Sport zum Ausgleich

Nachdem der innere Schweinehund in den letzten 3 Wochen deutlich über meine Motivation zum Sport zu gehen, dominiert hat, war es dieses Wochenende wieder soweit: Ich war beim Sport. Vor diesem Motivationstief war ich ein ein richtiger Sportfreak und war i.d.R. 6x/Woche im Fitnessstudio. Zwar habe ich zwischendurch immer mal Ups & Downs erlebt, aber länger als eine Woche, habe ich nie Pause gemacht. In den letzten Wochen jedoch hat sich ein wahres Motivationsloch bei mir entwickelt. Und wenn man bedenkt, wann mein Fernstudium begonnen hat, sind Parallelen zwischen „Keine Lust zum Sport“ und „Stress beim Lernen“ nicht wegzureden.

Der ganze Stress, mich wieder in Wirtschaftsmathe einzuarbeiten, dazu der Stress in der Arbeit und dann auch noch der Stress, nebenbei zum Sport zu gehen, waren wohl zu viel für mich. Das ist ein klares Zeichen, wie man sich selbst übernehmen kann. Daraus hat sich dann auch ein regelrechter Teufelskreis entwickelt. Dadurch, dass mir ohne Sport ein Ausgleich fehlte, war ich insgesamt noch gestresster und genervter. Dies hat sich dann auch auf die Lernmotivation und auf mein Verhalten in der Arbeit ausgewirkt.

Ich muss dazu sagen, dass auch meine Kollegen und Vorgesetzten in der Arbeit gemerkt haben, dass ich in der letzten Zeit nicht so gut drauf war. Normalerweise bin ich ziemlich fröhlich und lustig drauf, immer zu einem Scherz aufgelegt. Aber in den letzten Woche wurde ich zunehmend ruhiger und bin zu allen auf Distanz gegangen. Wir sind ein kleine Firma und da kriegt jeder von jedem alles mit. Daher viel mein Stimmungswechsel auch auf. Ich bin froh, dass mich meine Kollegen und auch unser Agenturleiter darauf angesprochen haben, denn dies hat mir letztendlich die Augen geöffnet. Einem selber fällt es meistens nicht direkt auf, inwiefern man sich verändert hat. Jedenfalls haben mir meine Kollegen gezeigt, dass sie sich Sorgen um mich machen und darüber bin ich glücklich. Ich hatte am selben Tag auch noch ein Gespräch mit meinem Chef, welches für mich ziemlich befreiend war. Es zeigt sich mal wieder, dass es hilft über Probleme zu sprechen und nicht alles totzuschweigen.

Jetzt ist wieder alles gut ;). Aber trotzdem musste ich mein Verhalten etwas überdenken, denn so, wie ich in der letzten Zeit drauf war, ging es ja mal gar nicht. Aber auch ich muss erstmal lernen, alles unter einen Hut zu bekommen, was alles andere, als leicht ist. Man muss sich vorstellen, dass man eigentlich schon mit einem Vollzeitjob, „Vollzeit“ beschäftigt ist. Für mich war es sonst schon immer eine Herausforderung, meinem Sportplan durchzuziehen. Jetzt kam noch (auf meinen eigenen Wunsch) das Fernstudium dazu. Ich stehe immer noch zu meiner Entscheidung, das Fernstudium zu absolvieren, aber es muss ein Zeitplan her! Ohne Zeitplan geht gar nichts. Man kann als berufstätiger Fernstudent nicht einfach in den Tag hineinleben, denn dann bleiben, wie man an meinem Beispiel sieht, diverse Dinge auf der Strecke.

Sport tut mir gut. Das kann ich mich Gewissheit sagen und es ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Besserung. Meine Laune hat sich aufgrund der vielen Endorphine, die beim Sport ausgeschüttet werden jedenfalls um 180° gewandelt. Es ist auf jeden Fall nicht der richtige Plan, auf den Sport zu verzichten, um dadurch mehr Zeit für das Fernstudium zu haben. Ausgleich muss sein. Besonders, wenn man mit Arbeit und Fernstudium zwei Beschäftigungen nachgeht, die einen voll vereinnahmen. Die einen gehen am Wochenende Party machen, zeichnen oder malen und ich gehe in meiner wenigen Freizeit nun mal zum Sport. Hier ist jeder Fernstudent selbst gefragt, einen persönlichen Ausgleich zu schaffen, damit Arbeit und das persönliche Wohlbefinden nicht leiden.

Ich habe ja schon während meines Erststudiums Wirtschaftspsychologie viel über mich selbst erfahren (Wir mussten diverse Tests und Versuchspersonenstunden machen). Aber ich kann sagen, dass ich in den wenigen Wochen, die mein Fernstudium bisher gedauert hat, ebenfalls sehr viel über mich gelernt habe. Zum Beispiel, dass man sich selbst motivieren muss und der Alltag deutlich strukturierter ablaufen sollte. Um auf dein Zeitplan zurückzukommen: Ich habe jedenfalls beschlossen, nach der Arbeit zum Sport zu gehen und die Wochenenden voll für mein Fernstudium zu nutzen.

Ich habe zwar gedacht, dass man sich auch nach der Arbeit noch hinsetzen und lernen könnte, aber ich war (auch ohne beim Sport gewesen zu sein) immer schon so kaputt und müde, dass das Lernen wenig Sinn gehabt hätte. Daher werde ich mich hier nicht länger selbst unter Druck setzen, Abends noch Lernstoff in den Kopf zu kriegen, sondern das flexibel handhaben. Wenn ich mich noch fit genug fühle, nach einem Arbeitstag zu lernen, dann hindert mich ja auch keiner daran. Aber plangemäß werden jetzt die Wochenenden für mein Fernstudium eingesetzt werden. Es nützt auch nichts, seinen geliebten „freien“ Wochenenden nachzutrauern, denn schließlich war es meine eigene Entscheidung, noch ein Fernstudium draufzusatteln. Und darüber bin ich immer wieder froh, denn wäre der Anstoß für ein Fernstudium durch Dritte gekommen (Eltern, Vorgesetzte etc.), wäre die Motivation wahrscheinlich deutlich niedriger.

Im ersten Moment denkt man das gar nicht, da man davon ausgeht, dass sich dieser gewisse „Druck von Außen“ lernfördert auswirkt, ich bin aber der Überzeugung, dass dem nicht so ist. Schließlich hätte ich dann doch immer das Gefühl, mich für andere aufzuopfern. Da ich die Entscheidung für ein Fernstudium zu 100% alleine getroffen habe, kann ich auch nur auf mich alleine sauer oder stolz sein. Schließlich war es meine Entscheidung, mich weiterbilden zu wollen (als hätte ich nicht schon genug zu tun…). Aber was soll´s, so ist es nun mal. Da muss ich jetzt durch.

Wieder mit dem Sport angefangen zu haben hat mir auf jeden Fall einen neuen Motivationsschub gegeben und mir deutlich gemacht, dass ein Ausgleich wichtig ist, um die „Work-Life-Balance“ aufrecht zu erhalten. Natürlich werde ich mit einem Vollzeitjob und für das Fernstudium verplanten Wochenenden wenig Freizeit haben, aber das Gefühl, nebenbei noch etwas Gutes für sich zu tun, ist eine super Möglichkeit, die innere Ausgeglichenheit aufrecht zu erhalten.

Und überhaupt: Von Endorphinen kann man nie genug bekommen ;)!

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

4 Kommentare zu "Sport zum Ausgleich"

  1. „…auf mein Verhalten in der Arbeit ausgewirkt.“
    Das geht gar nicht, du wirst für deine Arbeitsleistung bezahlt, schlechte Leistung wg. FernStudium halte ich für nicht tragbar.
    Der dümmste Spruch der FernUni:
    „Wir machen es möglich Studium und Beruf“
    Den das machen die Herren und Damen von der FernUni Hagen eben nicht möglich!!!
    „Da ich die Entscheidung für ein Fernstudium zu 100% alleine getroffen habe, kann ich auch nur auf mich alleine sauer oder stolz sein.“
    Die Entscheidung wurde dir von den Blendern an der FernUni Hagen als „Top“ verkauft, so ist das!

    „Ich habe zwar gedacht, dass man sich auch nach der Arbeit noch hinsetzen und lernen könnte….“
    Zuhause wo es am schönsten ist, (Spruch der FernUni) kann man einfach nicht lernen! (Da ist die Ablenkung einfach am größten)
    Da du (Annahme) in einer Großstadt wohnst, gebe ich dir den Tipp:
    Hock dich in eine Uni/HS-Bibliothek (sind teilweise bis 24.00 Uhr offen) mit den Studienskripten und lerne da nach der Arbeit!
    Als Student der FernUni hast du den Status des Gaststudenten, melde dich einfach als Bibliotheksbenutzer an!

    „Aber plangemäß werden jetzt die Wochenenden für mein Fernstudium eingesetzt werden. “
    Du greift s jetz schon deine Reseven an. Bedenke das!!!!
    Hast du Gleitzeit? Wenn ja, bau ein Guthaben auf, das du Stück für Stück vor den Prüfungen abbaust! (Am besten am Freitag, da fällt es nicht so auf)
    Vor den Modulprüfungen mußt du (d.h wirklich 14h am Tag Prüfungsbüffln) 2-3 Wochen Urlaub für die Prüfungsvorbereitung einplanen!!!!!!

    „Wieder mit dem Sport angefangen zu haben hat mir auf jeden Fall einen neuen Motivationsschub gegeben und mir deutlich gemacht, dass ein Ausgleich wichtig ist, um die “Work-Life-Balance” aufrecht zu erhalten.“
    Stell deinen Sport um, fahr einfach mit dem Fahrad zur Arbeit. Wenn nicht direkt möglich, so kann`s du an einen Bahnhof dass Fahrrad abstellen, und von dort zur Arbeit/Nachhause radeln!(Beide Fälle meine ich)

  2. Hallo Wolfgang,

    was ich aus deinem Kommentar herauslese, lässt mich darauf schließen, dass du scheinbar nicht so gute Erfahrungen mit der Fernuni gemacht hast.

    Sicherlich ist das Motto der Fernuni „Wir machen es möglich Studium und Beruf“ kein Selbstläufer und es hat auch niemand behauptet, dass ein Fernstudium leicht ist.

    Dennoch ist die Fernuni (für mich) die einzige Möglichkeit, neben einem Vollzeitjob zu studieren. Man muss einfach bedenken, was Vorrang hat. Für mich ist sind es zurzeit definitiv mein Job und die nebenberufliche Selbstständigkeit, das Fernstudium muss hinten anstehen. Aber das ist auch ok so. Ich habe nicht den Anspruch an mich, drei Module mit 1,0 im Semester zu bestehen,

    Man lernt eben nach seinen eigenen Möglichkeiten.

    Dein Tipp, sich abends noch in die Unibibliothek zu setzen ist gut, dennoch ist das Lernen zuhause deutlich angenehmer. Mittlerweile habe ich den Dreh raus und kann mich auch zu Hause ganz gut zum Lernen aufraffen.

    Das Lernen an Wochenenden lässt sich nicht vermeiden, warum auch? Schließlich sind das die Tage, an denen man am meisten Zeit hat, ich jedenfalls. Daher sehe ich hierin auch kein Problem. „Reserven anzugreifen“ kann man das nicht nennen, schließlich lerne ich nicht 14h am Tag, so wie es, deinem Kommentar nach zu urteilen, sein müsste.

    Es liegt in der Verantwortung jedes Fernstudenten, selbst zu entscheiden, wieviel er sich zumuten kann. Daher habe ich mich ja auch entschieden, dieses Semester nur eine Prüfung zu schreiben, weil das eben im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt.

    Ich gebe dir Recht, dass man sich nicht überlasten sollte und einen Ausgleich braucht, aber auch dies liegt in der Verantwortung jedes einzelnen.

    Das die Prüfungsvorbereitungen nicht leicht sind kann ich mir denken, aber wenn man 2-3 Wochen vor der Prüfung 14h/Tag lernt, ist man nun wirklich reif für die Reha. Sicherlich wird man vor den Prüfungen mehr lernen, aber dieses Pensum erscheint mir etwas sehr hoch, wenn man auch sonst regelmäßig gelernt hat.

    Den Sport umzustellen und mit dem Fahrrad auf Hamburg´s Straßen zur Arbeit zu fahren stellt für mich leider keine Alternative dar, auch wenn der Frischluftfaktor verlockend ist ;).

    Es ist nun mal so: Als Fernstudent lebt man nicht nur des Studiums willen, dann könnte man nämlich auch an eine Präsenzuni gehen. Neben dem Studium stehen Arbeit, Familie, Hobbys etc. an, die man im besten Fall mit dem Studium verbinden kann. Arbeit und Familie haben für die meisten Studenten absoluten Vorrang, denn beim Thema „schlechte Leistung wg. FernStudium halte ich für nicht tragbar“ gebe ich dir absolut Recht.

    Will man schnell fertigstudiert haben, muss man sich einschränken, ansonsten schaltet man, wie ich, einen Gang zurück und lässt das Fernstudium langsamer laufen, um die anderen Verpflichtungen, wie Arbeit etc. nicht zu vernachlässigen und sich auch noch ein Stückchen Lebensqualität zu erhalten.

    Denn diesen Anspruch darf man glaub ich auch als Fernstudent haben.

  3. Hallo Alica,

    ich bin zwar nicht der geborene Sportler, kann jedoch bestätigen, dass Sport nicht nur körperlich, sondern auch geistig, gut tut (siehe eigener Blogeintrag: http://www.fernstudent.info/2011/02/13/sport-und-seine-wohltuenden-folgen/. Ich habe mir aus diversen Gründen vorgenommen endlich mehr bzw. überhaupt Sport zu treiben und von seinem positiven Einfluss zu profitieren.

    Weiß dein Chef eigentlich, dass du ein Fernstudium absolvierst?

    Viele Grüße,
    Matthias

  4. Hey Matthias,

    danke für deinen Kommentar! Ja, das (leidige) Thema Sport. Wenn ich ehrlich bin, lasse ich es zurzeit etwas schleifen, aber ich will nächste Woche wieder mit Sport anfangen.
    Man merkt einfach, dass es einem besser geht, man konzentrierter und ausgeglichener ist. Es fehlt halt nur an der Motivation, sich nach der Arbeit noch zu irgendeiner körperlichen Betätigung aufzuraffen!

    Aber wenn man erstmal Sport gemacht hat, geht es einem besser, als wenn man Abends nur faul auf der Coach liegt. Abgesehen davon steht ja bald der Sommer vor der Tür, da will man sich auch etwas fit machen ;). Noch ist ja genug Zeit.

    Ja, mein Chef weiß von meinem Fernstudium, aber er hat es lediglich zur Kenntnis genommen. Da kommt werde positives, noch negatives Feedback.

    Viele Grüße,

    Alicia

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