Flexibler Studieneinstieg an der Fernuni Hagen

Bisher hatte die Fernuni Hagen, die sich vor allem aufgrund ihres deutlichen Preisunterschieds zu anderen privaten Hochschulen wachsender Einschreibungzahlen erfreut, den Nachteil, dass sie (wie andere Präsenzuniversitäten auch) fixe Einschreibetermine hatte.

Bisher waren die Einschreibungsfristen für das Wintersemester (Studienbeginn ab Oktober) im Zeitraum 01.06.-15.07. und im Sommersemester (Studienbeginn ab April) im Zeitraum vom 01.12.-15.01. Zwar bietet die Fernuni Hagen hier nach wie vor die Möglichkeit, sich bis zum 15.08., bzw. 15.02 verspätet einzuschreiben (mit Verspätungsgebühr von 25,- €), jedoch war dann auch „Schicht im Schacht“. Wer sich bis dahin nicht angemeldet hat, der musste ein halbes Jahr warten.

Hier waren private Fernstudienanbieter bisher deutlich im Vorteil, die mit „Studienbeginn jederzeit“ werben und sich damit einen Wettbewerbsvorteil schaffen konnten. Nun hat sich auch die Fernuni Hagen an dieses flexible Fernstudienangebot der Konkurrenz angenähert und bietet einen flexiblen Studieneinstieg für alle, die die Frist verpasst haben. Denn nun ist auch nach Ablauf der Einschreibungsfrist der Einstieg in die Studiengänge möglich.

Wie funktioniert der flexible Studieneinstieg an der Fernuni Hagen?

Nun, eigentlich recht simpel: Man ist auch beim flexiblen Studieneinstieg von Anfang an ein „ordentlicher“ Student, d.h., hat im Vergleich zu Studis, die sich innerhalb der Einschreibungsfrist angemeldet haben, keinerlei Nachteile. Einziger Unterschied: Man startet im ersten Semester mit nur einem einem Modul aus dem gewählten Studiengang, ab dem zweiten Semester wird das Fernstudium im üblichen Semesterrhythmus fortgesetzt.

Welche Einschränkungen gibt es beim flexiblen Studieneinstieg?

Der Flexible Studieneinstieg an der Fernuni Hagen gilt generell für Bachelor- und Masterstudiengänge, als auch für das Akademiestudium, ist allerdings nur für eine beschränkte Anzahl an Modulen möglich. Zur Erklärung: Das Akademiestudium an der Fernuni Hagen entspricht dem Gasthörerstudium an Präsenzhochschulen, d.h. man schreibt sich nicht in einen Fernstudiengang ein, sondern belegt nur einzelne Kurse/Module eines Fernstudiengangs. Ein bestimmter Schulabschluss (z.B. Abi) ist hierfür nicht erforderlich).

Die Fernuni begründet dies mit den Worten:

„Wir möchten Ihnen auch bei einem verspäteten Einstieg eine qualitativ hochwertige Betreuung anbieten. Diese kann derzeit aus Kapazitätsgründen nur für die vorgenannten Module gewährleistet werden.“

So können bei den Bachelorstudiengängen nur die Eingangsmodule beim flexiblen Studieneinstieg gewählt werden. Bis auf zwei Ausnahmen im Bachelorstudiengang Informatik (Kurs 01141 Mathematische Grundlagen, Kurs 01608 Computersysteme) kann man bei den Eingangsmodulen der Bachelorstudiengänge den flexiblen Studieneinstieg auch für das Akademiestudium nutzen.

Für den Flexiblen Einstieg in das Bachelor-Fernstudium Wirtschaftswissenschaft kann nur das Modul „Einführung in die Wirtschaftswissenschaft“ (31001) gewählt werden, welches man im ersten Semester i.d.R. ohnehin bearbeitet.

Bei den Masterstudiengängen sieht dies etwas anders aus. Hier können pro Masterstueingang zwar auch eine begrenzte Anzahl an Modulen/Kursen für den flexiblen Studieneinstieg genutzt werden. Allerdings ist das Akademiestudium hier nur für das wirtschaftswissenschaftliche Modul möglich. Dabei handelt es sich um das Modul „Vertiefung der Wirtschaftsmathematik“ (32741) , welches Bestandteil der Masterstudiengänge Wirtschaftswissenschaft und Volkswirtschaftslehre ist.

Wann werden die Studienunterlagen verschickt?

Der Versand der Studienunterlagen erfolgt auch beim Flexiblen Studieneinstieg zu den vorgesehenen Bearbeitungsterminen. Hat man sich erst nach diesem Termin angemeldet, verschickt die Fernuni die Unterlagen zum nächstmöglichen Versandtermin.  Was dies genau bedeutet, habe ich leider nicht herausgefunden, jedoch sagt die Fernuni Hagen auch, dass es möglich ist das Studienmaterial auch in verkürzter Zeit bis zur Abschlussprüfung zu bearbeiten. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht! Jedoch sollte man beachten, dass die Bearbeitungstermine bei verspäteten Anmeldungen nicht verlängert werden, da das Fernstudium an der Fernuni weiterhin im üblichen Semesterrhythmus stattfindet und auch die Betreuung und die Abschlussprüfungen diesem Rhythmus folgen.

Da aber der Flexible Studieneinstieg im Wintersemester bis zum 15.11. begrenzt ist und man zudem „nur“ ein Modul zu bearbeiten hat, sollte sich das im Rahmen des Machbaren befinden.

Welche Kosten entstehen beim Flexiblen Studieneinstieg?

In dem Semester, in welchem man den Flexiblen Studieneinstieg nutzt, zahlt man nur die Gebühr für das ausgewählte Modul, sowie den Studierendenschaftsbeitrag von 11,- €. Zudem wir auch die Gebühr für die Anmeldung außerhalb der Einschreibungsfrist erhoben (25,- €).

Résumé zum Flexiblen Studieneinstieg:

Mit Einführung des Flexiblen Studieneinstiegs hat die Fernuni Hagen einen großen Schritt zur Annäherung des Angebots privater Fernhochschulen getan. Zwar ist immer noch kein „Studienbeginn jederzeit“ möglich, jedoch sind Studieninteressierte deutlich flexibler bei der Anmeldung. Da die Fernuni Hagen staatlich finanziert wird, ist es verständlich, dass sie bei den Einschreibungsfristen nicht ganz so flexibel vorgehen kann, wie private Anbieter. Für diesen Zusatz an Fleibilität zahlt der Fernstudent an einer privaten Fernhochschule jedoch gerne mal das sechsfache, wie an der Fernuni Hagen.

Mit dem Fleiblen Studieneinstieg, sowie dem erweiterten Studienzugang für beruflich Qualifizierte ohne Abitur (ab dem Wintersemester 2010/11) ist es kein Wunder, dass die Zahl der ErsteinschreiberInnen an der Fernuni Hagen im Witersemester 2010/2011 um 75,4 Prozent (!) gestiegen ist.

Ich würde sagen: Die Fernuni Hagen sägt immer kräftiger am Stamm der privaten Fernstudienanbieter und kann immer mehr Studierende für sich gewinnen. Zwar liegt sie bzgl. des Studienangebotes und evtl. auch im Bereich der Studienbetreuung hinter den privaten Fernhochschulen, jedoch muss die große Preisdifferenz ja auch irgendwo begründet werden. Und wer weiß, wie sich der Anteil der Fernuni in den nächsten Jahren entwickelt – Die Tendenz geht jedenfalls in eine wohl sehr erfreuliche Richtung für die Fernuni Hagen!

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

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