Fehler 4 beim Fernstudium: Sich zu viel zumuten

Im vierten Teil der Artikelreihe „10 Fehler beim Fernstudium“ wenden wir uns einem Problem, bzw. einem Phänomen zu, dem viele – und nicht nur besonders ehrgeizige Fernstudenten – gegenüberstehen: Sich zu viel zuzumuten.

Warum ist dies keine Seltenheit? Der Großteil aller Fernstudenten ist berufstätig, an der Fernuni Hagen sind es ca. 80%. Wenn wir mal bei der Fernuni bleiben, liegt der Altersschwerpunkt der Fernstudien-Teilnehmer zwischen 29 und 35 Jahren. Zahlreiche Fernstudenten werden demnach bereits eine Familie haben. Zur persönlichen Lebensituation der Fernstudenten sagt die Fernuni Hagen selbst:

„Viele […]  sind – beispielsweise wegen einer Krankheit – örtlich nicht flexibel oder nutzen eine Elternzeit, um sich frisches Wissen zu erarbeiten. […] Weil FernUni-Studierende beruflich oder familiär gebunden sind, studieren sie oft in Teilzeit, aber nicht weniger engagiert. Sie sind einige Jahre älter als Studierende an Präsenz-Universitäten, vielfach eingespannt, aktiv und wissensdurstig.“

Personen, die sich für ein Fernstudium entscheiden, tun dies nicht einfach so ohne Grund, bzw. weil sie keine Lust auf ein Präsenzstudium haben. Ein Fernstudium ist für sie in der Regel die einzige Chance, sich weiterzubilden, da sie zeitlich flexibel und örtlich unabhängig bleiben müssen und keine Jobpausen und Gehaltseinbußen in Kauf nehmen können oder wollen.

Anders als bei allgemein jüngeren Studenten an Präsenzuniversitäten, sind die meisten Fernstudenten beruflich und familiär eingespannt oder können krankheitsbedingt kein Präsenzstudium aufnehmen. Dies macht die Entscheidung für ein Fernstudium zwar auf der einen Seite bewundernswert, auf der anderen Seite birgt es aber gleichzeitig Gefahren.

Man braucht kein Fernstudium, um in Stress zu geraten. Alleine der Job kann einen das ein oder andere Mal überfordern und man ist froh, wenn man sich Abends aufs Sofa packen kann. Bei berufstätigen Fernstudenten mit Familie ist eine Doppelbelastung vorhanden, die die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Denn auch eine Partnerschaft und Hobbys brauchen Zeit, ebenso wie Raum für Ausgleich und Entspannung.

Die Mehrfachbelastungen Beruf, Familie, Partnerschaft und Fernstudium können schnell überfordern und zu Stress führen. Denn nicht nur im Beruf müssen Termine und Fristen eingehalten werden, auch das Fenrstudium verlangt nach einem guten Zeitmanagement, da regelmäßig Einsendearbeiten zu bearbeiten sind und Prüfungsvorbereitungen getroffen werden müssen.  In dieser Zeit wird oft das Bedürfnis nach Erholung und Ruhephasen verdrängt, wodurch sich die Symptome nur noch verstärken.

Die negativen Folgen von Stress

Hält der Stress länger an, entsteht Dauerstress, der körperliche und seelische Folgen nach sich ziehen kann. Körperliche Folgen können sich in Rücken- und Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Ohrensausen, Hörsturz oder Herz-/Kreislauferkrankungen zeigen. Gerade „kleinere“ Stresssymptome werden gerne heruntergespielt und nicht ernst genommen. Dadurch wird es umso schwieriger, aufgrund körperlicher Symptome die Ursache für den Stress zu erkennen und zu bekämpfen.

Auch seelische Folgen äußern sich oftmals nur schleichend. Man wird launisch, unzufrieden und fühlt sich genervt und überfordert. Die Toleranzgrenze sinkt und die innere Balance geraten aus dem Gleichgewicht. Freunde und Familie sind meistens die ersten Personen, denen erste Stressfolgen auffallen.  Doch durch Dauerstress sind auch negative Auswirkungen im Beruf und Fernstudium zu erwarten: Die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit sinken, man wird vergesslicher und unaufmerksamer, was die Lernfähigkeit massiv beeinträchtigen kann. Dies kann zu Angstzuständen und sogar ernsten Depressionen führen. Die Gefahr der Medikamenten-, Alkohol- und Drogenabhängigkeit steigt.

Das hört sich jetzt vielleicht alles etwas übertrieben und aufgebauscht an, ist aber keine Seltenheit. Die große Gefahr besteht darin, dass man denkt, man müsse mit dem Stress fertig werden. Andere schaffen es doch auch! Besonders Frauen neigen dazu, sich selbst die Schuld für negative Situationen zuzuschreiben (internale Attribution). Überforderung, Frust und Stress werden dann gerne verdrängt und in Kauf genommen. Ein Fernstudium, welches vorher als positive Herausforderung erlebt wurde, kann sich bei Dauerstress schnell in negativen Stress umwandeln.

Werden Warnsignale und Kurzzeiteffekte für längere Zeit ignoriert, erreicht die Belastung ein unerträgliches Ausmaß, der Zustand des „Ausgebrannt seins“ ist erreicht (Burnout).

Umso wichtiger ist es, möglichst frühzeitig zu erkennen, wann man sich zu viel zumutet, um negative Folgen von Stress zu vermeiden.

Der Stressfalle entkommen

Ein erster Schritt, Stress rechtzeitig entgegenzuwirken besteht erstmal darin, die Situationen, bzw. Ursachen zu erkennen, die den Stress verursachen. Das ist zwar nicht immer leicht, aber der einzige Weg, die oben erwähnten, schlimmeren Folgen, zu vermeiden. Stress wird oft als allgemeines, nahezu unterbewusstes Gefühl wahrgenommen, die Zuordnung zu Ursachen oder Quellen muss jedoch bewusst erfolgen. Stress ist ja grundsätzlich nichts Schlimmes, aber wenn er Überhand nimmt und negative Folgen auf die Arbeit, das private Umfeld und das Fernstudium hat, sollte man etwas tun. Hier ist also Erkennen (Was stresst mich?) und Handeln (Was kann ich dagegen tun?) gefragt.

Zuerst gilt es, Stress verursachende Situationen zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, diese entweder zu vermeiden oder zu lernen, besser mit ihnen umzugehen. Dabei lassen sich die Ursachen für Stresssituationen in äußere und personenbedingte Umstände unterteilen.

Zu den äußeren Umständen zählt z.B. der Arbeitsumfang an sich. Ein immer höher werdender Arbeitsberg, Terminstress und das gleichzeitige Arbeiten an mehreren Sachen stressen ungemein. Und mal ehrlich, der Großteil von uns hat solche Stresssituationen nicht selten erlebt.

Was kann man also tun? Die Arbeit muss ja schließlich erledigt werden und auch das Lernpensum des Lernstoffs ist auf Dauer nicht abschiebbar. Man muss also an irgendeiner Ecke ansetzen. Ein (zu) hoher Arbeitsumfang lässt sich in der Arbeit z.B. dadurch reduzieren, indem man Aufgaben delegiert oder mit dem Chef die Prioritäten neu bespricht. Das Fernstudium kann man nicht deleigieren. Was man aber tun kann ist, Prioritäten setzen und sich Unterstützung für andere Aufgaben holen.

Unterstützung holen!

Ohne Unterstützung ist es auf gut deutsch „sauschwer“ alle Verpflichtungen in der Arbeit und im privaten Umkreis unter einen Hut zu bekommen. Besonders bei Fernstudenten mit Familie und Kindern ist ein Fernstudium ein Drahtseilakt. Hilfe von Familie und Partner bei den häuslichen Aufgaben, z.B. beim Putzen, Abwaschen oder auch beim Einkauf und der Kinderbetreuung können wertvolle Zeitfenster schaffen, die man zum Fernstudieren investieren kann.

Denn das gleichzeitige Arbeiten an mehreren Baustellen und das damit verbundene Hin- und Herspringen bringt nicht viel. Im Endeffekt kostet das nur Zeit, die für das geistige Einstellen auf die neue Aufgabe erforderlich ist. Besser ist es, eine Sache nach der anderen zu erledigen. Das Fernstudium muss einen besonderen Stellenwert im Alltag einnehmen, ebenso muss speziell für das Fernstudium Zeit eingeplant werden.

Der Versuch, das Fernstudium irgendwie „nebenbei“ zu schaffen wird schiefgehen. Ich habe dieses Semester zwar spät damit angefangen, mir einen Zeitplan zu erstellen, kann aber daher aus eigener Erfahrung sagen, dass es anders nicht geht. Das Lernen auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit, sowie an freien Stunden an den Wochenenden reicht eben nicht aus. Man muss von Beginn an eine Regelmäßigkeit beim Lernen herstellen, mit Zeitplänen arbeiten, sich die Zeit einteilen und auch ausreichend Zeit einplanen! Mal eine Stunde nebenbei zu lernen bringt nicht viel und reicht vor allem nicht aus. Zwar ist das immer noch besser, als gar nicht zu lernen, aber im Idealfall plant man in der Woche mehrere (zusammenhängende) Stunden an reiner Lernzeit für das Fernstudium ein. Nicht ohne Grund hat die Fernuni Hagen bei meinem ersten Unterlagen-Paket ein „Bitte nicht Stören„-Schild mitgeschickt…

Das Fernstudium braucht Priorität und Stellenwert im Alltag. Das Setzen klarer Ziele hilft hierbei, sich nicht ablenken zu lassen und trotz Alltagstrouble am Ball zu bleiben. Hierbei spielt Motivation eine entscheidende Rolle. Wenn man dauernd einen unerledigten Arbeitsberg vor Augen hat, wird die Sache mit der Motivation eine schwere Angelegenheit…

Dabei fällt mir ein, dass ich auf meinem eigenen Schreibtisch den ganzen Unterlagenstapel mit allen Studienheften der vier belegten Kurse liegen habe: BWL, VWL, Wirtschaftsmathe und Statistik. Jedesmal, wenn ich an den Rechner muss, schiebe den Berg zur Seite. Und jedesmal, wenn ich den Stapel anschaue, wird mir schlecht. Auch ich muss hier dringend etwas ändern. Riesige Arbeitsstapel wirken sich definitiv demotivierend aus. Auf mich wirken sie irgendwie, wie Energieblocker. Und das erzeugt Stress und strapaziert die Nerven. Hier ist Organisation gefragt. Zusammen mit einem Zeitplan, lässt sich das Lernpensum des Fernstudiums pro Semester in kleine Häppchen verteilen. Und diese (und nur diese) sollte man dann auch auf dem Schreibtisch finden, damit man sich immer an sein Ziel erinnert (praktisch eine Art „Wiedervorlage“). Das hilft, die guten Vorsätze auch beizubehalten.

Raus aus dem Terminstress

Neben dem Arbeitsumfang, der meistens von außen vorgegeben ist, sind auch Termine ein häufiger Stressverursacher. Zwar sind fixe Termine bei einem Fernstudium eher rar gesät, dies macht die Sache aber nicht einfacher. Nur, weil man nicht „gezwungen“ wird, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu erscheinen, bedeutet das nicht, dass es keine Termine gibt. Wenn es diese wirklich nicht gibt, hat man etwas falsch gemacht. Nur muss man sich die Termine für das Fernstudium selbst setzen! Auch Termine, die mit der Arbeit oder dem Privatleben verbunden sind, können das Fernstudium beeinflussen. Denn Arbeitszeiten, Arzttermine mit den Kindern etc. müssen eingehalten werden. Man kann das Fernstudium daher nicht für sich alleine betrachten, sondern als Teil eines großen Ganzen, nämlich des täglichen Alltags.

Um Überforderung und Zeitdruck zu vermeiden, ist es bei Terminen (egal ob selbst-, oder fremdgesteckt) wichtig, Zeit einzuplanen und Stress entgegenzuwirken. D.h. rechtzeitig aufstehen, um Hetze am frühen Morgen zu vermeiden. Auch ausreichend Zeit für den Weg und evtl. Pausen sind wichtig, um nicht aus der Ruhe zu geraten. Die Struktur und der Ablauf des Alltags sind entscheidend für den Erfolg des Fernstudiums. Steht man den ganzen Tag nur unter Stress und bürdet sich zu viel auf, wird man auch keine Kraft mehr für das tägliche Lernpensum aufbringen können.

Mein Alltag sieht zurzeit auch sehr stressig aus, da ich z.B. in diesem Monat noch die Doppelbelastung Job und Selbstständigkeit habe. Ab April mache ich mich Vollzeit selbstständig und bin froh, dann mehr Spielraum bei meiner täglichen Arbeitsgestaltung zu haben. Mein Fernstudium hat unter der momentanen Situation gelitten und als ich gemerkt habe, dass ich mir zu viel zumute, musste ich handeln. Ich habe daher die am 22. März anstehende Prüfung für EWiwi auf das nächste Semester verschoben, da ich die freie Zeit neben dem Job diesen Monat für die Vorbereitungen auf die Selbstständigkeit benötige. Dennoch freue mich mich sehr auf die neue Lebensituation im April und auf eine Art Neustart nach dem ersten „Chaos“-Semester ;).

Stressursachen von außen kann man also entgegenwirken, doch neben diesen von außen gegebenen Ursachen gibt es auch personenbedingte Faktoren, die Stress begünstigen können.

An sich selbst arbeiten

Zu diesen zählt das Aufschieben von Aufgaben, die z.B. auch durch einen zu großen Arbeitsberg auf dem Schreibtisch hervorgerufen werden können. Wichtig ist es, die gründe für die Aufschieberitis zu erkennen und zu bekämpfen. Ein Prioritäten- und Zeitmanagement,  sowie eine Tages- und Wochenplanung können hier helfen. Prioritäten zeigen die Dringlichkeit der Ziele auf, eine Tages- und Wochenplanung verbindet dann die Ziele mit dem begrenzten Faktor Zeit. Dabei sollte man den Plan nicht am selben Tag, sondern am besten ein oder mehrere Tage zuvor erstellen, um den neuen Tag bereits geplant zu beginnen und nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Bei den Planungen sollte man realistisch bleiben und sich auch hier nicht zu viel zumuten. Zeitpläne sind zwar gut, aber wenn der ganze Tag nur mit streng gesteckten Terminen versetzt ist, riskiert man wieder unnötig Stress, wenn man etwas Unvorhergesehenes eintritt. Es müssen nicht immer Unterbrechungen und Störungen sein, auch das Befassen mit dem Lernstoff an sich kann streckenweise etwas länger dauern. Zum Beispiel dann, wenn man an einer Aufgabe hänge bleibt, etwas nachrecherchieren muss etc. Eine konkrete Aussage, wie lange man zum Bearbeiten eines bestimmten Lernpensums braucht, kann daher nicht pauschal getroffen werden. Eine bewährte Regel ist es, 60% der zur Verfügung stehenden Zeit zum Lernen und die anderen 40% als Zeitpuffer für Unvorhergesehenes einzuplanen. Ohne Zeitfenster für Unvorhergesehenes wird man seine Aufgaben nicht in der dafür vorgesehenen Zeit erledigen können und gerät wieder in Stress. Der gesamte Tagesplan verschiebt sich nach hinten und man wird demotiviert. Daher ist es sinnvoll, etwas „lockerer“ zu planen und sich Zeitfenster zu schaffen, anstatt, dass der Stress einem zu Schaffen macht ;).

Lernen, Nein zu sagen

Was man angesichts Mehrfachbelastungen, wie Job, Familie, Fernstudium etc. auch können, bzw. lernen muss ist, Nein zu sagen und es nicht immer allen recht machen wollen. Die eigenen Aufgaben sind wichtig und dürfen nicht immer zugunsten anderer zurückgestellt werden. Wenn man mit einem Fernstudium beginnt, macht man oft den Fehler, allen anderen Aufgaben und Verpflichtungen in genau der selben Intensität nachgehen zu wollen, wie vor dem Studium. Das geht aber nicht. Wenn man nicht in Zeitnot und letztendlich die Stressfalle geraten möchte, muss man dem Fernstudium eine klare Priorität zuweisen und auch lernen, diese gegenüber anderen durchzusetzen.

Es kommt natürlich darauf an, wer etwas von einem fordert. Ist es der Chef, sollte man ihn vielleicht nicht gleich mit einem lauten „Nein“ verschrecken. Jedoch muss man als berufstätiger Fernstudent lernen, in passenden Situationen höflich, aber bestimmt „Nein“ zu sagen. Wenn man anderen keine Bitte oder keinen Gefallen abschlagen kann, hat das oft zur Folge, dass man noch mehr Arbeit zugeschoben bekommt, für die man sonst vielleicht gar nicht zuständig wäre. Das führt wieder zu Stress, unter Umständen auch zu Fehlern und manchmal zum finalen Anschiss für Dinge, die ursprünglich nicht im eigenen Aufgabenbereich lagen.

Beim eigenen Partner, Freunden, der Familie und vor allem den eigenen Kindern ist die Situation zwar anders, aber dadurch, dass die Personen einem näher stehen auch schwieriger, „Nein“ zu sagen. Aber je früher man lernt, sich Untersützung zu holen und Aufgaben zu delegieren, umso schneller wird sich auch das Umfeld an die neue Situation gewöhnen und diese akzeptieren. Man selbst hat dadurch mehr Ruhe, mehr Zeit und mehr Freiraum zum Lernen.

Fazit

Ein Fernstudium braucht einen klaren Stellenwert im Alltag. Einfach mal so „nebenbei“ zu studieren geht nicht. Man muss Prioritäten setzen und zum Fernstudieren gezielt Zeit freischaufeln. Die Annahme, man können trotz Fernstudium einfach so weitermachen, wie zuvor ist ein Trugschluss und resultiert oftmals in Stress, Überforderung und Demotivation.

Man darf sich nicht zu viel zumuten. Beruf, Familie und Partnerschaft nehmen auch ohne ein Fernstudium schon viel Zeit in Anspruch. Und dabei ist auch Zeit für Erholung unerlässlich, um sich zu regenerieren und zur Ruhe zu kommen. Der Fehler, seine Freizeit vollständig für das Lernen aufzuopfern kann für eine kurze Zeit gut gehen, resultiert mittel- und langfristig jedoch wieder in Stress, irgendwann Dauerstress, bis schließlich der Zustand der totalen Erschöpfung eingetreten ist.

Stressursachen muss man zuerst erkennen und anschließend handeln. Hier kann man an äußeren Faktoren, wie z.B. dem Arbeitsberg selbst ansetzen und Aufgaben (ob in der Arbeit oder zuhause) delegieren und sich Unterstützung holen. Termindruck lässt sich durch frühzeitiges Aufstehen und das Einplanen von „Zeitpuffern“ vermeiden.

Neben möglichen Stressursachen von außen, kann man auch an sich selbst arbeiten, um Stress entgegenzuwirken. Das Setzen realistischer Ziele und zu Lernen, auch mal „Nein“ zu sagen, entlasten und dienen der Stressreduktion.

Wie man gut sehen kann, lässt sich ein Fernstudium nicht einfach irgendwo im Alltag „dazwischenschieben“, dafür erfordert es viel zu viel Zeit, Konzentration und Motivation. Der ganze Alltag drumherum muss mitspielen. Ich habe im ersten Semester gemerkt, wie schwierig es ist, das Fernstudium, vor allem neben der Arbeit zu absolvieren. Bei mir kam dann auch noch der Fehler dazu, dass ich mit dem falschen Modul angefangen habe und im Februar und März bereits viel Zeit für die anstehende Selbstständigkeit aufbringen musste.  Manchmal treten Situationen ein, mit denen man vielleicht nicht rechnet oder die Dinge entwickeln sich in eine andere Richtung.

Wichtig ist es, hier Prioritäten zu setzen. Ich habe dies gemacht, indem ich die Prüfung auf das zweite Semester verschoben habe, weil es hier schließlich auch um die eigene Existenz geht und eine höhere Prio für mich hat. Mit der Prüfung hätte ich mir – neben Job und Selbstständigkeit – in diesem Monat zu viel zugemutet. Man lernt seine Grenzen kennen und das ist auch gut so. Letztendlich geht es darum, seinen Alltag – soweit möglich – auf die neue Situation „Fernstudium“ einzustimmen und die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Ich sehe mit Beginn der Vollzeit-Selbstständigkeit ab April für mich persönlich die Chance, das Fernstudium besser in meinen – dann neuen- Alltag zu integrieren. Das Fernstudium verdient einen klaren Stellenwert und den bekommt es auch ;).

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 30 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

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