Prüfung ausgeruht zu sein.

Ein kleines Ritual von mir war es während meines Erstudiums auch immer, die Zeit direkt vor der Prüfung sehr entspannt zu gestalten und Stressfaktoren zu vermeiden. So bin ich immer früh aufgestanden, habe in Ruhe einen Kaffee getrunken und bin dann mit meiner Lieblingsmusik im Ohr zu Fuß zur Uni gegangen (Vollgestopfte Busse waren und sind immer noch ein Stressfaktor für mich). Direkt am Prüfungsplatz habe ich es mir auch gemütlich gemacht mit einer gut geordneten Federtasche, Getränk, ggf. etwas zum Essen und einem Glücksbringer. Die Aufregung war zwar immer noch da, aber in einem gesunden Maße.

Was man auf jeden Fall vermeiden sollte ist, sich vor Prüfungen selbst unter Druck zu setzen, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Natürlich will man die Prüfung möglichst gut bestehen, aber innerer oder externer Druck können schnell Lernblockaden auslösen und sich kontraproduktiv auswirken. Man lernt in erster Linie für sich selbst und zum Lernen gehören sowohl Erfolge, als auch Misserfolge. Beides sind Erfahrungen, die jeder (Fern)Student macht und die einen nur stärker machen ;).

Hier könnt ihr bei der neuen Artikelreihe mitmachen und dort eure Erfahrungen und Tipps gegen Prüfungsangst mit anderen Studenten teilen!

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

2 Kommentare zu "Tipps gegen Prüfungsangst"

  1. Sehr guter Artikel von dir, Alicia!

    Bis auf den Glücksbringer bei der Prüfung deckt sich das mit Allem, was mir zu dem Thema eingefallen wäre. Ich bin jetzt ein Jahr älter als du und war früher (wie wir alle?!) immer spät bzw. tlw. zu spät dran. Inzwischen sitze ich schon einige Wochen, bin das tägliche Lernen gewöhnt. Es wird sich, ohne es jetzt fix zu wissen, sicher noch eine gesunde Nervösität vor den ersten Klausuren aufbauen, aber wenn ich meinen Weg konsequent gehe und, wie du auch schreibst, mir selbst keinen (Noten-) Druck mache sehe ich kein größeres Problem. Mir hilft hier das Alter und die Erfahrung aus meinem Job in Stresssituationen schon sehr weiter. Wenn ich bedenke, was ich früher für ein Chaot war und wie ruhig und konsequent ich jetzt an solche Herausforderungen ran gehen kann, kein Vergleich!

    • Hallo Fredl,

      danke für deinen Kommentar! Ich kann dir da nur Recht geben: Die Erfahrung, auch im Job zu lernen, mit Stresssituationen umzugehen ist für ein Fernstudium definitiv hilfreich.

      Bei mir nimmt es schon viel Druck raus, dass mein Fernstudium nicht an meine Arbeit gekoppelt ist und mein Chef sich nicht nicht Noten erkundigt, bzw. ich das Fernstudium wirklich nur für mich persönlich mache und es auch selbst finanziere.

      Das erste Semester ist zwar noch sehr gewöhnungsbedürftig, weil man jetzt nach Feierabend nicht einfach abschalten kann, aber auch hier ist es wohl, wie mit allem anderen auch: Man muss den Stein erst ins Rollen bringen ;)!

      Viele Grüße,
      Alicia

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*