Durchfallquote und Abbrecherquote an der Fernuni?

Gestresster Fernstudent

Ich bin bereits bei einem Artikel auf das Thema Fernstudium und Arbeitgeber eingegangen, nun hatte ich am Freitag ein – sagen wir mal interessantes – Gespräch mit meinem Kollegen zum Thema Fernstudium an der Fernuni Hagen. Mein Kollege weiß, dass ich in diesem Monat mein Wiwi-Fernstudium begonnen habe und wies mich am Freitag darauf hin, dass die Durchfall- und/oder Abbrecherquote an der Fernuni Hagen bei 98% liegen soll (?!) und ob ich mir dessen bewusst wäre…

Wenn man bedenkt, dass zwischen Durchfallquote und Abbrecherquote ein großer Unterschied besteht, hat mich diese Äußerung doch schon etwas geschockt. Ich habe diese angeblichen 98% natürlich von vornherein nicht geglaubt, weil das doch schon etwas zu heftig gewesen wäre. Wenn diese Zahl wirklich den Tatsachen entsprechen würde, würden sich wohl kaum so viele Studenten Jahr für Jahr an der Fernuni einschreiben.

Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass mein Kollege davon überzeugt ist, dass das Studienangebot der privaten Fernhochschulen, wie der Euro-FH, deutlich besser ist, als das der Fernuni Hagen. Auch die Chancen, das Fernstudium erfolgreich abzuschließen, lägen bei der Euro-FH (angeblich) deutlich höher. Dies so erstmal so dahingestellt, konkrete Zahlen konnte mein Kollege mir hier auch nicht vorlegen. Daraufhin habe ich etwas recherchiert, um an irgendwelche Daten und Fakten zu gelangen, die mir hier eine genauere Auskunft geben.

Aber bevor ich zu den quantitativen Ergebnissen meiner Recherche komme, möchte ich erstmal auf die qualitativen Unterschiede zwischen einem Fernstudium an der Fernuni Hagen und privaten Anbietern zu sprechen kommen, die die Bemerkungen meines Kollegen unter Umständen stützen könnten.

Kosten Fernuni Hagen vs. privaten Fernhochschulen

Ein Grund, warum die Durchfall- und/oder Abbrecherquote bei privaten Anbietern niedriger sein könnte, als bei der einzigen staatlichen Fernuniversität in Hagen, sind die großen Unterschiede bei den Kosten für einen Fernstudiengang. Wenn man bei einer privaten Fernhochschule, wie z.B. der Euro-FH Monat für Monat 300,00 – 400,00 € für sein Fernstudium abdrücken muss, weckt das sicherlich eine andere Motivation, als wenn man im pro Semester „nur“ etwa 250,00 € bezahlten muss, wie es bei mir der Fall war. Die deutlich höheren Kosten erhöhen natürlich gleichzeitig den Druck, regelmäßig zu lernen, rechtzeitig die Einsendeaufgaben einzuschicken und die Prüfungen zu bestehen. Der finanzielle Verlust, den der Abbruch eines solchen, teureren Fernstudiums zur Folge hätte, wäre deutlich höher, als der Abbruch eines Fernstudiums an der Fernuni Hagen.

Ein Fernstudium ist alles andere als einfach. Viele Fernstudenten unterschätzen den Lernaufwand und spielen während des Fernstudium eventuell mit dem Gedanken, dass Fernstudium abzubrechen. Die Doppelbelastung Fernstudium und Beruf, weniger Freizeit, der hohe Anspruch, Lernprobleme etc. können alles gute Gründe für einen Studienabbruch sein. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Schritt zu einem Studienabbruch an der Fernuni Hagen aufgrund des geringeren finanziellen Einsatzes leichter zu gehen ist, als bei privaten Hochschulen.

So könnte ich mir erklären, warum die Abbrecherquote an der Fernuni Hagen höher sein könnte, als bei privaten Anbieter.

Bessere Studienbetreuung bei privaten Anbietern?

Was Unterschiede bei der Durchfallquote angeht, bin ich mir nicht sicher, ob es hier wirklich gravierende Unterschiede zwischen der Fernuni und privaten Fernhochschulen gibt. Ist der Anspruch der Fernuni Hagen womöglich höher? Ich weiß es nicht, gehe aber nicht davon aus.

Was ich mich allerdings schon gefragt habe ist, ob die Betreuung während des Fernstudium an einer privaten Hochschule besser ist, als bei der Fernuni. Ich meine, irgendworin muss diese große Preisdifferenz doch begründet sein! Nur worin? Sind es die qualitativ hochwertiger aufbereiteten Studienmaterialien oder die bessere persönliche Betreuung durch einen persönlichen Lerncoach?

Immerhin wirbt z.B. die Euro-FH mit den Worten:

Ihr persönlicher Studienbetreuer ist für Sie da! Service und Betreuung haben bei uns oberste Priorität. Vom ersten Tag an steht Ihnen Ihr persönlicher Studienbetreuer für alle organisatorischen Fragen zur Seite. An ihn können Sie z. B. Fragen zum Studienablauf, zu Seminaren oder zur Prüfungsanmeldung richten. Er gibt Ihnen praktische Tipps, hilft Ihnen bei der Organisation Ihres Studiums und ist als Lerncoach für Sie da!“

Bei der Fernuni Hagen hingegen gibt es lediglich allgemeine Kontaktdaten, aber immerhin Email-Adressen und Telefonnummern, an welche man sich bei Fragen wenden kann. Könnte dieser Unterschied gleichzeitig eine Differenz in der Durchfallquote begründen? Sind die Prüfungen bei privaten Anbietern einfacher oder erhalten Fernstudenten an privaten Fernhochschulen mehr Unterstützung, um die Prüfungen erfolgreich zu bestehen?

Eine konkrete Antwort zu dieser Fragen kann ich leider nicht geben. Ich kann lediglich von meinen Erfahrungen an der Fernuni berichten, welche bisher sehr positiv waren. Dennoch denke ich, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen der Fernuni Hagen und privaten Hochschulen gibt und auch geben muss, um den großen Kostenunterschied zu begründen.

Aus meiner eigenen Sicht der Dinge kann ich nur berichten, dass ich mich bewusst für ein Fernstudium entschieden habe, weil ich „fern“ von allem Trubel (in erster Linie für mich alleine) studieren möchte. Ich lege keinen besonderen Wert drauf, täglich einen persönlichen Studienbetreuuer anrufen zu müssen oder mich großartig betreuen und beraten zu lassen. Und auch wenn man während des Fernstudiums Kontakt zu anderen Studierenden oder Tutoren sucht, erhält man diesen an der Fernuni ebenso, wie bei anderen Fernschulen. Chats, Foren usw. sind jederzeit verfügbar.

Daten, Zahlen & Fakten

Kommen wir nun zum quantitativen Teil der Fragestellen: Ist die Abbruch- und Durchfallquote an der Fernuni Hagen wirklich so hoch? Ich habe ein bisschen recherchiert und laut Wikipedia beträgt die Quote der Studienabbrecher im ersten Studienjahr etwa 50 Prozent. Dafür soll sie in den Folgejahren deutlich unter den durchschnittlichen Abrruchquoten der Präsenzuniversitäten liegen.

Was die Durchfallquote an der Fenruni Hagen angeht, habe ich leider keine genauen Angaben gefunden, dafür aber diverse Statistiken, aus denen sich ebenso Schlussfolgerungen ziehen lassen.

Zum einen kann man sich anschauen, wie viele Studenten jährlich das Studium erfolgreich abgeschlossen haben (Absolventen-Statistik):

Bestandene Abschlussprüfungen – insgesamt

Im Jahr 2009 haben der Statistik nach also insgesamt 1.904 Studenten die Abschlussprüfung bestanden. Dieser Zahl könnte man nun die Zahl der neuen Studierenden in diesem Jahr gegenüberstellen, um einen ungefähren Hinweis zu erhalten, wie hoch die Bestehensquote an der Fernuni Hagen ist. Die Berechnung ist zugegebenermaßen alles andere als valide, aber mir geht es in erster Linie darum, einen waagen Hinweis zu erhalten.

Man muss natürlich berücksichtigen, dass die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen im Jahre 2009 die Absolventen aller Studiengänge einschließt, egal, wann sie ihr Studium abgeschlossen haben, hier wird also nicht nach Sommer- und Wintersemester unterschieden. Stellt man dieser Zahl die Zahl der neuen Studenten gegenüber, muss man auch hier berücksichtigen, wann sich die Studenten neu eingeschrieben haben. Die Einschreibefrist für das Sommersemester 2009 ging vom 01.12.2008-15.01.2009, die Einschreibungsfrist für das Wintersemester 2009/2010 ging vom 01.06.-15.07.2009 Um nun die Zahl der neuen Studenten im Jahr 2009 zu ermitteln, müsste man demnach die volle Zahl der Neu- und Ersteinschreibungen des Wintersemesters und einen Teil der neuen Studierenden des Sommersemester zusammenzählen, da ein Teil der Neu- und Ersteinschreibungen im Sommersemester 2009 noch im Vorjahr 2008 erfolgte.

Die Zahl der neuen Studierenden im Wintersemester 2009 betrug insgesamt 18.257 Studenten. Für das Sommersemester 2009 haben sich insgesamt 14.334 Studenten für ein Fernstudium an der Fernuni Hagen eingeschrieben. Da rund 2/3 der Neu- und Ersteinschreibungen für das SS 09 ins Jahr 2008 fielen (Einschreibunsgfrist war vom 01.12.2008-15.01.2009), nehmen wir nur 1/3 der Neu- und Ersteinschreibungen.

Demnach kommen wir im Jahre 2009 auf 18.257 neue Studenten aus dem Wintersemester 2009/2010+ anteilig 4.778 neue Studenten aus dem Sommersemester 2009. Macht zusammen: 22.735 Neu- und Ersteinschreibungen im Jahr 2009.

Stellt man dieser Zahl nun die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen gegenüber, kommt man zu dem Schluss: Im Jahr 2009 haben sich (ungefähr) 22.735 neue Studenten an der Fernuni Hagen eingeschrieben, im gleichen Jahr haben insgesamt 1.904 Studenten erfolgreich ihre Abschlussprüfung bestanden. Stellt man diese beiden Zahlen nun gegenüber, kommt man zu einer Abschlussquote von 8,37 %. Das wäre ja nicht wirklich viel. Ich habe das gleich nochmal für das Jahr 2008 nachgerechnet un kam dort auf eine Quote von 10,42 %.

Man muss aber dazu sagen, dass die Zahl statistisch nicht relevant ist und auch die Berechnungsmethode – naja, sagen wir mal – eher eine Notlösung darstellt, da hier einfach die Zahlen eines Jahres gegenübergestellt wurden. Zudem wurden für die Berechnung die allgemeinen Statistikdaten verwendet, die realen Zahlen dürften sich je nach Studiengang, Geschlecht etc. auch nochmal deutlich unterscheiden.

Zumal gibt die Abschlussquote keine Auskunft darüber, wie viele Studenten, die die Abschlussprüfung nicht bestanden haben, das Studium abgebrochen und wie viele tatsächlich durchgefallen sind. Die Anzahle der Studienabbrecher ist ja auch nicht in jedem Jahr gleich hoch.

Fazit

Die Fernuni Hagen bietet eine Vielzahl an Statistiken – leider keine zur Durchfall- und Abbrecherquote. Auch wenn die Schwelle zum Studienabbruch (aufgrund der geringeren Kosten an der Fernuni Hagen) niedriger sein könnte, als bei privaten Fernhoschulen und die womöglich bessere Studienbetreuung privater Anbieter zu einer niedrigeren Durchfallquote führen könnte, ist letztendlich jeder seines Glückes eigener Schmied.

Fernstudium bleibt Fernstudium – stressig, lernintensiv und manchmal auch frustrierend. Aber die Motivation, es durchzuziehen und ein Ziel vor Augen zu haben, diese Anreize muss jeder für sich selbst schaffen. Natürlich können einzelne, äußere Umstände, wie der Kostenfaktor, andere Personen (Vorgesetzte, Familie) oder auch die Unterstützung während des Fernstudium (durch Fernlehrer, Tutoren, Nachhilfe etc.) den inneren Antrieb beeinflussen, aber man hat es letztendlich doch immer selbst in der Hand.

Und auch wenn die Betreuung an privaten Hochschulen, wie der Euro-FH vielleicht intensiver ist, kann man sich doch auch bei einem Fernstudium an der Euro-FH Unterstützung holen. Entweder durch intensivere Selbstrecherche bei schwierigen Fragestellungen oder durch die Bildung von Lerngruppen, das Engagieren eines Nachhilfelehrers etc. Schließlich sollte man sich bei einem Fernstudium an der Fernuni Hagen auch dessen bewusst sein, dass man hier nur einen Bruchteil davon zahlt, was Fernstudenten privater Anbieter zahlen.

Das Niveau an der Fernuni Hagen ist sicherlich hoch und anspruchsvoll. Der Abschluss wird niemandem geschenkt, aber ich bin mir sicher, dass man es mit etwas Selbstdisziplin und Engagement schaffen kann und letztendlich einen eigenen Beitrag zu Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen beiträgt. Also, nicht von Kollegen oder negativen Äußerungen zur Durchfall- und Abbrecherquote runterreißen lassen, sondern das Ziel stets vor Augen haben ;)!


Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

24 Kommentare zu "Durchfallquote und Abbrecherquote an der Fernuni?"

  1. Sehe ich genauso.
    Was genau bringen Statistiken über Abbrecherquoten? Falls niedrig = einfach? Falls hoch = schwer? I dont think so…

    Ich denke gerade bei einem Studium zählt einzig und allein der Wille und Ergeiz. Daher sollte man wie du schon sagst an solchen Statistiken bloß keinen Zusammenhang mit persönlichen Erfolgschancen setzen…

    Zur hohen Abbrecherquote: Interessant wäre noch zu wissen ob z.B. überdurchschnittlich viele Studenten ohne Abitur abbrechen, da evtl. einige Grundlagen fehlen?

    • Hey Tobi,

      danke für deinen Kommentar!

      Das mit dem Abitur ist ein interessanter Gedanke. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gibt.

      Ich habe am Wochenende angefangen für Lineare Algebra zu lernen und kann mir denken, dass es für Studenten ohne das notwendige mathematische Grundwissen (z.B. Differential-/Intergralrechnung)echt schwer ist. Es ist auch für mich schwer, den ganzen Kram wieder ins Gedächtnis zu rufen…

      Und auch bei einem „normalen“ Studium beträgt die Abbrecherquote laut Spiegel 20% (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,671595,00.html). Beim Fernstudium ist wohl höher, weil bei Berufstätigen (80% aller Studenten an der Fernuni-Hagen) der Faktor Zeit eine viel größere Rolle spielt und viele zugunsten der Familie oder aufgrund der starken Doppelbelastung das Studium abbrechen.

      Viele Grüße,
      Alicia

  2. Hi Alicia,

    ja, davor graut es mich ein wenig auch… 🙂
    Habe jetzt nach meiner fast 3jährigen Ausbildung mit Mathematik eher in ganz anderen Bereichen zu tun gehabt, wenn ich mir mal meine alten Hefte aus dem Gymnasium anschaue verstehe ich erstmal 90% nicht mehr ^^

    Naja, aber das ist normal. Man hat immer den Lichtblick zu sagen, dass mans ja schonmal verstanden und benutzt hat 😉

  3. Hallo Alicia, hallo Tobi,

    ich möchte zum Thema „Nicht-Abiturienten“ einfach mal so als Denkanstoss meine persönliche Situation schildern:

    Ich war an einer höheren technischen Lehranstalt in Österreich, vergleichbar mit eurer Ingineurschule. Die letzte Klasse vor dem Abschluss mit Matura (fachspezifisch, etwa schwieriger als euer Abi) hätte ich aus naheliegenden Gründen wiederholen müssen, was aufgrund der finanziell angespannen Situation meiner Eltern schlichtweg nicht möglich war. Nun, einige Jahre später und reifer, finde ich die Motivation, ein Studium zu beginnen, hätte aber an sich keine Chance, da ich ja keine Studienberechtigung habe. Von der Qualität meiner Schule und weiteren Ausbildung im Berufsleben her, traue ich mir aber ohne wenn und aber zu behaupten, dass ich über jeden Abiturienten zu stellen bin.
    Insofern kann man das Ganze etwas differenziert betrachten, wobei ich natürlich nicht abstreiten will, dass es genügend Leute gibt, die sich ob der günstigen (finanziellen) Konditionen und des relativ leichten Einstiegs einfach mal einschreiben lassen!

    Das Ganze lässt mich zu dem Schluss kommen, dass die Regelung insgesamt gut ist, jedoch noch leichte Anpassungen vorgenommen werden müssen!

    Ansonsten viel Spass bei WiWi, ich häng auch grad mittendrin im ersten Semester!

    • Hallo Fredl,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Sicht der Dinge.

      Ich finde es super, dass du dich noch zu einem Studium motivieren konntest. Ich denke auch, dass man einfach beachten muss, dass die Studenten ihr Fernstudium mit unterschiedlichen Vorkenntnissen beginnen. Dein Abi war sicherlich anspruchsvoller als andere, ich z.B. hab ja nicht mal ein Abi, sondern nur die Fachhochschulreife! Da war an der FOS nicht mal zum Thema Integralrechnung gekommen sind, habe ich in diesem Semester noch einiges vor mir, traue mir das aber auch zu.

      Hier ist später jeder selbst gefragt, wie motiviert er ist, sich u.U. auch einige zusätzliche Lehrinhalte und Grundlagen selbst anzueignen. Ich denke einfach nicht an die Abbrecherquoten (auch wenn ich sie nachvollziehen könnte). Man muss sich einfach auf sich selbst konzentrieren und das Ziel nie aus den Augen verlieren!

      Ich wünsche dir auch viel Spaß bei deinem Studium und viel Erfolg ;)!

      Viele Grüße,

      Alicia

  4. Hallo Alicia,
    toller Blog, bin zufällig bei meiner Suche nach Durchfallquoten der Fernuni drauf gestoßen.
    Zu deiner Statistik und dem daraus resultierenden Fazit hab ich mir Gedanken gemacht, eine Erfolgsquote von 8-10% halte ich schon für möglich, aber Sie könnte auch besser aussehen.
    Wenn man die erfolgreichen Abschlüsse alleine beim Bachelor betrachtet, haben sich diese von 2006 bis 2009 mehr als verdoppelt.
    Also wird sich die Zahl der Einschreibungen von 2006-2009 ebenfalls gesteigert haben, somit kann man die Anzahl der neuen Studierenden 2009 nicht der Anzahl erfolgreicher Abschlüsse 2009 entgegenstellen.
    Ich weiß nicht wie stark die Einschreibungen in den Jahren gestiegen sind, aber wenn sie sich im Bereich 10-12 tausend im Jahr 2006 bewegen sieht die Statistik zu den 1904 Abschlüssen besser aus.
    Viele Grüße
    Dirk

  5. Hallo Dirk,

    vielen Dank für deinen Kommentar! Du hast Recht, die Erfolgsquoten könnten wirklich besser aussehen. Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass die Fernuni Hagen Jahr für Jahr mehr Neueinschreibungen verzeichnen würde, wenn die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss so schlecht wären!

    Vielleicht ergänzt die Fernuni ja irgendwann mal ihre Statistiken um die Abbrecher- und Durchfallquoten. Fänd ich jedenfalls super, dann wäre endlich Schluss mit den Spekulationen ;).

    Viele Grüße,

    Alicia

  6. Hi Alicia,
    ich hoffe es geht dir gut. Ich bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen. Bei Google, Akad vs. Hagen eingegeben und schon war ich auf deiner Seite. Ich finde das Thema sehr interessant, da ich mir als Ziel gesetzt habe einen akademischen Abschluss bei einer staatlichen Uni nebenberuflich zu erreichen.
    Da dein letzter Comment bereits anderthalb Jahre zurück liegt, wird es noch interessanter.

    Wie läuft denn dein Studium? Wie sind deine bisherigen Erfahrungen?

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Studierenden hauptsächlich aufgrund der Komplexität der entsprechenden Module scheitern. Viel mehr an der Selbstdisziplin und den dynamischen, sozialen Einflüssen in deren Umfeldern. Ich habe bereits ein Praxisstudium IT- Management absolviert. Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass die Fernuni in einer anderen Liga spielt. Dennoch war es erforderlich über zwei Jahre konstant zu lernen. Bei der Fernuni kann diese Konstante durchaus 20 Stunden pro Woche betragen. Wer daraus nun eine Variable machen möchte, trägt schon zu einer negativen Statistik bei :-). Diese 20 Stunden müssen auch erbracht werden falls Probleme bei der Arbeit, Familie, Freundeskreis bestehen oder man einfach innere Konflikte mit sich selbst herumschleppt. Und das über einen Zeitraum über mehrere Jahre.
    Ein fundiertes Selbst-/Zeit-/ Konfliktmanagement ist definitiv angebracht.

    Ich hoffe Alicia das du noch nicht aufgegeben hast und mir Positives berichten kannst.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort von Dir freuen.

    Gruß Andy

  7. Hey Andy,

    vielen Dank für deinen Kommentar und die Nachrage zu meinem Studium. Ja, seit diesem Artikel ist bereits etwas Zeit vergangen und auch bei mir hat sich einiges geändert.

    Ich habe mich letztes Jahr selbstständig gemacht und habe schnell festgestellt, dass ich die 20 Stunden pro Woche für mein Teilzeitstudium nicht mehr aufbringen kann. Zunächst habe ich versucht, das Pensum auf ein Modul pro Semester und 10 Stunden pro Woche herunterzuschrauben, jedoch hätte die Studiendauer bei dem Tempo gefühlte 10 Jahre betragen…

    Dazu kam, dass das Wiwi-Fernstudium für mich inhaltlich nicht mehr zielführend war. Als Angestellte wollte ich mich damals nebenberuflich für eine Karrierelaufbahn in der Wirtschaft qualifizieren. Doch dieses Ziel verfolge ich nicht mehr. Daher habe ich mich vor Kurzem entschieden, dass Studium abzubrechen und diese Entscheidung war auch richtig.

    Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft wieder zu studieren, dann jedoch an einer Präsenzuni und in der Richtung Sport/Ernährung – Also was ganz anderes.

    Mit dem „fundierten Selbst-/Zeit-/ Konfliktmanagement“ hast du absolut Recht. Das Studium an der Fernuni ist durchaus zu schaffen. Allerdings muss man stetig am Ball bleiben, sich selbst Termine setzen und diese auch einhalten. Das ist schwerer, als gedacht – Vor allem, wenn man nebenbei noch Job, Familie und Hobbys unter einen Hut bringen muss.

    Wenn man aber weiß, wofür man diese Opfer bringt und mit dem Studium ein klares Ziel verfolgt, fällt es auch wesentlich leichter, sich zu motivieren!

    Ich finde es super, dass du über ein Fernstudium nachdenkst und dich vorab mit dem Thema auseinandersetzt. Solange du einen Studiengang wählst, der dich wirklich interessiert (und ans Ziel bringt) und grundsätzlich die Zeit für ein Studium aufbringen kannst (und willst), dann stehen die Karten für einen erfolgreichen Abschluss gut.

    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute, falls du dich für ein nebenberufliches Studium entscheidest und viel Spaß beim Lernen!

    Liebe Grüße,

    Alicia

  8. Hallo Alica,

    sehr schöner Artikel.

    Ich möchte auf die „Vorteile“ einiger privater Hochschulen eingehen:

    …dass mein Kollege davon überzeugt ist, dass das Studienangebot der privaten Fernhochschulen, wie der Euro-FH, deutlich besser ist, als das der Fernuni Hagen…………….

    Man muß nur auf Youtube gehen oder im WWW suchen , in Tagespresse rumblättern und man sieht überall die Selbstbeweihräucherung der privaten Hochschullandschaft, die ja so eng mit der Wirtschaft zusammenarbeitet!

    Da hat mal ein ganzer Abschlussjahrgang ein Durchschnittsnote von 1,6 natürlich alles in Regelstudienzeit von 36 Monaten neben der Belastung des Jobs!

    Applaus!Applaus!Applaus!

    Wenn die durchschnittliche Note eines Jahrgangs 1,6 ist, was ist der Abschluss da noch wert? Ich habe nur eine 1,7 !!! Hilfe!

    „Man habe den Studienplan im Zusammenarbeit mit der Wirtschaft entrümpelt……“

    Privat ist ja immer besser! Das alltägliche Gebet !

    Was hinter der Kulisse abläuft, dass interessiert keinen, da klopft man sich gegenseitig auf die Schulter und gratuliert sich gegenseitig, wie herausragend man sein.

    Man wirbt damit Elite zu sein!

    Jeder der an einer privaten Hochschule per Fernstudium seinen Abschluss machen will , möchte sich doch mal mit Studenten treffen und sich das Lehrmaterial und die Klausuren ansehen.

    Manche sind auch ganz ehrlich und geben offen zu:

    Hey, da gibt es Dozenten, die erstellen in der letzten Stunde vor der Klausur Aufgaben die nahezu 1:1 mit der Originalklausur sind!

    Oder noch unglaublicher, die Klausur landet auf den Schreibtisch des Studenten ( Tage vor der Klausur, nicht nach der Klausur).

    Ich möchte nicht alle privaten Hochschulen abwertenn,selbstverständlich ist staatlich auch nicht immer besser.

    Aber wenn wirtschafliche Interessen (des Bildungsanbieters, Money, Money) und Bildung zusammentreffen und hohen Durchfallquoten abschreckend sind für die Anzahl zukünftiger Studenten, wundert es doch keinen , dass Durchfallquoten niedrig sind,da schädlich für das Geschäft.

    Und wenn ein Student bis zu 15T€ für 3 Jahre Studium auf den Tisch legt, dann kann doch ein Student erwarten, dass er in der Regelstudienzeit eine überaus „faire“ Chance auf einen Abschluss erhält.

    Warum bezahlt man für ein Studium bis zu 15 T€ , wenn man für 2 T€ an der Fernuni Hagen den gleichen Abschluss erlangen kann?

    Wegen der

    besseren Betreuung ?
    besseren Lehrpläne ?
    besseren Lehrmaterialien ?
    praxisnäheren Stoffvermittlung ?

    oder

    wegen der 9X% Bestehens“garantie“ ?

    Eine Studentin einer privaten Hochschule nannte es ***** ****** !

    Viele Grüße

    Adil

  9. Hey Adil,

    vielen Dank für deinen interessanten und ausführlichen Beitrag!

    Die Kluft zwischen den Studiengebühren an der Fernuni und bei privaten Anbietern ist in der Tat immens. Ich bin auch der Meinung, dass sich Preisunterschiede im fünfstelligen Bereich nicht durch mehr Studienzentren, besseres Studienmaterial und eine internationale Ausrichtung rechtfertigen lassen.

    Fakt ist: Der private Fernstudienmarkt ist ein riesen Geschäft. Bildung ist zwar immer eine gute Investition, allerdings tun mehrere Hundert eure im Monat schon weh. Viele lassen sich natürlich von den „Erfolgsstorys“ und den hohen Bestehensquoten locken. Da die Einrichtungen Wirtschaftsunternehmen sind und unter dem Gewinnaspekt agieren, ist es prinzipiell auch legitim, die Produkt verkaufsfördernd zu bewerben.

    Wenn das mit den Klausuren tatsächlich stimmt und gute Noten leichter zugänglich zu machen, ist das natürlich nicht im Sinn der Sache. Zumal sich sowas ja auch rumspricht und negativ auf die Anbieter zurückfällt.

    Der Nachteil der Fernuni Hagen ist, dass das Studienangebot recht begrenzt ist. Ansonsten kann ich aus meiner Erfahrung nichts Negatives berichten. Die Unterlagen sind sehr anspruchsvoll und werden einem Uni-Studium gerecht. Außer Vorbereitungsveranstaltungen zu den Klausuren, gibt es kaum Hilfe. Für gute Noten muss man sich schon selbst anstrengen. Selbst die Eingrenzung des Klausurstoffes ist eine Seltenheit! Aber das ist auch gut so.

    Wäre mal interessant, die Materialien und „Hilfestellungen“ der privaten Anbieter zu sehen. Für mich ist ein Studium bei einem privaten Anbieter ohnehin nie in Frage gekommen, da ich nicht bereit bin, so viel Geld für ein Studium auszugeben. Da geh ich doch lieber nochmal an die Uni ;).

    Viele Grüße,

    Alicia

  10. Hallo Alicia,

    anbei ein Link zur Zeit-Online.

    http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2012-07/turbo-student-fom/seite-1

    Ein Artikel über einen Student, der an einer privaten FH, mal eben einen Bachelor und Master zusammen in 4 Semestern geschafft haben, statt in den üblichen 11 Semestern.

    Ohne Frage, die Leistung verdient Respekt:)
    Nur Schade, dass die FH trotzdem den vollen Preis für das Studium abkassieren will, obwohl er nur 1/3 der Zeit beansprucht hat.
    Absurd ? Oder nur Versuch der FH andere davon abzuhalten dem Beispiel mit mehr oder weniger Erfolg folgen und die wahren Anspruch der „Studiengänge“ zu offenbaren?

    Wäre gleiches ohne besondere Vorbildung bei der Fernuni nebenberuflich möglich?

    Viele Grüße

    Adil

  11. Hallo Adil,

    vielen Dank für deinen Kommentar und den Hinweis zum Artikel auf Zeit.de. Den habe ich auch schon gelesen. Die Leistung des Turbo-Studenten ist echt beeindruckend!

    Man kann natürlich nur schwer beurteilen ob das überdurchschnittlich schnelle Tempo aufgrund des hohen Engagements oder der Intelligenz des Studenten oder aber vielleicht doch am niedrigen Anspruch der FH lag…

    Die Fernuni Hagen berichtet zwar auch ab und zu von Erfolgsgeschichten, wo jemand seinen Bachelor neben einem Vollzeitjob in Regelstudienzeit absolviert hat (was auch schon eine beachtliche Leistung ist!), aber so ein Turbo-Tempo würde mich an der Fernuni schon stutzig machen.

    Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten und für mich waren ein Teilzeitstudium, bzw. 2 Module pro Semester neben dem Job schon zu viel. Wenn ich wirklich meine komplette Freizeit in das Studium gesteckt hätte, wäre es vielleicht machbar gewesen. Aber letztendlich waren das Lernpensum und der Lernaufwand für gute Noten schon sehr hoch.

    An der Fernuni Hagen wird es einem nicht leicht gemacht, da muss man sich schon alleine durchboxen. Was private Anbieter betrifft, habe ich aber auch schon gehört, dass die Klausuren sehr leicht sein sollen. Teilweise sollen die Fernstudenten in den „Vorbereitungsveranstaltungen“ exakt dieselben Aufgaben durchgehen, wie sie in den Klausuren vorkommen. Auch die Betreuung soll intensiver sein.

    Das würde auch die wesentlich niedrigere Abbruchquote bei privaten Fernhochschulen erklären. Bei den hohen Studiengebühren müssen private Anbieter ja auch irgendwelche Argumente finden, die den Preis rechtfertigen. Und gute Noten und niedrigere Abbruchquoten machen sich als Aushängeschild immer gut.

    Man kann sicherlich nicht alle privaten FHs über einen Kamm scheren, aber die Unterschiede zur Fernuni sind z.T. schon gewaltig – Sowohl im Preis, als auch in der Qualität und dem akademischen Anspruch.

    Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob sich die hohen Studiengebühren bei privaten Anbietern auszahlen. Ich würde dort daher immer das vierwöchige Probestudium in Anspruch nehmen. Und auch an der Fernuni Hagen lohnt es sich, zunächst vielleicht nur ein Modul zu belegen und das Studium zu testen. Eventuell kommt ja sogar ein Präsenzstudium in Frage, welches ich nach meiner Fernstudienzeit – falls die Möglichkeit besteht – definitiv bevorzugen würde!

    Viele Grüße,

    Alicia

  12. Hallo,
    Ich bin gerade mit einem 4-semestrigen Bachelor-Aufbau-Fernstudium an einer privaten Fernschule fertig geworden. Bis auf ein paar drastische Erfahrungen in wenigen Einzelfächern war die Qualität ok, und geschenkt wurde auch nix.
    Trotzdem würde ich Adil mit seiner eher kritischen Haltung hier zustimmen: teuer ist nicht automatisch besser, und eine hohe Durchfallquote kann für hohe Ansprüche, aber auch für lausige Qualität von Inhalten sprechen.
    Ich finde, dass ein hoher Anteil sogenannter Schischi-Fächer schon mal ein guter Anhaltspunkt ist. Wenn man da mal die FOM des Schnellstudenten nimmt: da ist schon relativ viel aufgeblasen Klingendes dabei. Es trotzdem eine reife Leistung, das derart durchzuziehen wie der Student und seine Kollegen, aber – manchmal sind auch die Inhalte nicht mehr wert, als es sportlich durchzuziehen. Einen Abschluss machen, um ihn zu haben, um anschließend WIRKLICH inhaltlich was zu lernen, wie er es vorhat – ist leider bei der Beliebigkeit von Abschlüssen vermutlich die einzig richtige Art, damit umzugehen.
    Grüße
    Leo

  13. Hallo Alicia,
    ich studiere zur Zeit Wirtschaftsinformatik an der FOM 😉 und kann vielen Punkten dieser Diskussion voll und ganz zu stimmen. Ich werde nächstes Jahr im August mit dem Bachelor fertig und bin gerade dabei meinen Master zu planen.
    Hierbei eröffnen sich für mich zwei Möglichkeiten:

    1. Teilzeit-Fernstudium an der Fernuni Hagen
    2. Vollzeit-Präsenzstudium

    Ich bin sehr überrascht, dass du nun ein Präsenzstudium dem Fernstudium vorziehen würdest. Daher würden mich die Gründe dafür brennend interessieren. Ich arbeite zur Zeit Vollzeit und bin mit meinem Job sehr zufrieden. Daher ist die Hürde ein Präsenzstudium zu beginnen sehr hoch. Da ich aber „erst“ 23 Jahre alt bin, steht zeitlich gesehen einem Präsenzstudium nichts im Wege!

    Wie kommt bei dir also der Sinneswandel zu stande? Ist das Studium doch zu viel Arbeit?

    Wie läuft das mit den Klausuren? Muss man mitunter wirklich die kompletten Kurshefte auswendig lernen um eine gute Note zu schreiben? Oder gibt es doch so etwas wie eine Klausurvorbereitung?

    Ich danke dir für deine Antworten.

    Gruß,
    Michel

  14. Hallo Michel,

    ich habe mein Fernstudium an der Fernuni Hagen damals auch aufgenommen, weil ich einen guten Job hatte, den ich für ein zweites Studium nicht aufgeben wollte. Ich hatte damals schon ein Präsenzstudium hinter mir und wollte an der Fernuni eigentlich auch den Master machen. Da an der Fernuni jedoch kein Master in Wirtschaftspsychologie angeboten wird, habe ich mich für den WiwiMaster entschieden. Denn eine private Fernhochschule schied für mich aus Kostengründen aus.

    Da ich für den Master aber abgelehnt wurde (zu geringer BWL-Anteil im Erststudium), habe ich mich für den langen Weg zum Master entschieden und wollte erst den Wiwi-Bachelor machen. Insofern war das Studium von Anfang an ein doppelter Kompromiss.

    Am Anfang war ich noch guten Mutes, doch war das Fernstudium viel härter, als ich es mir vorgestellt habe. Zum Einen musste ich viel Zeit investieren, um mein Wirtschaftsmathe aufzufrischen, da die Studienhefte direkt in den Stoff einsteigen. Dazu kam das Problem mit der Zeit. Hätte ich das Teilzeitstudium im gewünschten Tempo (2 Module pro Semester) absolvieren wollen, hätte ich etwa 20 Std. pro Woche investieren müssen.

    Neben einem Vollzeitjob, Sport, Beziehung und den alltäglichen Verpflichtungen ist das fast nicht zu schaffen. Es sei denn man verzichtet komplett auf seine Freizeit. Theoretisch wäre es also zu schaffen, aber in der Praxis hätte mich das Pensum irgendwann zum Burn Out geführt. Ich habe den Lernumfang zunächst auf 1 Modul pro Semester heruntergeschraubt, was wesentlich angenehmer war, aber dann hätte ich ja fast 10 Jahre studieren müssen, bis ich den Bachelor in der Tasche hätte. Mein eigentliches Ziel – der Master – wäre da immer noch in weiter Ferne.

    Hinzu kam, dass ich mich beruflich neu orientiert und selbstständig gemacht habe. Das bedeutete: Noch weniger Zeit und letztendlich auch noch weniger Sinnhaftigkeit was das Studium betrifft. Denn wozu brauchte ich den Wiwi-Bachelor eigentlich noch? War es wirklich das, was mich interessiert, was ich machen will? Nein.

    Und so entschied ich mich für den Studienabbruch, was ich bis heute nicht bereut habe. Ein nebenberufliches Fernstudium hat viele Vorteile und ist für Berufstätige eine super Sache, wenn man denn voll und ganz dahinter steht, Spaß am Inhalt und Lernen hat und mit dem Studium ein bestimmtes Ziel verfolgt.

    Bei mir waren diese Punkte irgendwann nicht mehr erfüllt. Im Moment plane ich, im kommenden Wintersemester Ernährungswissenschaften zu studieren, da das Thema wirklich meinen persönlichen Interessen entspricht. Ein Fernstudium in Ökotrophologie wird ohnehin nicht angeboten, sodass ein Präsenzstudium die einzige Möglichkeit ist.

    Doch auch wenn ich die Wahl hätte, würde ich nach meiner Erfahrung ein Präsenzstudium vorziehen, da ich diesbezüglich keine halben Sachen machen will. Lieber drei Jahre voll durchziehen und sich primär auf das Studium konzentrieren, als 7-10 Jahre diese Doppelbelastung tragen.

    An der FOM hast du den Vorteil, dass es kein Fernstudium, sondern ein Präsenzstudium in den Abendstunden ist. Meiner Meinung nach ist der persönliche Kontakt zu Kommilitonen und Lehrkräften eine wichtige Motivationsstütze. Auch die festen Vorlesungszeiten sind von Vorteil.

    An der Fernuni muss man die komplette Studienorganisation selbst übernehmen, wesentlich mehr Disziplin an Tag legen und sein Zeitmanagement im Griff haben. Das ist wesentlich mehr Arbeit.

    Zu den Klausuren: Die Studienhefte sind zwar die Basis, allerdings kann man z.B. bei Mathe theoretisch auch ohne Studienhefte bestehen, solange man sich an den Inhalten orientiert. Bei den anderen Modulen ist es schon wichtig, die Hefte durchzuarbeiten, man muss sie aber nicht auswendig lernen. Dennoch ist es ein ganzer Batzen an Lernstoff, der nicht immer verständlich erklärt wird. Insofern muss man ggf. noch weitere Quellen zurate ziehen, was wiederum mehr Zeit kostet.

    Die Fernuni bietet in ihren Regional- und Studienzentren auch verschiedene Veranstaltungen, z.B. zur Klausurvorbereitung an. Ich habe zwar keines davon besucht, doch im Nachhinein würde ich definitiv hingegen, da es sicherlich eine große Hilfe ist.

    Ob die Fernuni oder ein Präsenzstudium besser sind, kann ich dir nicht sagen. Das musst du für dich selbst entscheiden und zwischen Job, Studium, Freizeit und Privatleben abwägen, welche Wahl für dich besser wäre. Mit 23 hast du aber noch alle Möglichkeiten!

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung und viel Erfolg auf deinem weiteren Studienweg!

    Viele Grüße,

    Alicia

  15. Es ist ganz einfach. Kunden die viel Geld für ein Studium ausgeben,
    lässt man nur ungern gehen. Normale Studente kann man ruhig
    durchfallen lassen. Daher der Unterschied bei den Abbrecherquoten
    zwischen „Bezahlunis“ und der staatlichen Fernuni Hagen.
    Leider/zum Glück kennen Personaler diesen Unterschied auch sehr
    genau. Wenn Dir die spätere Anerkennung des Abschlusses für den Job
    wichtig ist: Hagen. Wenn Du hinterher nur sagen willst: Habe einen Master:
    Euro-FH oder ähnliches.

    Gruss
    diego

  16. Hallo Diego,

    da ist schon etwas Wahres dran. Es ist echt erstaunlich, dass es solch gravierenden Unterschiede bei den Abbrecherquoten privater Fernhochschulen und der Fernuni Hagen gibt.

    Letztendlich möchte ja jeder Fernstudent sein Studium mit möglichst guten Noten abschließen, aber auch eine vollwertige Anerkennung finden. Die privaten FHs propagieren zwar immer, dass ihr Abschluss dem an einer staatlichen Uni vollkommen gleichgestellt ist (ist er im Prinzip auch), aber wenn versucht wird, die Studenten mit guten Noten zu ködern, ist die Gleichwertigkeit mehr als in Frage zu stellen…

    Viele Grüße,

    Alicia

  17. Sehr interessanter Beitrag. Ich bin persönlich übrigens nicht der Meinung das schlechtere Noten für höhere Qualität einer Bildungseinrichtung stehen, gleiches gilt umgekehrt. Letztendlich kommt es nur darauf an was man nach dem Studiumgang noch drauf hat und hier haben alle Fernstudiengänge einen kleinen Vorteil. Man kann später jederzeit wieder in seine gut aufgearbeiteten Materialien reingucken, während viele Präsenzstudenten diese Möglichkeit generell nicht haben.

    Trotz allem hat natürlich wohl alles – wie im richtigen Leben auch – seine Vor-und Nachteile.

    Liebe Grüße

    matthias

  18. Hallo Matthias,

    vielen Dank für deinen Kommentar und deine Sicht der Dinge.

    Ich sehe das ähnlich. Und unterm Strich zählt nur das, was man aus dem Fernstudium (ins spätere Berufsleben) mitnehmen kann.

    Allerdings gibt es zwischen der Fernuni Hagen und privaten Fernhochschulen in puncto Betreuung sicherlich einen Unterschied. Das ist eigentlich auch selbstverständlich, da die Preisdifferenz auch irgendwie rechtfertigt werden muss.

    Ich denke daher schon, dass man bei privaten Anbietern besser betreut wird und sich das dann später auch auf die Noten auswirkt. Jedenfalls habe ich zu meiner Fernstudienzeit von Seiten der Fernuni Hagen keine Betreuung wahrgenommen.

    Aber das war mir auch nicht so wichtig, schließlich ist man bei einem Fernstudium zum Großteil auf sich alleine gestellt. Aber wenn ich schon 11.000 bis 16.000 Euro in eine private Fernhochschule investiere, würde ich auch mehr Service-Leistung erwarten.

    Den Abschluss bekommt man aber an keiner Fernhochschule geschenkt.

    Viele Grüße,

    Alicia

  19. Hallo Alicia,

    ich habe gerade mein Aufbaustudium an der FernUni Hagen (IWW) erfolgreich abgeschlossen. Daher möchte ich hier ein kurzes Resümee ziehen (und damit Einigen vielleicht die Entscheidung für oder gegen diese Form der Weiterbildung erleichtern).

    Die Entscheidung für genau diese Art der Weiterbildung hatte bei mir mehrere Gründe. Ich bin bereits seit einigen Jahren Diplom Betriebswirtin (BA), wollte meine Kenntnisse aber in einem bestimmten Fachbereich noch vertiefen. Da kamen nicht viele Weiterbildungsangebote in Frage.
    Da ich zudem in Vollzeit berufstätig bin, eine Familie (1 Kind) habe und horrende Kosten vermeiden wollte, bin ich schließlich bei der FernUni Hagen gelandet.

    Positiv für mich war auf jeden Fall die flexible Zeiteinteilung (6-18 Monate für 6 Module). Da ich nicht kontinuierlich lernen konnte, habe ich mich meist 3-4 Wochen vor einer Klausur intensiv mit den prüfungsrelevanten Themen auseinandergesetzt.

    Die Prüfungen sind anspruchsvoll, aber machbar. Für tiefergehende Studien habe ich mir zusätzlich die gängige Fachliteratur besorgt. Die Skripte der FernUni reichen aber in jedem Fall für die Anforderungen in den Prüfungen aus.

    Meiner Meinung nach ist der Anspruch gerade bei Vertiefungsfächern recht hoch. Mir fehlt zwar – inhaltlich gesehen – jegliche Vergleichsmöglichkeit mit anderen Weiterbildungseinrichtungen, aber ich denke, die Qualität des hier vermittelten Fachwissens ist sehr gut.

    Inwieweit sich der erfolgreiche Abschluss in beruflicher Hinsicht auszahlen wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Jedenfalls kenne ich auch im Freundes- und Bekanntenkreis niemanden, der schon an der FernUni studiert hat. Und dadurch evtl auch bessere Jobchancen hatte.

    In jedem Fall habe ich mein Wissen erweitern können und kann weiter darauf aufbauen. Mir persönlich hat das Fernstudium sehr gut gefallen. Und werde es uneingeschränkt weiter empfehlen.

    Viele Grüße

    Susanne

  20. Hey Susanne,

    vielen Dank für deinen Kommentar und den ausführlichen Bericht zu deinen Fernstudium!

    Das IWW Hagen ist wirklich eine gute Alternative zu Aufbaustudiengängen an anderen privaten Fernhochschulen, wie z.B. der Euro-FH. Voraussetzung ist i.d.R. ein Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums, den du ja hattest.

    Hut ab erstmal, dass du dich trotz Vollzeitjob und Kind für das Fernstudium entschieden hast. Du bist ein gutes Beispiel dafür, dass man es trotz straffem Alltag schaffen kann, sich nebenberuflich weiterzubilden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

    Solange man mit dem Fernstudium ein Ziel verfolgt und motiviert ist, kann man es schaffen. Die hohe Flexibilität ist natürlich ein Pluspunkt. Trotzdem sollte man laut IWW durchschnittlich 10 Stunden pro Woche einplanen.

    Den hohen Anspruch der Fernuni kann ich nur aus meiner Fernstudienzeit bestätigen. Ich kam ehrlich gesagt nicht immer gut mit den Studienheften aus (vor allem bei Mathe), inhaltlich hätten die aber auch gelangt.

    Hinsichtlich der Qualität des Fernstudiums brauchst du dir bei der Fernuni keine Sorgen zu machen – Die ist super! Ich bin mir sicher, dass sich der Abschluss auch beruflich auszahlen wird.

    Und wie du schon schreibst: Auf jeden Fall hat du dein Wissen erweitert. Das kann dir keiner mehr nehmen ;).

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

    Viele Grüße,

    Alicia

  21. An der FUH schaffen weniger die Klausuren / das Studium weil es eine UNIVERSITÄT ist und die Eruo FH eben eine FH.
    An Präsenzuniversitäten sind die Abbruchquoten auch deutlich höher als an Präsenz Fachhochschulen.

    Man muss auch bedenken, dass an der FUH haupttsächlich Akademiker, also Menschen die bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen haben, studieren. An solchen FH’s sind es eher „Aufsteiger“, die nach Meister / Techniker /Fachwirt nochmal vorankommen wollen.
    Den Ehrgeiz und Fleiß in Ehren.. aber Ich gehe davon aus das im Mittel (im Mittel, nicht bei Allen) der IQ der Uni Studenten höher ist als der von FH Studenten.

    Nicht Falsch verstehen, jemand, der an der FH gut ist könnte auch an der Uni gut sein. Jemand der an der FH schlecht ist wird auch an der Uni schlecht sein. Wer aber schlecht an der Uni ist muss noch lange nicht schlecht an der FH sein.

    Zu guter Letzt bezahlt man an der FH ordentlich viel Geld, es liegt also im Interesse der (gewinnorientierten) FH, die Studenten möglichst lange bei Laune zu halten und die EURO-FH hat sicher nix dagegen, wenn der Student X Kollegen Y berichtet wie gut Job und EURO-FH Studium vereinbar sind.

    Zu guterletzt ist es natürlich quatsch, dass 98% durchfallen. In den Klausren liegen die Durchfallquoten gefühlt bei 10-50% und dürften in etwa mit Präsenzunis vergleichbar sein.

    Quellen: Eigene Erfahrung und Abschlüsse an Präsenz FH, Uni und FernUni. Euro-FH kenne ich, zugegeben, nur durch Arbeitskollegen.

  22. Du hast in deinem Aritkel den Preisunterschied aufgeführt (250€/Semester vs. 300-400€/Monat).

    Ich denke, dass dieser einfach daher kommt, dass an der FU Hagen die Professoren und Mitarbeiter vom Staat bezahlt werden (Steuergelder, da es eine staatliche Universität ist). Die Euro-FH ist ein privates Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter aus Studiengebühren bezahlt werden. Zudem soll in einem privaten Unternehmen Geld erwirtschaftet werden. Dies ist bei der FU Hagen nicht der Fall.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*