Zeitmanagement: Neuer Zeitplan

Der Frühling ist da, das neue Semester hat begonnen und auch mein berufliches Leben steht ganz im Zeichen des Neubeginns. Und obwohl die hauptberufliche Selbstständigkeit viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt, fühlt es sich dennoch gut und richtig an, diesen Schritt gewagt zu haben. Ich arbeite von zuhause aus und genieße zurzeit ganz besonders den Vorzug, mir meinen Alltag selbst gestalten zu können. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sowohl das Fernstudium, als auch der Sport – welcher für mich unverzichtbar ist – gelitten. Wäre ich weiterhin als Angestellte beschäftigt, hätte ich sicherlich Veränderungen anderer Art vornehmen müssen, um Arbeit, Studium und Hobbys unter einen Hut zu bekommen. Doch durch die rasche Entwicklung der bis dato nur nebenberuflich laufenden Selbstständigkeit, entschied ich mich, diese nun hauptberuflich durchzuführen.

Der größte Vorteil ist, wie bereits erwähnt, die Möglichkeit, mir meine Zeit frei einzuteilen. Mein Tag hat zwar nach wie vor nur 24 Stunden, aber ich kann diese Zeit deutlich effizienter einsetzen und auf meine persönlichen Bedürfnisse abstimmen. Das Zauberwort lautet Zeitmanagement oder wie ich es treffender finde: Energiemanagement. Um beim Fernstudium kontinuierliche Lernfortschritte machen zu können, muss man die eigene Energie managen und lernen, diese optimal einzusetzen. Gleichzeitig muss der Spaß am Lernen erhalten bleiben, d.h. man sollte die vorhandene Energie gebrauchen und nicht völlig aufbrauchen. Mein Ziel ist es die Ziele, die ich mir fürs Lernen gesetzt habe, zu erreichen und letztendlich zufrieden mit den Lernergebnissen und meinen Fortschritten beim Fernstudium zu sein.

Aus dem ersten Semester habe ich gelernt, dass man das Fernstudium nicht einfach so auf sich zukommen lassen darf. Von alleine passiert gar nichts. Ebenso ist es falsch, sich auf sein schlechtes Gewissen zu verlassen und zu denken, man kriege das schon noch alles (auf den letzten Drücker hin). Ein Fernstudium muss systematisch organisiert und geplant , Termine eingehalten und Ziele diszipliniert verfolgt werden.

Man selbst ist der Boss. Das Organisieren und Planen muss selbst vornehmen, ebenso, wie das Setzen von Terminen. Und genau das ist es, was ich in diesem Semester anders und hoffentlich auch besser machen werde. Im ersten Semester habe ich viel „zwischendurch“ gelernt – ob in der U-Bahn auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit, abends vor dem Fernseher oder an den Wochenenden bei freien Minuten auf der Coach. Doch eines fehlte in den meisten dieser Situationen: das konzentrierte Lernen.

Ein Zeitplan schafft hier Abhilfe. Und mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass das gesamte Fernstudium einer zeitlichen Planung bedarf. Ein Zeitplan ist umso wichtiger, je straffer der Alltag ist. Je mehr berufliche, familiäre oder gesundheitliche Termine und Verpflichtungen am Tag anfallen, umso unverzichtbarer wird ein Zeitplan. Der Zeitplan für das Fernstudium sollte in den Alltag integriert werden und eine gewisse (natürlich nicht zu hohe) Flexibilität aufweisen.

Meine Lernziele für das Sommersemester 2011 sind es, die beiden Prüfungen für das Modul „Einführung in die Wirtschaftswissenschaft“ und „Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik“ zu bestehen. Ich habe beide Module bereits im Wintersemester 2010/11 belegt und möchte/muss diese zwei Prüfungen jetzt in diesem Semester bestehen. Die Einsendearbeiten habe ich bereits bearbeitet und auch bestanden, sodass die beiden nächsten großen Termine lauten:

ModulnummerModulbezeichnungHerbst 2011
31001Einführung in die WirtschaftswissenschaftDi., 27.09.2011
15:30 - 17:30 Uhr
31101Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und StatistikDo., 29.09.2011
15:30 - 17:30 Uhr

Das sind, wie gesagt, die großen Lernziele dieses Semesters. Bis dahin sind noch einige Wochen und Monate Zeit, die deutlich effizienter genutzt werden wollen, als es im vergangenen Semester der Fall war. Ich habe mir daher vorgenommen, mit für mich verbindliche Lernzeiten einzuteilen und in einem Lern- und Zeitplan schriftlich festzuhalten. Um die Setzung von Terminen in Eigenregie kommt man beim Fernstudium nicht herum, wenn man das Fernstudium auf Dauer durchziehen will.

Es hört sich sicherlich auch einfacher an, als es tatsächlich ist. Man muss nicht nur selbst Organisieren und Planen, sondern Termine und Ziele auch Einhalten und die Konsequenzen daraus ziehen. Konzentrierte Lernphasen sind für mich jetzt noch wichtiger, da ich es mir durch die Selbstständigkeit jetzt noch weniger leisten kann, Zeit zu verschwenden.

Für meinen neuen Zeitplan habe ich mir zum Einen vorgenommen, kontinuierlich, also auf die Woche verteilt zu lernen. Das ist für mich deutlich entspannter, als wenn ich mir z.B. vornehmen würde 1-2 Tage Nonstop für mein Fernstudium zu lernen. Außerdem minimiert das auch das Risiko, dass an einem Tag, der eigentlich zum Lernen genutzt werden sollte, etwas dringendes dazwischenkommt und man u.U. mehrere (eigentlich verplante) Stunden verliert.

Zum Anderen habe ich mir vorgenommen, Morgens oder Mittags zu lernen, da ich glaube, in dieser Zeit eine Art Leistungshoch zu haben. Ich habe irgendwann schon man aus Spaß so einen Biorythmus-Test gemacht, weil ich dachte zu den „Lerchen“ zu gehören, die morgens besonders leistungsfähig sind. Mein Ergebnis war aber eher ernüchternd, weil ich mich mal wieder im Durchschnitt wiedergefunden habe, der zwischen 6 und 8 aufsteht und zwischen 22 und 24 Uhr schlafen geht. Super. Aber immerhin bin ich – und das weiß ich definitiv – morgens viel aktiver, als mein Freund, der eher abends aufblüht. Insofern ist mein Plan, morgens zu lernen doch irgendwie ok. Außerdem habe ich das Lernen dann bereits hinter mir und denke nicht den ganzen Tag daran, dass ich später noch lernen muss. Und den freien Kopf brauche ich für den Arbeitstag. So habe ich nach dem Lernen genügend Freiraum, mir die Arbeitszeit, sowie Zeit für andere Termine, Hobbys & Co. frei und flexibel einzuteilen.

Mein neuer Zeitplan sieht also ungefähr so aus:

Mit der Bearbeitung der Studienhefte für EWiwi bin ich ja bereits durch, was jedoch nicht bedeutet, dass diese Kapitel abgeschlossen ist. Aber bei EWiwi werde ich mich diesmal noch gezielter ans Üben machen. Schließlich ist es deutlich einfacher, sich die ganzen Formeln zu merken, umso öfter man diese auch an Beispielaufgaben angewendet hat.

Aber der Schwerpunkt in diesem Semester liegt eindeutig auf Wirtschaftsmathe – dem Modul, mit welchem ich im vergangenen Semester begonnen, jedoch irgendwann aufgegeben und zu EWiwi gewechselt habe. Wirtschaftsmathe ist einfach ein Ding für sich und die Studienhefte waren als Einstieg ins Fernstudium mehr als depremierend. Vor allem, wenn meine letzte Mathestunde schon etwas länger her ist…

Ich hätte mich da nicht so leicht runterziehen sollen und bei Wirtschaftsmathe oder auch Statistik ist vor allem auch die Lernmethode, bzw. das Lernmaterial von entscheidender Bedeutung. Denn Mathebuch ist nicht gleich Mathebuch. Und ich fand die Studienhefte zwar nicht gerade grottenschlecht, aber es gibt auf jeden Fall deutlich bessere Unterlagen, mit denen man sich den Stoff für Wirtschaftsmathe aneigenen kann. Bei Statistik – dem Kurs, wo ich bisher noch gar nicht angekommen bin – wird es auch ähnlich sein. Wobei ich hier auch noch nicht einschätzen kann, wie gut oder schlecht die Studienhefte wirklich sind.

Mathe oder auch Wirtschaftsmathe haben mir sonst in der Schule immer Spaß gemacht und ich hatte auch immer gute Noten darin. Wahrscheinlich war ich deshalb so niedergeschlagen, als ich feststellen musste, dass nicht mehr alles so locker vom Hocker klappt, sondern ich noch einiges aufarbeiten und wiederholen muss. Man muss sich einfach mal richtig dransetzen und Stück für Stück ans Ziel ranarbeiten.

Aber das werde ich irgendwie schon packen. Ich habe die Lernzeiten für mein Fernstudium selbst geplant, diese aber auch mit meinem Freund abgestimmt. Schließlich bin ich nicht alleine, sondern mit ihm zusammen selbstständig. Und auch sonst finde ich es gut, Partner und Familie in solche Zeitpläne einzuweihen, damit sie Rücksicht nehmen und einen bei der Verfolgung der persönlichen Ziele unterstützen können. Man sollte jedoch darauf achten, die eigene Verantwortung nicht auf andere abzuwälzen. Die Termine muss man sich – in Abstimmung mit der individuellen persönlichen Situation und den eigenen Bedürfnissen – selbst setzen und auch selbst einhalten. Dritte können lediglich unterstützend bei der Einhaltung und Verfolgung der Ziele helfen.

Ich bin eigentlich kein Freund von total durchstrukturierten  Tagesplänen und ein solcher Zeitplan ist für mich etwas Neues. Ich sehe die Termine zwar nicht als in Stein gemeißelt, aber ich bin mich der Wichtigkeit dieser Termine und eines solchen Zeitplans bewusst. Die Lernzeiten sind mir ernst, denn schließlich nehme ich auch das Fernstudium ernst und möchte mich auf die Prüfungen im September möglichst gut vorbereiten und diese auch möglichst gut bestehen. Und wenn ich abends oder an Wochenenden – zusätzlich zu den obigen Lernzeiten – Lust und Zeit zum Lernen habe, werde ich diese Zeit sicherlich auch dafür einsetzen. Wie gesagt: Lernen soll kein Zwang sein, sondern motivieren und Spaß machen. Das ist leichter gesagt, als getan, aber es geht!

Um in stressigen Situationen nicht die Lust aufs Lernen zu verlieren, hier noch ein paar kleine Tipps zum Zeitplan:

  • Lernziele konkretisieren (z.B. kleinere Lernziele für den Tag festsetzen und den Lernstoff einteilen)
  • Soll-Ist-Vergleich anstellen und ggf. Prioritäten anpassen
  • Eigenen Bio-Rhythmus beachten (Ups & Downs berücksichtigen und Pausen machen)
  • Lernstoff individuell strukturieren (Wichtige Passagen rausschreiben, markieren oder Hauptinhalte in Tabellen, Diagrammen festhalten)
  • Für Abwechslung beim Lernen sorgen (Studienhefte, Fachbücher, Online-Vorlesungen, Foren etc. abwechseln)
  • Störfaktoren vermeiden (z.B. Partner und Familie um Ruhe bitten oder Handy abschalten)

Die nächsten Wochen und Monate werden sicherlich stressig, aber auch zufriedener, wenn man nach und nach kleinere Lernziele erreicht und Schritt für Schritt auf größere Ziele hinarbeitet. Das motiviert und macht Lust auf mehr ;)!

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 30 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

2 Kommentare zu "Zeitmanagement: Neuer Zeitplan"

  1. Hallo Alice! Sieht ja alles ganz gut aus bei dir 🙂 Habe mir auch einen Zeitplan angelegt, auch wenn ich mir momentan unsicher bin, ob ich nicht zu wenig Zeit investiere. Allerdings muss man auch erstmal ankommen im Fernstudium – was man jedoch nicht als Ausrede zum Hinschieben benutzen sollte 🙂 Morgen ist mein Rechnungswesen-Tag: das heißt viel Buchführung lernen und vor allem üben.
    Sehen uns ja dann bestimmt bei den beiden Prüfungen im September? 😉

    Lg
    Chris

  2. Hey Chris,

    vielen Dank für deinen Kommentar!

    Ja, ich habe mir zuerst überlegt, ob das nicht zu wenig Zeit ist. Aber im Vergleich zum ersten Semester ist das für mich schon ein riesiger Fortschritt. Wichtig ist vor allem, sich auch an den eigenen Zeitplan zu halten, das Erstellen ist da immer leichter ;)…

    Und ich kann mich persönlich viel besser motivieren, wenn es nicht allzu lange Lernphasen sind. Aber ich erhoffe mich durch den Plan, dass ich langsam Fortschritte mache und besser werde und dadurch auch mehr Spaß & Motivation beim Lernen finde.

    Ich wünsche dir ebenfalls weiterhin viel Erfolg beim Lernen und Rechnungswesen! Klar sehen wir uns bei den Prüfungen im September (wenn du in Hamburg schreibst ;)!

    Liebe Grüße,

    Alicia

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