Fehler 1 beim Fernstudium: Falscher Motivationshintergrund

Nach dem gestrigen Startschuss zur Artikelreihe „10 Fehler beim Fernstudium“ geht es heute um die Motivation, die hinter dem Entschluss, ein Fernstudium zu absolvieren, steckt. Grundsätzlich ist die Entscheidung für eine Weiterbildung immer gut, mag man denken. Doch falsche Beweggründe können den Erfolg des Fernstudium nachhaltig gefährden und sogar in negative Emotionen umschlagen.

Was unter einem falschen Motivationshintergrund zu verstehen ist und wie ein erfolgreiches Fernstudium auf Dauer sichergestellt werden kann, wird nun näher betrachtet.

Fehler 1 beim Fernstudium: Falscher Motivationshintergrund

Ja, warum macht man eigentlich ein Fernstudium? Die Gründe hinter dieser Entscheidung sind so vielfältig wie jeder Fernstudent selbst. An dieser Stelle soll jedoch nicht näher darauf eingegangen werden, weshalb man ein Fernstudium einem Präsenzstudium vorzieht, sondern aus welchen Ambitionen man sich für eine Weiterbildung per Fernstudium entscheidet.

Eines ist klar: Ein Fernstudium erfordert, wie jede andere (nebenberufliche) Weiterbildung auch, viel Motivation. Vor allem bei akademischen Studiengängen, die mehrere Jahre dauern, sind Durchhaltevermögen und Ausdauer gefragt. Flasche Motivationshintergründe können hier fatal sein und mangelnde Motivation nach sich ziehen und sogar zu einer negativen Einstellung zum Fernstudium führen.

Motivationshintergrund Arbeitgeber und Kollegen

Betriebliche Weiterbildung rückt zunehmend in den Mittelpunkt der Personalentwicklung und ist bei den meisten Arbeitgebern gern gesehen. Doch nicht alle Unternehmen bieten innerbetriebliche Weiterbildungsmaßnahmen an und setzen auf das private Weiterbildungsengagement des Arbeitnehmers. So zeigte z.B. eine Forsa-Umfrage des ILS, dass es für 54 Prozent aller befragten Personalentscheider wichtig bis sehr wichtig ist, dass Bewerber Nachweise über nebenberufliche Fortbildungen vorweisen können. 67 Prozent der Personalchefs unterstützen ihre Mitarbeiter sogar bei deren berufsbegleitenden Weiterbildungsvorhaben, z.B. durch zusätzliche Urlaubstage oder eine Bonuszahlung bei erfolgreichem Abschluss. Zudem geht aus der Forsa-Umfrage hervor, dass Personalentscheider Fernstudenten wichtige SoftSkills, wie Durchhaltevermögen, Motivation, Felxibilität und gutes Zeitmanagement nachweisen.

Das hört sich ja alles super an, mag man denken. Und sicherlich ist die Motivation, für bessere Aufstiegschancen in der Firma zu studieren grundsätzlich nicht verkehrt. Vielleicht möchte man das Fernstudium auch dafür nutzen, beim Arbeitgeber Eindruck zu schinden, sich von den Kollegen abzusetzen oder besonders positiv herauszustechen.

Aber genau dabei liegt auch die Gefahr. Denn diese extrinsische Motivation (Motivation von außen) ensteht nicht aus der Aufgabe selbst, sondern ist auf externen Anreizfunktionen, von Vorgesetzten und der Unternehmensleitung begründet, wie z.B. mehr Gehalt, Insentives, Sonderurlaub, etc. Fernstudenten, die aus solchen Motivationshintergründen studieren, lernen in erster Linie aus materiellen oder sozialen Motiven, wie Geld, Beförderung, Anerkennung, Lob und Prestige. Extrinsiche und intrinsische Motivation müssen sich nicht notwendigerweise ausschließen, denn Berufstätige können auch eine hohe intrinsische Motivation haben, obwohl sie für ihre Tätigkeit entlohnt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn einer verantwortungsvollen oder bedeutsamen Arbeit nachgehen, mit der sie sich identifizieren können.

Doch sind die Gründe für ein Fernstudium ausschließlich auf extrinsische Motivationsfaktoren zurückzuführen, kann dies den langfristigen Erfolg des Fernstudiums gefährden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn man durch die Weiterbildungsmaßnahme nicht das Feedback erhält, welches man sich erhofft hat.

Ich selbst hätte niemals gedacht, dass ein Fernstudium und das persönliche Weiterbildungsengagement in irgendeiner Weise negativ ausgelegt werden könnten. Aber in diversen Foren und Blogs wird immer häufiger vom „Heimlichen Studieren“ und „Fernstudium beichten“ gesprochen oder die Frage erörtert „Soll ich meinem Chef oder meinen Kollegen vom Fernstudium erzählen?„.

Und das nicht ohne Grund. Viele Arbeitnehmer fühlen sich in ihrer aktuellen beruflichen Position nicht wohl und werden minderwertig behandelt oder ausgegrenzt. Einigen wird von Seite des Chefs nicht viel zugetraut und sie werden mit so glorreichen Aufgaben, wie Kaffee kochen, Kopierarbeiten oder Post holen betraut. Anderen wird von Kollegen zu spüren gegeben, dass sie weniger Wert seien, weil sie keinen Studienabschluss haben. Oftmals führt dies auch zu konfliktreichen Situationen, wenn z.B. Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss deutlich mehr verdienen, als Nichtakademiker, die eine vergleichbare Arbeit leisten oder ihren höheren Bildungsgrad heraushängen lassen.

Die fehlende Akzeptanz und Anerkennung können  letztendlich Auslöser dafür sein, dass sich Arbeitnehmer für ein Fernstudium entscheiden. Und zwar nicht, weil sie es für sich selbst tun möchten, sondern, weil sie im Fernstudium eine Flucht aus der aktuellen, ausweglosen Situation sehen und sich mit dem Weiterbildungsengagement mehr Wertschätzung, mehr Geld und mehr Anerkennung versprechen.

Doch Vorsicht! So schön sich die Umfrageergebnisse der Forsa-Umfrage auch anhören, ein Fernstudium stößt nicht immer auf die positiven Reaktionen, die man sich dadurch erhofft. Viele Arbeitgeber befürchten, die Leistung in der Arbeit könnte durch die Doppelbelastung Fernstudium und Beruf leiden. Besonders erschrocken war ich über einen Forenbeitrag eines FU-Studenten, der berichtete, dass ihm das Leben in der Firma zur Hölle gemacht wurde, weil man ihm vorwarf, er würde die Firma nur ausnutzen und dass das Studium der Firma zu teuer käme (obwohl er weder Freizeit noch finanzielle Unterstützung bekam). Solche negativen Reaktionen sind (hoffentlich) nur Einzelfälle, zeigen aber doch deutlich auf, dass positives Feedback zum Fernstudium nicht selbstverständlich ist. Die Angst des Arbeitgebers, man würde zu viel Zeit in das Fernstudium, statt in die Arbeit investieren ist nach wie vor Realität.

Auch die Frage, ob es sich beim Fernstudium um eine Nebentätigkeit handle, wurde oftmals diskutiert. Denn in einigen Arbeitsverträgen steht, dass jede Nebentätigkeit (egal ob entgeldlich oder unendgeltlich) dem Arbeitgeber mitzuteilen ist. Auch hierzu gab es zwischen einigen Arbeitnehmern und Arbeitgebern Stress, weil sich einige AG darüber aufgeregt haben, dass das Fernstudium hätte durch sie genehmigt werden müssen. Aber auch hier scheint es Auslegungssache zu sein, ob ein Fernstudium nun eine Nebentätigkeit ist oder nicht. Zeitlich bestimmt, aber meiner Meinung gehört ein Fernstudium eindeutig in die Kategorie „Freizeit“, auch wenn es mit dieser oftmals wenig zu tun hat ;).

Natürlich gibt es auch Arbeitgeber, die ein Fernstudium gezielt unterstützen und sich vielleicht sogar finanziell daran beteiligen. Aber auch das kann langfristig zu Frust und Motivationsverlust führen, wenn man das Gefühl hat, ständig unter Beobachtung zu stehen und sich für jede Leistung rechtfertigen zu müssen. Für mich wäre das nichts. Der Druck, der durch eine finanzielle Beteilung des Arbeitgeber auf einem lastet, ist sehr hoch. Und auch, wenn der Arbeitgeber sich nicht finanziell beteiligt, sondern lediglich vom Fernstudium weiß, kann einem der Druck schnell über den Kopf wachsen. Eine Fernstudentin berichtete, z.B. dass bei jedem kleinen Fehler in der Arbeit, das Studium schuld war. Ihr Chef hat ihr sogar gesagt, dass sie mit dem Studium aufhören könne, wenn so etwas noch einmal passiert.

Ist man Vollzeit berufstätig steht nun mal die Arbeit an erster Stelle und das Fernstudium muss in der Freizeit verbucht werden. Aber dennoch scheinen Arbeitgeber Angst davor zu haben, dass aufgrund der Weiterbildung die Arbeitsleistung sinkt – obwohl es doch eigentlich langfristig andersherum sein müsste…

Auch unter Kollegen ist ein Fernstudium nicht immer gerne gesehen. Ist es überhaupt gerne gesehen? Hm… Ich weiß nicht. Unter Kollegen stelle ich es mir noch viel schwieriger vor, da diese ein Fernstudium als „Angeberei“, „Rumgeschleime“ oder „Sägen am Stuhl“ interpretieren könnten. Da kommt schnell ein giftiges Gemisch aus Angst und Neid auf, welches nicht gerade zu einem angenehmen Betriebsklima beiträgt und in Einzelfällen auch sogar zu Mobbing führen kann.

Unter Stich kann man festhalten, dass man schnell enttäuscht werden kann, wenn man ein Fernstudium für den Chef oder für Kollegen absolviert. Hier muss man jedoch stark differenzieren, da die Reaktionen vom Arbeitgeber, der aktuellen Position, der inhaltlichen Korrelation zwischen Studium und Beruf dem Betriebsklima und vielen weiteren Faktoren abhängen. Letztendlich muss man bei einem akademischen Fernstudium mehrere Jahre Motivation und Durchhaltevermögen aufbringen. Macht man die Entscheidung am Arbeitgeber oder Kollegen fest, kann dies im schlimmsten Fall zu negativen Emotionen und letztendlich zum Studienabbruch führen.

Ich habe meinem Chef bereits vor meinem Fernstudium von meinem Vorhaben erzählt und es auch vor meinen Kollegen erwähnt. Ich kann weder über positive, noch über negative Resonanz berichten, ich würde die Reaktionen eher gleichgültig beschreiben. Jedoch war von Seiten meines Chefs und auch unseres Agenturleiters zu spüren, dass sie sich eher Sorgen um die Arbeitsleistung machen, wenn ich nebenbei noch ein Fernstudium mache. Dies kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, da ich mein Fernstudium in der Freizeit absolviere. Ich habe mir zwar positive Reaktionen gewünscht, kann nach den ganzen negativen Berichten aber eigentlich froh sein, dass die Reaktion neutral ausfiel. Mein Arbeitsverhältnis endet zwar zum Ende März, aber zu Beginn meines Fernstudium habe ich auch den Nutzen für die Firma gesehen und hätte mir dies auch von meinen Vorgesetzten gewünscht. Auch die Kollegen zeigten kaum Interesse, was mir aber auch recht kam. Hätte schließlich schlimmer ausfallen können ;). Ein Kollege meinte nur, dass er ja wenn überhaupt, gleich den MBA und nicht noch einen Bachelor machen würde. Dass man für den MBA aber erstmal überhaupt einen Bachelor-Abschluss braucht, scheint ihm wohl entgangen zu sein. Um einen Bachelor kommt auch er nicht herum.

Nach meiner Erfahrung halte ich es für die beste Alternative, das Fernstudium wirklich zu verschweigen, wenn der aktuelle Job nicht unmittelbar vom Fernstudium profitiert oder man die Befürchtung hat, Chef und Kollegen könnten negativ reagieren. Vor Kollegen würde ich es überhaupt nicht erwähnen, denn wozu? Hier erhält man nur in den seltensten Fällen positives Feedback, es sei denn man kennt sich gut und weiß den anderen einzuschätzen. Je niedriger jedoch der Bildungsgrad des Chef und der Kollegen ist, umso eher würde ich den Mund halten.

Bewirbt man sich für einen neuen Job oder hat das Fernstudium bereits in der Tasche, kommt das Fernstudium in aller Regel gut an. Auch wenn man mit dem Fernstudium ein bestimmtes Ziel in der Firma verfolgt, kann man es ansprechen, um sich rechtzeitig zu positionieren.

Motivationshintergrund Familie und Partner

Neben dem Arbeitgeber kann auch das familiäre Umfeld ein starker Motivator für ein Fernstudium sein. Und hierbei meine ich nicht die motivierende Unterstützung während des Studiums, sondern mögliche falsche Hintergründe aus dem familiären Umfeld, sich für ein Fernstudium zu entscheiden.

Ähnlich, wie bei Arbeitgeber und Kollegen können auch bei Familie und Partner negative Emotionen der Auslöser für ein Fernstudium sein. Natürlich wünscht man es sich nicht, gerade von Menschen, die einem nahe stehen, irgendein negatives Feedback zu erhalten, aber dies ist ist leider nicht selten der Fall. Und im Vergleich zu außenstehenden Personen, wie z.B. dem Arbeitgeber, sind negative oder verletzende Äußerungen aus dem familiären Umfeld, deutlich schmerzhafter und emotionsgeladener.

Oftmals können schon kleine Äußerungen zum Bildungsstand, die unter Umständen noch als Scherz getarnt sind, verletzend sein. Einige möchten z.B. ihren Eltern, die immer wollten, dass man studiert,  beweisen, dass man es doch noch zu etwas bringen kann. Einige Eltern versuchen ihre Kinder mit (finanzieller) Unterstützung oder dem Angebot der Kinderbetreuung zu locken, bzw. zu einem Fernstudium zu überreden.

Andere wiederum fühlen sich ihrem Partner gegenüber minderwertig, weil der vielleicht einen höheren Bildungsgrad hat. Wird der eigene, niedrigere Bildungsstatus dann auch noch vor anderen Personen erwähnt oder macht sich der eigene Partner darüber lustig, sitzt der Schmerz tief. Hierbei möchte ich erwähnen, dass man sich an dieser Stelle zuerst Gedanken über die Partnerwahl machen sollte… Aber einige Partner sagen sogar offen heraus, dass sie möchten, dass man studiert, z.B. zur finanziellen Absicherung oder für einen höheren Lebensstandard.

Der Wunsch, die Ansprüche der Eltern oder des Partners zu erfüllen, kann so stark sein, dass man sich ihnen zuliebe für ein Fernstudium entscheidet. Und der Wunsch der Eltern, bzw. des Partner nach einem Fernstudium ist ja in den meisten Fällen auch nett und wohlwollend gemeint. Schließlich kann eine Investition in Bildung nie verkehrt sein und das familiäre Umfeld wünscht sich mit dem Fernstudium in aller Regel auch eine Verbesserung für die eigene persönliche und berufliche Situation.

Beim Schreiben dieses Artikels ist mir auch erst selbst bewusst geworden, dass ich meinen Freund oftmals darauf angesprochen habe, ob er nicht auch Lust auf ein Fernstudium hätte. Aber ehrlich gesagt, wurde ich da eher von egoistischen Gedanken geleitet, weil es für mich natürlich super wäre, mit ihm zusammen zu lernen und in puncto Fernstudium nicht auf mich allein gestellt zu sein. Aber genau das ist der falsche Ansatz. Der Wunsch für ein Fernstudium muss aus einem selbst kommen und sollte nicht von externen Faktoren abhängig sein. Die Unterstützung von Seiten der Familie während des Studium ist eine andere Sache. Aber weder Freund noch Familie sollten der Grund für ein Fernstudium sein, da das Fernstudium ohne starken Eigenantrieb und innere Überzeugung auf wackeligen Beinen steht.

Motivationshintergrund Ich selbst

Der erfolgsversprechendste Motivationshintergrund für ein Fernstudium ist der persönliche Wunsch, sich weiterzubilden. Dieser Wunsch muss in einem selbst brennen, wenn man das Fernstudium über mehrere Jahre hinweg motiviert durchführen möchte. Egal ob Arbeitgeber, Kollegen, Familie oder Partner – extrinsische Motivationshintergründe, die den Ausschlag für ein Fernstudium geben, können schnell verschwinden und den Erfolg der Weiterbildung beeinträchtigen. Externe Motivationsanreize sind meist nur kurz von Dauer und wirkt sich mittelfristig sogar kontraproduktiv aus. Denn die Motivation zum Lernen steigt dadurch nicht unbedingt.

Eine dauerhafte Motivation zum Lernen und Fernstudieren kann immer nur aus dem Lernen selbst entstehen. Intrinsische Motivation beruht auf Neugier und Spaß beim Lernen. „Ich studiere, weil ich selbst studieren will“ – Entstand die Entscheidung für ein Fernstudium aus der inneren Antriebskraft heraus, sind Erfolge umso motivierender. Extrinsische Motivation, also Motivation von außen hingegen, kann intrinsische Motivation unter bestimmten Umständen sogar zerstören bzw. untergraben.

Eigenmotivation und Selbstvertrauen bilden die Grundlage für erfolgreiche Entscheidung und positive Erfolge. Soziale Motive, wie Zugehörigkeit, Zuneigung oder Beliebtheit können im ersten Schritt auch motivierend sein, aber sind sie auch langfristig von Erfolg gekrönt? Hinter solchen Motiven steckt oftmals ein geringes Selbstvertrauen. Fühlen wir uns kritisieren, klein oder minderwertig, werden wir verzweifelt und mutlos. Das ist kein stabiles Fundament für ein mehrjähriges Fernstudium.

Für Eigenmotivation ist 100% Selbstvertrauen notwendig. Nur damit kann man langfristig durchhalten, auch wenn es zwischendurch immer Höhen und Tiefen gibt. Habe ich mich aus eigenen Beweggründen für ein Fernstudium entschieden, werde ich sowohl positive, als auch negative Erfahrungen besser verarbeiten und nutzenbringend einsetzen können. Natürlich möchte man mit einer Weiterbildung per Fernstudium letztendlich auch etwas erreichen, vielleicht verfolgt man sogar ganz spezielle berufliche Ziele. Dies ist auch vollkommen richtig, aber der Wunsch, der einen letztendlich zu dieser Entscheidung bewegt, sollte aus einem selbst heraus kommen und nicht von negativen Emotionen oder Druck von außen getragen werden. Dann wird man sich nämlich nicht als „Opfer der Umstände“, sondern als „Gestalter des eigenen Lebens“ betrachten.

Um den Eigenantrieb am Laufen zu halten ist eine klare Zielsetzung unabdingbar. Ansonsten laufen all unsere Ambitionen ins Leere und Motivation, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen gehen verloren. Warum das Setzen klarer Ziele wichtig ist und wie man diese im Alltagstrubel nicht aus den Augen verliert, wird im nächsten Artikel der Artkelreihe „10 Fehler beim Fernstudium“ betrachtet.

Über den Autor

Alicia
Hier schreibt Alicia (Google+), 32 aus dem schönen Hamburg. Im WS 2010/11 habe ich mein WiWi-Fernstudium an der Fernuni-Hagen begonnen - Und bereits nach 18 Monaten erfolgreich abgebrochen. Die Gründe: Eine voreilige Entscheidung, berufliche Veränderungen und die Einsicht, dass nicht jeder der geborene Fernstudent ist. In meinem Blog berichte ich über persönliche Erfahrungen, Eindrücke, Probleme und Fragen aus meiner Fernstudienzeit, sowie allgemeine Informationen und News rund um das Thema Fernstudium und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Mein Ziel ist es, Studieninteressierte bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, damit das Projekt Fernstudium auch ein nachhaltiger Erfolg wird.

5 Kommentare zu "Fehler 1 beim Fernstudium: Falscher Motivationshintergrund"

  1. Hallo, Alicia!
    Du schreibst „dass es für 54 Prozent aller befragten Personalentscheider wichtig bis sehr wichtig ist, dass Bewerber Nachweise über nebenberufliche Fortbildungen vorweisen können.“
    In der von dir zitierten ILS/Forsa Umfrage steht aber auch:
    „dass diejenigen, die sich privat berufs –
    bezogen fortgebildet haben, bessere Chancen
    bei der Vergabe höherrangiger Stellen haben.“
    Also die nebenberufliche Fortbildung muß berufsbezogen sein.
    Witzig ist aber dass die Personaler im allgemeinen keine Ahnung von den Fachkenntnissen der „Fach- und Führugskräfte“ haben!

  2. Hallo Wolfgang,

    vielen Dank für dein Feedback!

    Ich gebe dir Recht, Personalentscheider wünschen sich zwar berufsbezogene Weiterbildung, die man am besten noch auf eigene Kosten in der Freizeit absolviert, aber man hat doch oft das Gefühl, dass letztendlich der Schein zählt, bzw. Hauptsache, dass man einen Abschluss vorweisen und sich dadurch von Mitbewerbern abheben kann.

    Was dann fachlich tatsächlich dahinter steckt, worin man sich detailliert weitergebildet, bzw. welche Module man im Studium belegt hat, ist eher zweitrangig und wird oft gar nicht abgefragt.

    In den meisten Stellenausschreiben wird ein Studienabschluss in einer bestimmten Fachrichtung verlangt, aber auch ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass sich nur wenige Arbeitgeber für den Inhalt und die im Studium erworbenen Qualifikationen interessieren. Hauptsache Abschluss. Mit Berufserfahrung kann man oftmals besser punkten.

    Für die Vergabe von Führungspositionen kann die Auswahl von Führungskräften auf reiner Grundlage der Weiterbildungsmaßnahmen fatale Folgen haben. Aber in mittelständischen und großen Unternehmen sind sich die Personalentscheider dieser Problematik bewusst und gehen sorgfältiger bei der Personalauswahl vor, als z.B. bei kleinen Firmen, in denen das Thema Personalauswahl- und Führung leider oftmals vernachlässigt wird…

    Viele Grüße,

    Alicia

  3. Alicia schriebt:
    „In den meisten Stellenausschreiben wird ein Studienabschluss in einer bestimmten Fachrichtung verlangt, aber auch ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass sich nur wenige Arbeitgeber für den Inhalt und die im Studium erworbenen Qualifikationen interessieren.“
    Stimmt, ist aber auch eine Folge der „inflationär“ auftretenden „neuen“ Studiengängen, die zwar „hipp“ auf die potentiellen Studenten wirken, aber auch die Vergleichbarkeit und Kenntnisse der Inhalte nicht mehr ermöglichen (Bei den Arbeitgebern z.B.)

    „Hauptsache Abschluss.“
    So kann fraus auch sagen!

    „Mit Berufserfahrung kann man oftmals besser punkten.“

    Na, hab mal den 4-ten Zehner vor deiner Laufzeit stehen, dann ist die auch nicht mehr viel wert!

  4. Alicia schreibt:
    „Besonders erschrocken war ich über einen Forenbeitrag eines FU-Studenten, der berichtete, dass ihm das Leben in der Firma zur Hölle gemacht wurde, weil man ihm vorwarf, er würde die Firma nur ausnutzen und dass das Studium der Firma zu teuer käme (obwohl er weder Freizeit noch finanzielle Unterstützung bekam). “
    Das ist halt die Realität!
    AG sind halt alles andere als nette freundliche Omi`s und Opa`s.
    Vorallem die direkten Vorgesetzten sind die schlimmsten Gestalten!

  5. Hallo Wolfgang,

    stimmt, mit „netten Omi´s und Opi´s“ haben Vorgesetzte wirklich nichts zu tun. Grundsätzlich ist das ja auch nachvollziehbar und an sich ok, aber etwas mehr Verständnis und Rücksicht auf den AN würde vielen nicht schaden…

    Aber die Angst, dass die Arbeit unter dem Fernstudium leidet oder das unter den Kollegen schlechte Stimmung aufkommt ist oftmals größer. Obwohl das meiner Meinung nach totaler Schwachsinn ist! Unter Kollegen würde ich es jetzt auch nicht an die große Glocke hängen, aber ein AG kann sich über einen AN, der privat ein Fernstudium macht sicherlich mehr freuen, als über einen, der mehrmals in der Woche die Nächte durchmacht, in der Arbeit nur müde ist und sich mit (leichten) Drogen bei Laune hält…. (keine Seltenheit)…

    Viele Grüße,

    Alicia

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