Fernstudium: Falscher Studiengang, was dann?

Was waren die Motive bei der Wahl Ihres Studienfachs?

Seit Beginn des neuen Wintersemesters sind ja bereits einige Wochen vergangen. In dieser Zeit haben viele Erstsemestler nicht nur ihr erstes Studienpaket erhalten, sondern höchstwahrscheinlich auch Zeit gefunden, einen ersten Blick reinzuwerfen. Ich erinnere mich noch gut an mein 5kg-Startpaket mit insgesamt 14 Studienheften. Und ehrlich gesagt hätte ich anfangs nicht gedacht, dass der Umfang der Studienunterlagen bei „nur“ zwei Modulen so groß ist.

Irgendwie habe ich mich dann doch durch den Studienstoff gekämpft, manchmal eher schlecht als recht. Vor allem bei den Studienheften zu Wirtschaftsmathe habe ich nur die Hände über den Kopf schlagen können. Kein Wunder, wenn die letzte Mathe-Stunde schon einige Jährchen her ist. Nachdem ich das eingeschlafene Mathematik-Gedächtnis durch diverse Online-Tutorials wieder aufgefrischt habe, ging es dann besser voran.

Zurzeit liegen die insgesamt 8 Schulhefte mit nachgeholtem Mathe-Knowhow, sowie die 14 Studienhefte neben meinem Schreibtisch im Regel. Seit der Selbstständigkeit finde ich kaum Zeit zum Lernen, da berufliche Projekte eine höhere Priorität haben. Da es bei Selbstständigen i.d.R. keine festen Arbeitszeiten gibt, müsste man für das Studium immer potentielle Arbeitszeit investieren.

Wenn die Motivation ausbleibt

Als ich mich im April hauptberuflich selbstständig gemacht habe, habe ich mich schon gefragt, ob ich das Fernstudium überhaupt neben der Selbstständigkeit packe. Denn selbst ein Fernstudium parallel zum Vollzeitjob war eine große Herausforderung für mich. Damals hatte ich zwar feste Arbeitszeiten, jedoch fiel es mir auch zu der Zeit schwer, früh morgens vor der Arbeit, abends nach Feierabend oder an den Wochenenden zu lernen.

Die Selbstständigkeit hat die Situation nicht gerade  erleichtert. Als ich merkte, dass es eine unrealistische Vorstellung war, zwei Module pro Semester zu bearbeiten (wie es beim Teilzeitstudium vorgesehen ist), habe ich einen Gang runtergefahren und mir vorgenommen, wenigstens ein Modul im Semester zu bearbeiten.

Doch irgendwie blieb die Motivation zum Lernen aus. Obwohl mit das Lernen grundsätzlich Spaß gemacht hat, wurde das Fernstudium im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einer Belastung. Dies mag zum Einen natürlich an der neuen beruflichen Situation liegen, aber das alleine reicht nicht als Grund aus.

Ich bin der Meinung, dass man ein Fernstudium auch neben einem Job und sogar neben der Selbstständigkeit schaffen kann, WENN, ja, wenn man es denn wirklich will. Man muss ein Ziel haben, auf das man hinarbeitet und den Sinn und Zweck des Studiums für die eigene Person begreifen. Denn wen einem das Studienfach liegt und man im Thema „aufblühen“ kann, wird man auch gerne lernen und die freie Zeit opfern.

Natürlich muss der Zeitfaktor auch stimmen. Wer wirklich keine Zeit für ein Studium hat, dem hilft auch die höchste Selbstmotivation nichts. Doch wenn theoretisch ausreichend Zeit für ein Fernstudium gegeben ist, ist die Freude am Studium ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Gründe für Demotivation und Unlust beim Lernen

Wenn die Motivation und der Spaß am Lernen ausbleibt, sollte man die Gründe hinterfragen. Liegt es nur an der Zeit oder auch am Studienfach?

Wenn es nur an der Zeit liegt, kann man versuchen, das Lernpensum herunterzuschrauben. An der Fernuni Hagen kann man das Fernstudium in seinem eigenen Studientempo gestalten und auch nur ein Modul pro Semester belegen. Theoretisch könnte man auch ein Modul in zwei Semester bearbeiten. Nur verlängert sich die Studienzeit dadurch natürlich entsprechend. Bei vorübergehenden zeitlichen Engpässen wäre auch ein Urlaubssemester eine Alternative.

Aber vielleicht liegt es auch am Studienfach, bzw. den Studieninhalten selbst. Womöglich hat man sich das Fernstudium inhaltlich ganz anders vorgestellt. Gerade Verständnisprobleme können schnell zu Zweifeln an der Wahl des richtigen Studiengangs führen. Mir ging es z.B. bei Wirtschaftsmathe so. Und auch Statistik ist für die meisten, deren Schulzeit etwas länger her ist, eine Herausforderung.

Aber hier muss man zwischen einer kurzfristigen Motivationsflaute und einer anhaltenden Demotivation unterscheiden. Während der Studienzeit wird man immer wieder Probleme mit einzelnen Lerninhalten haben, dies bedeutet jedoch nicht gleich, dass man den falschen Studiengang gewählt hat. Denn jeder Studiengang hat das ein oder andere Fach, das einem nicht so ganz liegt.

Merkt man jedoch, dass die Unlust zum Lernen unabhängig von den Studieninhalten länger, d.h. über mehrere Monate anhält, sollte man sich fragen, ob der gewählte Fernstudiengang wirklich der Richtige für einen ist.

Wirklich Wirtschaftswissenschaften studieren? Eine Selbstanalyse

Mittlerweile bin ich seit über einem Jahr in den Studiengang Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben und habe in den vergangenen Monaten auch bei mir eine anhaltende Demotivation, was das Lernen betrifft, festgestellt. Die Gründe dafür liegen zum Einen in der Aufnahme der Selbstständigkeit begründet, die mir deutlich weniger Zeit zum Lernen lässt.

Auch wenn ich davon aus gehe, dass die zeitlichen Kapazitäten für das Fernstudium mit der Zeit wieder steigen werden, so werde ich dennoch maximal 1-2 Module pro Semester bearbeiten können. Umgerechnet auf die Studiendauer wäre ich in ca. 6-8 Jahren mit dem Fernstudium fertig. Der Gedanke an die lange Studienzeit trägt nicht wirklich zur Motivationssteigerung bei.

Aber das ist nicht der einzige und vor allem auch nicht der wichtigste Grund. Denn die Motive zur Aufnahme des Studiums spielen aus meiner Sicht eine entscheidende und noch viel wichtigere Rolle. Auch meine ursprünglichen Motive zur Aufnahme des Wiwi-Fernstudiums haben sich verändert.

Zu Beginn meines Fernstudiums im vergangenen Oktober war ich noch als Angestellte tätig und die Idee der Selbstständigkeit war noch nicht wirklich präsent. Mit anderen Worten: Meine beruflichen Ziele und meine berufliche Orientierung stand noch nicht endgültig fest.

Mein ursprüngliches Ziel war der Masterabschluss, da ich mir dadurch bessere Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten erhoffte.

Natürlich wäre ein Masterstudium Wirtschaftspsychologie ideal gewesen, da es zu meinem Erststudium gepasst hätte. Ein Präsenzstudium kam aber aus Zeit- und Kostengründen nicht in Frage, sodass ich mich für ein Fernstudium entschied. Die Wahl der Fernhochschule fiel auch recht schnell auf die Fernuni Hagen, da ich es nicht einsah, ca. 300 Euro monatlich für ein Fernstudium an einer privaten Fernhochschule zu zahlen.

Die Entscheidung für die Fernuni Hagen lies mir dann auch keinen allzu großen Spielraum bei der Wahl des Studiengangs.  Das Studienfach spielte dabei eher eine untergeordnete Rolle, da ein Master in Wirtschaftspsychologie sowieso nicht angeboten wird.

Ich bewarb mich daher zunächst für den naheliegensten Studiengang, den Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaften, wurde jedoch abgelehnt, da mein Erststudium zu wenig BWL-Inhalte hatte. Nach kurzer Frustphase entschied ich mich dann für den längeren Weg zum Master, indem ich nämlich zuerst den Bachelor in Wiwi mache.

Heute weiß ich: Bessere Berufsaussichten und höhere Verdienstmöglichkeiten sind zwar wichtige Motive, aber ohne das persönliche Interesse für den Studiengang, wird man früher oder später auch die Motivation und die Freude am Lernen verlieren.

Studienfächer nach Motiven

Die Motive für die Wahl des Studiengangs sind entscheidend, wenn man das Fernstudium auch erfolgreich beenden möchte. Ansonsten wird man schnell den Spaß am Studium verlieren. Und gerade bei längeren Studienzeiten, wie sie bei einem nebenberuflichen Fernstudium i.d.R. der Fall sind, ist es umso wichtiger, sich immer wieder zum Lernen zu motivieren.

Die Frage „Warum mache ich das eigentlich?“ sollte daher unbedingt auch den Faktor: Persönliches Interesse für das Studienfach beinhalten. Wenn sich dieses Motiv zusätzlich noch mit den Faktoren Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten deckt, ist es umso besser.

Dabei ist es schon interessant zu sehen, welche Motive insgesamt 5.000 befragte Studenten bei der Wahl ihres Studienfächs nennen:

Was waren die Motive bei der Wahl Ihres Studienfachs? Das persönliche Interesse für das Studienfach steht bei den meisten Befragten Studenten an erster Stelle. Gute Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten kommen erst danach. Und genauso muss es meiner Meinung nach auch sein. Wenn man sich für das, was man da eigentlich studiert, auch wirklich interessiert, wird man das (Fern)Studium auch als eine Art „Hobby“ ansehen können. Und für ein Hobby muss man sich ja bekanntermaßen nicht zwingen, sondern macht es gerne und freiwillig, weil es eben Spaß macht. Dann wird man auch vorübergehende Lernschwierigkeiten und zeitliche Engpässe überwinden können, ohne das die Motivation langfristig darunter leidet.

Schaut man sich dann aber an, welche Studienfächer nach persönlichem Interesse/ Hobby an erster Stelle stehen, so muss man Wirtschaftswissenschaften etwas länger suchen:

Was waren ihre Motive bei der Wahl eines Studienfachs? (persönliches Interesse/Hobby)Bei den Studienrichtungen, die aus persönlichem Interesse der Studenten gewählt werden, belegt Wirtschaftswissenschaften nämlich den letzten Platz, obwohl das nicht bedeutet, dass bei diesem Studiengang das persönliche Interesse gänzlich unwichtig ist. Mit einem Wichtigkeitsgrad von 3,19 spielt das persönliche Interesse immer noch eine wichtige Rolle, jedoch werden diverse andere Studiengänge, wie Kulturwissenschaften (3,76), Medizin oder Geisteswissenschaften (beide 3,64), häufiger aus persönlichem Interesse für das Studienfach gewählt.

Und besonders bei Wirtschaftswissenschaften fällt auf, dass andere Motive, wie Berufsaussichten und spätere Verdienstmöglichkeiten, eine deutlich wichtigere Rolle spielen, wie die nachfolgenden Statistiken zeigen:

Was waren ihre Motive bei der Wahl eines Studienfachs? (Berufsaussichten)Was waren ihre Motive bei der Wahl eines Studienfachs? (spätere Verdienstmöglichkeiten)Sicherlich sind diese beiden Motive ebenfalls wichtig und sollten daher Berücksichtigung finden. Allerdings bringt der erfolgsversprechendste Studiengang nichts, wenn das persönliche Interesse auf der Strecke bleibt.

Die Faktoren spätere Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten haben bei mir deutlich an Wichtigkeit verloren. Mit der Selbstständigkeit habe ich praktisch meinen Traumjob gefunden. Und auch mein Erststudium kann mir keiner mehr nehmen. Die Motive und damit auch der Sinn und Zweck des Wiwi-Fernstudiums haben sich daher mittlerweile stark reduziert.

Und erst jetzt merke ich, dass mein persönliches Interesse für Wirtschaftswissenschaften anscheinend nicht groß genug ist, denn sonst würde ich das Fernstudium trotz Zeitmangel, einfach als „Hobby“ fortführen.

Habe ich also den falschen Studiengang gewählt. Und wenn ja, was macht man, wenn man feststellt, dass das Studium doch nicht das Wahre ist?

Falscher Studiengang, was dann?

Meistens merkt man, dass man sich für den falschen Studiengang entschieden hat erst, wenn man mittendrin steckt. Dabei kommt es gar nicht so selten vor, das man mit der Zeit feststellt, dass das Studium nicht das Wahre ist. Viele Fernstudenten treffen eine vorschnelle Entscheidung für einen Studiengang und haben eine völlig falsche Vorstellung von den Studieninhalten.

Doch was macht man dann? Sollte man das Studium fortführen, das Studienfach wechseln oder das Studium sogar komplett abbrechen? Zunächst einmal sollte man keine voreiligen Entscheidungen treffen. Zuerst gilt es, die Ursachen für die eigene Unzufriedenheit mit dem Fernstudium zu ergründen. Womöglich liegt es gar nicht an den Studieninhalten selbst, sondern an der Fernhochschule, den Studienbedingungen oder der Form des Fernlernens.

Wenn die anhaltende Unzufriedenheit aber tatsächlich mit dem Studiengang zusammenhängt, sollte man sich zunächst gründlich über den potentiellen neuen Studiengang informieren. Denn auch Studiengänge, die einen auf den ersten Blick vielleicht stärker interessieren, können die Erwartungen schnell trüben.

Ich habe vorübergehend auch darüber nachgedacht, anstatt Wirtschaftswissenschaften lieber Psychologie an der Fernuni zu studieren, da sich viele Studieninhalte mit meinem Erststudium decken. Aber ein genauer Blick in die Modulinhalte lies mich diese Idee dann doch wieder schnell verwerfen, denn das Psychologie-Studium an der Fernuni Hagen ist doch viel theoretischer, als ich eigentlich dachte.

Es lohnt sich daher, sich intensiv vor Studiengangswechsell intensiv mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen und nach Möglichkeit sogar zuerst in den Studiengang reinschnuppern, um nicht vom Regen in die Traufe zu gelangen . An der Fernuni Hagen kann man z.B. als Akademiestudierender erstmal nur einzelne Kurse belegen und sich auf diesem Wege ein erstes Bild zum Studiengang machen.

Die meisten private Fernhochschulen bieten ein 4-wöchiges kostenloses Probestudium an, bei dem man einen ersten Eindruck zum Studienfach, den Studienmaterialien und dem Lernen per Fernstudium erhält.

Zudem lohnt es sich auch immer, Erfahrungsberichte anderer Fernstudenten einzuholen, da man auf diesem Wege einen noch genaueren Eindruck zu Vor- und Nachteilen des Studiengangs erhält.

Liegt es an der mangelnden Zeit oder am Fernstudium an sich, ist es besser, das Studium abzubrechen, anstatt krampfhaft daran festzuhalten. Denn ein Fernstudium, welches meistens nebenberuflich durchgeführt wird, ist eine hohe Belastung. Man muss schon sehr diszipliniert sein und voll und ganz hinter dem Studiengang stehen, um gerne zu lernen.

Das persönliche Interesse für den Studiengang ist und bleibt das wichtigste Motiv. Für die Mehrheit der Fernstudenten ist das Fernstudium nicht der Lebensmittelpunkt, sondern läuft „nebenbei“. Ohne Spaß an der Sache, wird man mit dem Studium langfristig auch kaum Erfolg haben, denn wer zwingt sich schon gerne über mehrere Jahre zum Lernen?

Wenn man merkt, dass man sich für den falschen Studiengang entschieden hat und ausschließen kann, dass es an anderen Faktoren, wie Zeitmangel oder der Methode des Fernlernens liegt, so macht es durchaus Sinn, den Studiengang zu wechseln. Die Fernuni Hagen punktet zwar beim Kostenfaktor, aber manchmal kann es besser sein, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und dafür den Fernstudiengang zu wählen, der einen wirklich interessiert.

Wie geht es jetzt weiter?


Ich habe mein Fernstudium zwar noch nicht abgebrochen, aber es liegt zurzeit auf Eis. Im Moment fehlt mir einfach die Zeit zum Studieren. Und da ausreichend Zeit für ein Fernstudium zwingend notwendig ist, würde es auch keinen Sinn machen, den Studiengang zu wechseln.

Dennoch würde ich, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, wieder studieren. Mir macht Lernen einfach Spaß, aber mittlerweile würde ich deutlich mehr Wert auf mein persönliches Interesse für das Studienfach legen. Zudem habe ich jetzt auch den Vergleich zwischen Fern- und Präsenzstudium und muss sagen, dass es deutlich leichter fällt zu studieren, wenn man feste Termine und Kommilitonen hat, mit denen man sich (nicht nur über das Internet) austauschen kann.

Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich immer ein Präsenzstudium vorziehen. Zudem würde meine Wahl mittlerweile nicht mehr auf Wiwi, sondern auf andere Fächer fallen, die mich mehr interessieren, z.B. Ernährungswissenschaften. Auch ein Masterstudium in meinem Erstudienfach Wirtschaftspsychologie käme für mich in Frage.

Ich werde mir dennoch noch etwas Zeit mit meiner endgültigen Entscheidung lassen. Es gilt einfach, den Kosten-Nutzen-Faktor abzugleichen und die für sich beste Lösung zu finden. Ein Fernstudium braucht Priorität, ansonsten geht es im Alltagsstress unter. Mit einem Präsenzstudium und den damit verbundenen zeitlichen Vorgaben ist eine gewisse Priorität gegeben. Bei einem Fernstudium sieht es etwas anders aus, da man zeitlich flexibel lernen kann. Hier spielt das persönliche Interesse daher eine umso höhere Rolle, um Spaß beim Studieren zu haben. Und die Freude am Lernen ist es doch letzutendlich, die Motivation und Demotivation, über Erfolg und Misserfolg entscheidet ;).

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

10 Kommentare zu "Fernstudium: Falscher Studiengang, was dann?"

  1. Hey, erst einmal grosses Lob an dich und deine Super Seite!
    War schon oft hier, aber bisher noch nichts geschrieben.

    Ich bin einer von den Neuzugängen in diesem WS.
    Ich bin seit dem 07.11 dabei. Flexieinstieg sei dank.

    Noch ist die Motivation da. Mein erstes und bisher einziges
    Modul ist Einführung in die WiWi. Der ea termin ist der 05.01. Das wird ne enge geschichte.

    Lg

  2. Hey Ginger,

    vielen Dank für deinen Kommentar und herzlichen Glückwunsch erstmal zum Studienstart!

    Ich finde, du machst es genau richtig, erstmal nur ein Modul zu belegen. Mit EWiwi ist man nämlich auch ziemlich gut beschäftigt.

    Ich habe mich damals für zwei Module eingeschrieben, was neben dem Job definitiv zu viel für mich war. Behalte dir die Motivation auf jeden Fall bei ;)!

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Fernstudium und natürlich auch viel Spaß beim Lernen!

    Liebe Grüße,

    Alicia

  3. Hi Alicia,

    erstmal möchte ich auch zu Deiner Seite gratulieren. Ich lese seit ca. 6 Monaten fleisig mit und oft trifft du genau meine Gedanken. Genau genommen schreibst du mir oben aus der Seele. Seit diesen WS habe ich mich an der Fernuni im Bereich WiWi eingeschrieben. Auch ich dachte, das man 2 Module locker schaffen sollte. Die erste Panikattacke hat mich ereilt, als die Post an der Tür geklingelt hat. Seit dem Türmen sich, 15cm hoch, Skipte auf meinem Tisch. Neben 10-11 Stunden Arbeitsalltag am Tag, bleibt für das Lernen nur das Wochenende und vom privat Leben und anderen Hobbies, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ich freue mich wie ein Kind, wenn ich ein Kapitel durchgearbeitet und verstanden habe. Dennoch komme ich leider nur sehr langsam voran und der halbe Samstag geht zum Wiederholen vom alten Stoff drauf, da ich über das Talent verfüge, nach einer Woche die Hälfte wieder zu vergessen. Zeit ist das größte Problem und je näher die ersten Prüfungen kommen desto größer wird die Panik und die Selbstzweifel. Ich hege noch die Hoffnung, dass es besser wird, wenn erstmal Mathe bestanden ist.

    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Chris

  4. Hey Chris,

    vielen Dank für deinen Kommentar und die ehrlichen Worte! Es tut gut zu hören, dass man mit den Studienproblemen nicht alleine dasteht. Denn meistens hört man nur positive Berichte (z.B. von Leuten, die ihren Wiwi-Bachelor neben einem Vollzeitjob in der Regelstudienzeit mit 1,0 gemacht haben… um es mal auf die Spitze zu bringen).

    Zwei Module neben einem 10-11 Stunden Tag sind aber auch echt heftig. Ich würde sogar sagen: unmöglich. Denn beim Teilzeitstudium benötigt man schon 20 Std. pro Woche (für 2 Module).

    Ich sehe das größte Problem – ebenso, wie du – in der Zeit. Man darf auch nicht die ganzen alltäglichen Dinge des Lebens vergessen (einkaufen, kochen, putzen etc.). Mal abgesehen von Hobbys, Freunden, Eltern usw. Das frisst alles Zeit.

    Wenn einem das Studium wirklich erst ist und auch Spaß macht, ist es besser, einen oder zwei Gänge runterzuschrauben und lieber nur ein Modul pro Semester zu machen. Ansonsten riskiert man nur Stress, Frust und Demotivation.

    Mich persönlich hat aber gerade dieses „Runterschrauben“ des Lernpensums demotiviert, da sich die Studienzeit so um mehrere Semester verlängert. Dann kommen schnell Fragen auf, wie „Wofür brauchst du das Studium?“, „Macht es dir überhaupt Spaß?“ oder „Ist es wirklich das, was du studieren willst?“.

    Manchmal ist es gut, einfach mal eine Pause zu machen, bevor man voreilige Entscheidungen trifft und sich in der Zwischenzeit dessen klar zu werden, was man wirklich will, bzw. mit dem Fernstudium bezweckt. So habe ich es jetzt gemacht.

    Mal sehen, wohin der Weg letztendlich hinführt, aber es ist immer noch besser, eine „falsche“ Entscheidung rechtzeitig zu erkennen, anstatt viel Zeit und Geld in ein Studium zu investieren, welches nicht den persönlichen Lebenszielen entspricht.

    Ich wünsche dir dennoch viel Erfolg beim Fernstudium, behalte dir den Spaß am Lernen auf jeden Fall bei, denn Lernerfolge motivieren ungemein!

    Liebe Grüße,

    Alicia

  5. Hi Alicia,

    ich habe es bisher gar nicht realisiert, dass du dich entschieden hast, eine Pause vom Studium einzulegen. Doch deine Worte werfen nun ein klares Bild. Vielleicht wollte ich es mir auch einfach nicht eingestehen, da mir so manch einer deiner Tipps, den Einstieg ins Studium erleichtert hat.

    Im ersten Moment ist die Flut an Informationen, die unübersichtliche Internetseite der Uni und die eigene Ahnungslosigkeit erschreckend. An dieser Stelle kann ich nur das Kindergedicht zitieren: „Immer wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Nicht nur einmal hast du mir dieses „Lichtlein“ gebracht und so mach einer deiner Tipps konnte ich beherzigen.

    Ich gebe Dir Recht, man darf sich nicht übernehmen und muss seine Ziele realistisch definieren. Aber man darf dennoch sein persönliches Ziel nicht aus den Augen verlieren.

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, besteht das Studium aus 16 Modulen. Wer nicht wie Oliver Bierhoff das Studium erst nach 10 Jahren abschließen möchte, muss dennoch Gas geben und versuchen mindestens 1, besser 2 Module pro Semester abzuschließen. Erst recht, wenn man das Studium nicht aus persönlichen ideologischen Gründen betreibt, sondern die Hoffnung hegt, dass es einen beruflich bzw. finanziell nach vorne bringt.

    “Wofür brauchst du das Studium?”, “Wird sich das Studium lohnen?“ bzw. “Ist es wirklich das, was du studieren willst?”…

    Ich denke diese Fragen kann jeder nur für sich selbst beantworten und keiner sollte sich anmaßen, ein Urteil über einen anderen zu bilden. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hast du dich beruflich für die Selbstständigkeit entschieden. Hier zählt die „gute“ Idee, die Umsetzung und das Quäntchen Glück, welches ich dir von Herzen wünsche.

    Teilzeit Studium ist nicht gleich Teilzeitstudium. Ich glaube nicht, dass man sich schlecht fühlen muss, wenn andere das Studium schneller zum Abschluss bringen. Wer Selbstständig ist bzw. wie ich in einem Beruf tätig ist, wo lange Arbeitstage Tage eher zum Alltag, als zur Ausnahme gehören, der kann das Studium eben nicht in Rekordzeit abschließen.

    Im Alter wird es immer schwerer die Zeit für das Studium aufzubringen. Denn noch leiden „nur“ unser Hobbies, das putzen 😉 und die ein oder andere Party unter unserem Studium aber wenn man erst mal Familie mit Frau und Kinder hat, ist die freie Zeit wirklich spärlich. Bei einem Studium, welches man von vornerein auf mehrere Jahre ansetzt, kann man schließlich nie wissen, was die Zeit für Herausforderungen mit sich bringt.

    Jede Entscheidung, die man für sich selbst treffen muss, egal auch wenn sie sich im Nachhinein als „falsch“ erweisen mag, hilft einem sich selbst im hier und jetzt zu finden und seine Persönlichkeit zu entwickeln.

    Meiner Meinung nach ist es nur wichtig, dass man sich im Spiegelbild aufrichtig in die Augen sehen kann und weiß, dass man sich wirklich angestrengt und es wenigstens versucht hat.

    In diesem Sinne, hau rein und halte die Ohren steif.

    Lieben Gruß,
    Chris

  6. Hey, mir gehts es fast genauso wie Chris bezüglich des behalten des Stoffes 😉
    Klasse Seite Alicia!
    Ich habe noch mal ne kleine Frage. Wenn ich auf der Uni Homepage nach eine sogenannten Kontaktliste suche, also nach Mitstudenten, wird mir nicht ein einziger Angezeigt…
    Kannst du mir da vllt weiterhelfen? Ich glaube eine kleine Lerngruppe vereinfacht das ganze doch erheblich.

    Liebe Grüße

  7. Hey Chris,

    vielen Dank für deinen wirklich sehr aufmunternden Kommentar :D!

    Ich freue mich immer wieder zu hören, dass ich den Einen oder Anderen für ein Fernstudium begeistern und mit einigen Tipps aus meiner eigenen Erfahrung begeistern konnte.

    Deine Worte, dass es es wichtig ist, „dass man sich im Spiegelbild aufrichtig in die Augen sehen kann und weiß, dass man sich wirklich angestrengt und es wenigstens versucht hat“ finde ich super. Denn darum geht es letztendlich.

    Ob das Studium für einen selbst sinnvoll ist oder nicht, muss und kann auch nur wirklich jeder für sich persönlich beantworten. Aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Ich finde es wichtig, dass man sich nicht als „Versager“ fühlen darf, wenn es mit dem Studium nicht ganz so klappt, wie gehofft.

    Ich war es bisher immer gewohnt, alles, was ich anpackte, auch bis zum Ende durchzuziehen. Das Fernstudium gestaltete sich da etwas schwieriger. Mangelnde Zeit, mangelnde Motivation, falscher Studiengang – Die Gründe sind vielfältig. Viel wichtiger ist es, für sich Prioritäten zu setzen. Denn nur das, was man wirklich will, hat auch Chancen auf Erfolg.

    Solange man sich aber treu bleibt und nicht nur irgendetwas studiert, nur um zu studieren, kann man sich auch weiterhin guten Gewissens in den Spiegel schauen ;)!

    Vielen Dank nochmal & Liebe Grüße,

    Alicia

  8. Hey Eike,

    hm… das mit den Kontaktlisten ist so ne Sache. Die sind teilweise recht leer, weil nur wenige Studenten ihre persönlichen Kontaktdaten freigeben. Meistens füllen sich die Listen aber im Laufe des Semesters, wenn auch andere Fernstudenten Kontakte suchen. Ich würde einfach immer mal wieder reinschauen.

    Wenn du auf der Suche nach Lerngruppen bist, kannst du aber auch einfach mal bei studienservice.de einen Aufruf starten. Das ist ein Forum nur für die Studenten der Fernuni. Dort finden sich sicherlich Mitstudenten aus deiner Nähe!

    Viel Erfolg & Liebe Grüße,

    Alicia

  9. Hi Alicia,

    deine Worte bergen eine gewisse Traurigkeit. Vielleicht empfinde ich es auch nur so, da ich mich in diese hineinversetzen kann.

    Auch über mich sagt man, dass ich alle Ziele erreiche, die ich mir stecke.

    Aber das stimmt nicht. Würde man wirklich alle Ziele erreichen, bedeutet es doch nur, dass man sich nicht genug fordert und nicht an seine persönlichen Grenzen geht. Man sollte sich nicht scheuen neue Wege zu gehen und sein Grenzen zu erkunden. „Think different!“ Das Motto der „Apfel“ Firma. Ich kann mit dieser Marke zwar nichts anfangen und mir sind dieser Hype und das nahezu Sektentum wirklich zuwider, aber dennoch steckt viel Wahres in diesen zwei einfachen Worten und der Idee die sich dahinter verbirgt.

    Es zeugt von Intelligenz sich und seine Entscheidungen kritisch zu sehen und zuweilen in Frage zu stellen. Daher hadere nicht mit dir, dass du dieses gesteckte Ziel, nicht so Mühelos erreichst, wie du es vielleicht von dir gewohnt bist.

    Nur wer sein eigenes Handeln hinterfragt, kann und wird aus seinen Fehlern lernen. Definiere deine Stärken und finde neue Ziele, um die es sich zu Kämpfen lohnt. Kämpfe wie eine Löwin und der Erfolg wird sich von alleine einstellen.

    Wenn ich es richtig sehe, bist du nur wenige Jahre jünger als ich. Wir beide werden noch oft das Gefühl haben, in der Sackgasse zu stehen und nicht wissen wie es weitergehen soll. Es ist nichts Verwerfliches daran, ein paar Schritte zurück zu gehen, um neuen Athem und Anlauf zu nehmen. Unverzeihlich ist nur, stehen zu bleiben und den Mut zu verlieren, es noch einmal zu versuchen.

    Ich kann dich aber gut verstehen. Das Studium macht einsam und nicht wirklich Spaß. Spaß ist mit Freunden im Sommer im Stadtpark zu grillen. Es macht aber keinen Spaß sich jedes Wochenende einzuschließen und unverständliches in sein Hirn zu hämmern.

    Ich stehe erst am Anfang eines laaaaaangen Weges. 🙂

    Lieben Gruß,
    Chris

  10. Hey Chris,

    vielen herzlichen Dank für den tollen und aufmunternden Kommentar! Du hast Recht, zuerst war ich gewissermaßen traurig, dass das Fernstudium nicht so verlief, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe.

    Und irgendwann stand ich wirklich in einer Sackgasse, wo ich mich fragte: Was machst du jetzt?

    Egal, welche Ziele man verfolgt – es wird immer Höhen und Tiefen geben, die es zu überwinden gilt. Man sollte sich daher nicht gleich von der ersten Boe umschmeißen lassen. Um ein Ziel zu verfolgen muss man nun mal auch Phasen überwinden, die keinen Spaß machen.

    Aber dies wird man nur schaffen, wenn man (immer noch) voll und ganz hinter seinem Ziel steht. Ansonsten jagt man Zielen hinterher, die einen auf Dauer nicht glücklich machen werden.

    Mein wichtigstes Ziel ist jetzt erstmal die Selbstständigkeit, bzw. die Projekte, von denen ich und mein Freund leben. Daher ist die Entscheidung, das Fernstudium (vorerst) auf Eis zu legen auch nicht verkehrt. Ob das Fernstudium an sich (unabhängig von der Arbeit) noch die richtige Wahl ist, weiß ich zurzeit nicht ganz. Aber ich befürchte nicht. Es ist mir einfach zu trocken und für ein Studium auch wirklich zu einsam.

    Mein Erststudium hat auch nicht immer Spaß gemacht, aber man war in einer Gemeinschaft, welche auch ein gewisses Lebensgefühl gibt – das „Studentenleben“ eben. Das vermisse ich am Fernstudium total.

    Ich hätte in Zukunft immer noch Lust auf ein Zweitstudium. Aber dann wahrscheinlich eher etwas, was mich wirklich mehr interessiert, als Wiwi. Mal sehen, wohin mich der Weg führt.

    Dir wünsche ich für deinen langen Weg jedenfalls alles Gute. Und wenn man ihn Schritt für Schritt beschreitet, ist er auch gar nicht mehr soooo lang ;)!

    Liebe Grüße,

    Alicia

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