Checkliste: Wie finanziere ich mein Fernstudium?

Die Entscheidung für oder gegen ein Fernstudium, bzw. eine bestimmte Fernhochschule oder einen bestimmten Studiengang fällt nicht selten mit der Frage der Finanzierung. Dabei ist grundsätzlich zwischen Fernlehrgängen und Fernstudiengängen zu unterscheiden.

Fernlehrgänge dauern i.d.R. einige Monate und kosten insgesamt durchschnittlich zwischen 500 und 2.500 Euro. Am Ende der Studienzeit erhält man ein institutsinternes Abschlusszeugnis oder Zertifikat der jeweiligen Fernschule. Handelt es sich bei dem Kurs um einen IHK-Fernlehrgang, muss man erst noch eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer bestehen, bevor man ein IHK-Abschlusszeugnis erhält und die jeweilige Berufsbezeichnung (z.B „Geprüfter Bilanzbuchhalter (IHK)“ tragen darf. Bei staatlich geprüften Fernlehrgängen erhält man nach der erfolgreichen Ablegung der staatlichen Abschlussprüfung das Zeugnis (z.B. “Staatlich geprüfter Betriebswirt”).

Fernstudiengänge hingegen erzielen auf akademische Abschlüsse, wie Bachelor oder Master ab. Die Regelstudienzeit der Bachelor-Studiengänge beträgt bei einem Vollzeitstudium i.d.R. 36 Monate, bei Master-Studiengängen 24 Monate. Allerdings entscheiden sich gerade berufstätige Fernstudenten für ein Teilzeitstudium, sodass sich die Studiendauer entsprechend auf 54 Monate, bzw. 36 Monate verlängern kann. Da das Lernpensum selbst bei einem Fernstudium in Teilzeit etwa 20 Wochenstunden beträgt, kann es u.U. auch sein, dass man noch länger für sein Studium benötigt.

Die deutlich längere Studiendauer eines akademischen Fernstudiums macht die Frage nach der Finanzierung umso wichtiger. Schließlich sollte das Fernstudium auf finanziell soliden Beinen stehen – und das möglichst für die gesamte Studienzeit. Die Tatsache, dass niemand zu 100 Prozent sagen kann, wie die persönliche, berufliche, finanzielle und gesundheitliche Situation  in einigen Jahren aussieht, erschwert die Entscheidung zusätzlich. Was passiert, wenn man arbeitslos oder berufsunfähig wird oder aus gesundheitlichen, familiären oder zeitlichen Gründen gezwungen ist, beruflich kürzer zu treten? Das sind zwar Extremfälle, allerdings sollte man auch diese bei der Studienfinanzierung berücksichtigen.

In Anbetracht der teilweise sehr hohen Studiengebühren wäre ein vorzeitiger Studienabbruch nicht nur aufgrund der investierten Zeit und Nerven schade, sondern auch aus finanzieller Sicht bedauerlich. Doch wie teuer ist eigentlich ein akademisches Fernstudium?

Wie teuer ist ein Fernstudium?

Wie teuer ist ein Fernstudium?Die Kosten für ein akademisches Fernstudium sind zwar von Fernhochschule zu Fernhochschule unterschiedlich, weichen jedoch nur geringfügig voneinander ab. Die FernUniversität Hagen ist als einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland im Vergleich zu anderen, privaten Anbietern äußerst günstig. Die Gesamtkosten für einen Bachelor-Studiengang betragen zwischen 1.400 und 2.500 Euro, die Gesamtkosten für einen Master-Studiengang zwischen 600 und 1.300 Euro. Die Gebühren werden pro Semester fällig und sind abhängig von den belegten Modulen bzw. Kursen. Je nach Art und Anzahl der belegten Module werden pro Semester 100 bis 400 Euro fällig.

Bei privaten Fernhochschulen, wie Euro-FH, AKAD und Wilhelm Büchner hingegen muss man mit Gesamtkosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro rechnen. Das entspricht einer finanziellen Belastung zwischen 200 und 500 Euro – Nicht pro Semester, sondern pro Monat!

Warum gehen nicht alle zur Fernuni Hagen?

Die preislichen Unterschiede zwischen der staatlichen Fernuni Hagen und privaten Anbietern sind also immens. Nun könnte man sich jetzt fragen: Warum gehen dann nicht alle zur Fernuni Hagen? Viele tun dies in der Tat, so ist die Fernuni Hagen mit rund 80.000 Studenten nicht nur der größte Fernstudien-Anbieter, sondern auch die größte Universität Deutschlands. Allerdings ist das Studienangebot recht begrenzt. Neben den beliebtesten Bachelor-Studiengängen Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften, kann man an der Fernuni Hagen auch Informatik- und Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Bildungs- und Kulturwissenschaften, sowie Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie studieren.

Das Angebot an Masterstudiengängen ist etwas umfangreicher. Aufbauen auf den Bachelor-Studiengängen werden auch Master in  Psychologie, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, (Wirtschafts-)Informatik und Mathematik angeboten. Daneben kann man auch Masterstudiengänge in Volkswirtschaft, Elektrotechnik und Informationstechnik, Praktische Informatik, Philosophie, Bildung und Medien, Governance, sowie Europäische Moderne belegen.

Auch wenn das Studienangebot auf den ersten Blick sehr umfangreich erscheint, so halten sich Studiengänge aus dem beliebten BWL-Bereich in Grenzen. So gibt es an der Fernuni Hagen keinen klassischen BWL-Studiengang, sondern nur ein Fernstudium in Wirtschaftswissenschaften, also einer Kombination aus BWL und VWL. Auch ist das Wiwi-Studium nicht international ausgerichtet, was jedoch für viele ein entscheidender Faktor bei der Studienwahl ist.

Sollte man zugunsten der Studiengebühren Kompromisse eingehen?

Viele Studieninteressierte, die in der (internationalen) Wirtschaft tätig sind und Ausschau nach einem geeigneten, nebenberuflichen Studienprogramm halten, entscheiden sich da lieber für einen privaten Anbieter. Private Fernhochschulen sind sich des hohen Ansturms auf die Fernuni Hagen bewusst und versuchen daher gezielt, mit speziellen und internationalisierten Studiengängen, sowie umfangreicheren Betreuungsleistungen dagegenzuhalten – Mit Erfolg.

Auch ich stand vor knapp 1,5 Jahren vor der Wahl, für welchen Studienanbieter ich mich entscheide. Wären die Studienkosten kein Thema gewesen, hätte ich mich für ein Master-Fernstudium in Wirtschaftspsychologie entschieden, da ich den Bachelor per Präsenzstudium bereits in der Tasche hatte. Da die Studiengebühren allerdings ein Thema waren und ich nicht bereit war, den Wert eines Kleinwagens in mein nebenberufliches Studium zu investieren, blieb nur die Fernuni Hagen. Ein Master in Wirtschaftspsychologie war dort leider nicht im Angebot und auch die Aufnahme für den thematisch am naheliegendsten Master in Wirtschaftswissenschaften ist an einem zu geringen BWL-Anteil meines Erststudiums gescheitert. Damals habe ich einen doppelten Kompromiss geschlossen und mich für den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften entschieden. Nachdem ich mein Fernstudium nach 18 Monaten aus beruflichen und Interessengründen abgebrochen habe, weiß ich, dass ich nicht noch einmal einen solchen Kompromiss eingehen würde. Obwohl mich mein Studium nicht sonderlich viel gekostet und das Lernen auch nicht ganz umsonst war, wäre es besser gewesen, wenn die zeitlichen und finanziellen Investitionen auch zum Abschluss führen.

Das soll nicht bedeuten, dass Kompromisse per se schlecht sind. Wer sich z.B. für ein Bachelor-Studium in BWL interessiert, kann nach Prüfung der Module und des Studienablaufs durchaus zu dem Schluss kommen, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis an der Fernuni Hagen besser ist und die Vorteile an privaten Fernhochschulen die preislichen Unterschiede nicht wett machen.

Allerdings sollte man sich immer vor Augen halten, was man mit dem Studium letztendlich bezwecken möchte und ob die Ausrichtung der Studieninhalte und die Karriereperspektiven den persönlichen, bzw. beruflichen Zielen entsprechen. Fachliche oder interessenbezogene Kompromisse bei der Wahl des Anbieters oder Studiengangs einzugehen, zahlt sich langfristig nicht aus. So kann es u.U. besser sein, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und sich für einen Fernstudiengang zu entscheiden, der einen auch wirklich interessiert.

Da die monatliche Belastung – vor allem bei privaten Fernhochschulen – recht hoch ist, stellt sich natürlich die Frage, wie man das Fernstudium finanzieren soll.

Wie soll ich mein Fernstudium finanzieren?

An der Fernuni Hagen sind 80 Prozent aller Fernstudenten berufstätig. 35 Prozent haben sogar bereits ein Erststudium absolviert. Mit einem Altersschwerpunkt zwischen 29 und 35 Jahren stehen die meisten von ihnen bereits mitten im Berufs- und Familienleben. Dies spiegelt sich auch in der Aufteilung nach Vollzeit- und Teilzeitstudenten wieder. So haben sich für das Sommersemester 2012 ganze 85,2 Prozent für ein Teilzeitstudium und nur 19,1 Prozent für ein Vollzeitstudium entschieden.

Ein Großteil der Fernstudenten, finanziert das Studium durch das Gehalt und/oder Ersparnisse. Deutlich geringer hingegen ist der Anteil der Vollzeitstudenten, von denen nur äußerst wenige nebenbei noch einem Vollzeitjob nachgehen werden. Reichen Gehalt oder Rücklagen nicht aus, um das Fernstudium zu finanzieren, sollte man nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Doch auch wenn die Studienfinanzierung keine Probleme darstellt, gibt es Möglichkeiten, Geld zu sparen!

Tipps zur Studienfinanzierung

Neben der Eigenfinanzierung gibt es diverse Möglichkeiten, das Fernstudium z.B. durch günstige Kredite oder Zuschüsse zu finanzieren. Auch auf steuerlicher Seite lässt sich einiges geltend machen!

Im Folgenden sollen einige Tipps zur Studienfinanzierung aufgelistet werden, deren Anforderungen sich jedoch je nach Hörerstatus, Alter und sonstiger Voraussetzungen unterscheiden können:

Bafög beantragen

Auch ein Fernstudium kann grundsätzlich mit Bafög gefördert werden. Der Fernstudiengang muss jedoch mit denselben Zugangsvoraussetzungen und demselben Studienabschluss angeboten werden, wie ein vergleichbares Studienangebot im Präsenzstudium.  Der Fernstudien-Anbieter muss entweder nach § 12 unter das Fernunterrichtsschutzgesetz fallen oder in öffentlich-rechtlicher Hand liegen. Es kann somit nicht für jeden Fernstudiengang Bafög beantragt werden, man sollte hierbei vor allem auf die staatliche Zulassung achten.

Zudem wird Bafög für ein Fernstudium für höchstens 12 Monate gewährt. Eine Voraussetzung zur Bewilligung ist, dass man in den letzten sechs Monaten vor dem Bewilligungszeitraum bereits erfolgreich am Fernstudium teilgenommen hat. Hierbei sollte man anhand der bereits erbrachten Leistungen (bestandene Einsendearbeiten, Prüfungen) nachweisen können, dass der angestrebte
Abschluss erreicht werden kann. Auch muss dann die Vorbereitung für den Abschluss in spätestens 12 Monaten beendet werden.

Eine weitere Bedingung für die Bewilligung von Bafög bei einem Fernstudium ist, dass es sich um ein Vollzeitstudium mit einer Mindestdauer von drei aufeinanderfolgenden Kalendermonaten handelt. Zum Nachweis der Mindestdauer, sowie des Erfolg des Fernstudiums ist ein Nachweis der Hochschule, bzw. des Studienbetreuers auszustellen.

Günstigen Studentenkredit aufnehmen


Mittlerweile gibt es zahlreiche Banken, die spezielle Kreditangebote extra für Studierende anbieten. Im Vergleich zu klassischen Krediten werden Studienkredite zu attraktiven Konditionen angeboten, allerdings können sich die Zinssätze, Vertragsmodalitäten und Bezugsbedingungen je nach Bank auch deutlich unterscheiden.

Mit einem Studienkredit können die Lebensunterhaltungskosten für bis zu 14 Semester finanziert werden. Je nach Wunsch des Kreditnehmers können die monatlichen Kreditbeträge zwischen 100,- und 1.000,- Euro schwanken.

Auch Studiengebühren und Einmalaufwendungen können mit einem Studienkredit finanziert werden. Die maximale Gesamtsumme beträgt i.d.R. 30.000 Euro.

In vielen Fällen gibt es eine Altersgrenze oder der Studienkredit wird nur für das Erststudium gewährt, sodass diese Option für viele Fernstudenten bereits ausscheidet. Auch muss man teilweise ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen oder beim Abitur, bzw. Hochschulabschluss einen bestimmten NC vorweisen können.

Dennoch lohnt es sich, die Angebote zu vergleichen und die Voraussetzungen  zu überprüfen. Denn Studentenkredite bieten neben günstigeren Zinsen auch noch weitere Vorteile. So werden viele Kredite unabhängig vom Studienfach und Elterneikommen und zum Teil auch ohne Sicherheiten vergeben. Neben einem späteren Rückzahlungsstart (zwischen 6 und 23 Monaten nach Studienabschluss) und kostenlosen Sondertilgungen richtet sich die Höhe der Rückzahlung einiger Studentenkredite später auch am Einkommen.

Studienkredite werden in Bildungsfonds, Studienkredite, Studienbeitragsdarlehen und Bildungskredite unterschieden. Bildungsfonds werden über private Geldgeber bzw. institutionelle Anleger finanziert. Sie dienen der Finanzierung von Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und sogar Auslandsaufenthalten. Die Rückzahlung beginnt erst, wenn man den erfolgreichen Start ins Berufsleben geschafft hat, die Höhe der Raten richtet sich dabei nach dem Einkommen, ist aber nach oben hin begrenzt. Sollte man nach dem Studium arbeitslos sein, muss gar nicht zurückgezahlt werden. Insofern sind Bildungsfonds eine besonders gut kalkulierbare Art der Studienfinanzierung, die zudem vor Überschuldung schützt.

Anbieter von überregionalen Bildungsfonds:

Bildungsfonds von CareerConcept
Studienfonds der Deutschen Bildung
Festo Bildungsfonds für Ingenieurwesen und Technik 

Der allgemeine Bildungsfonds von CareerConcept , der Studienfonds der Deutschen Bildung, sowie Festo Bildungsfonds sind auch für die MBA-Finanzierung im Ausland geeignet. Die Festo Bildungsfonds unterstützen z.B. auch Studierende der AKAD Studiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsinformatik, sowie Fernstudiengänge anderen Hochschulen aus dem Bereich Ingenieurwesen & Technik.

Bei den Studienkrediten wird neben dem Massenprodukt „KfW Studienkredit“ bieten auch der Sparkassen-Verbund, sowie die Volks- und Raiffeisenbank günstige Studienkredite an, deren einzelne Kriterien jedoch regional abweichen können, bzw. speziell auf die Hochschulen der Region zugeschnitten sind. Auch einige Großbanken, wie die Deutsche Bank oder die Deutsche Kreditbank (DKB) bieten eigene Konzepte zur Studienfinanzierung an.

Anbieter von Studienkrediten:

KfW-Studienkredit
Sparkasse Bildungskredite
Deutsche Bank StudentenKredit
DKB-Studenten-Bildungsfonds
VR-Bildungsfinanzierung der Volks- und Raiffeisenbanken (abhängig von der lokalen Bank)
EKK-BildungsKredit

Studienbeitragsdarlehen sollen vor allem Studierenden helfen, die ihr Studium aufgrund der hohen Studiengebühren ansonsten nicht aufnehmen könnten. Die Studiengebühren werden mit den Studienbeitragsdarlehen vorfinanziert und i.d.R. bis zur Rückzahlungsphase gestundet. Ein Studienbeitragsdarlehen dient allerdings nicht der Finanzierung von Lebenshaltungskosten. Die Konditionen können von Bundesland zu Bundesland variieren.

Anbieter von Studienbeitragsdarlehen:

Bayerisches Studienbeitragsdarlehen
L-Bank Studienkredit
NBank Studienbeitragsdarlehen

Daneben gibt es noch den Bildungskredit oder auch das Studienabschlussdarlehen, welche den Abschluss des Studiums sicherstellen soll. Mit dem Darlehen soll vermieden werden, dass das Studium irgendwann abgebrochen wird.

KfW Bildungskredit
Studien-Abschluss-Hilfe der E.W. Kuhlmann Stiftung
Studienabschlussdarlehen der Studentischen Darlehnskasse e.V.

Interessiert man sich für einen Studienkredit, so ist es am einfachsten, man spricht seine Hausbank an und erkundigt sich nach entsprechenden Angeboten, sowie den Bezugsbedingungen. Weitere Informationen zu den einzelnen Anbietern von Studienkrediten findet man auch unter www.studienkredit.de.

Für ein Stipendium bewerben

Neben der Finanzierung über einen Studienkredit oder Förderung über Bafög können Fernstudenten auch mit einem Stipendium finanzielle Unterstützung erhalten. Anbieter sind meist große partei- und kirchennahe Stiftungen, aber auch viele kleinere und unbekanntere Stiftungen. Um ein Stipendium zu erhalten, muss man sich i.d.R. direkt bei der jeweiligen Stiftung bewerben.

In den meisten Fällen werden Stipendien an Studenten oder junge Wissenschaftler mit besonders guten Leistungen vergeben, aber auch politisches, gesellschaftliches oder kirchliches Engagement wird bei einigen Stipendien honoriert. Auch werden mit bestimmten Stipendien Alleinerziehende, ausländische Studierende, Frauen, Waisen oder Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund gefördert.

Mit der Datenbank “Stipendienlotse” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kann man gezielt nach passenden Stipendien suchen. Weitere Stipendien-Datenbanken sind z.B. e-follow.net oder für ausländische Studenten DAAD.

Daneben führt die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Programm “Aufstiegsstipendium“. Das Stipendium ist ein Programm der Begabtenförderung und unterstützt Berufserfahrene bei der Durchführung eines ersten akademischen Hochschulstudiums.

Zudem führt die SBB im Auftrag des BMBF das Programm “Weiterbildungsstipendium” durch, mit dem die berufliche Qualifizierung im Anschluss an eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung gefördert wird. Gefördert werden grundsätzlich nur berufsbegleitende Weiterbildungen, z.B. Fernstudiengänge, die auf der Ausbildung oder Berufstätigkeit aufbauen. Die Höhe der Förderung beträgt maximal 6.000 Euro, verteilt über drei Jahre.

Auch Fernstudiengänge können somit mit Stipendien gefördert werden. Einige Fernhochschulen, wie z.B. die IUBH verfügen sogar über ein eigenes Stipendienprogramm für ihre Fernstudiengänge.

Bildungsprämie beantragen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung vergibt mit der „Bildungsprämie“ auch Förderungen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Bildungsprämie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, dem „Prämiengutschein“, sowie dem „Weiterbildungssparen“.

Die Bildungsprämie umfasst eine einmalige Unterstützung von einmalig 500,- Euro wird auch für berufsbegleitende (Fern-)Studiengänge gewährt. Die Vergabe der Prämiengutscheine ist u.a. vom Erwerbsstatus, sowie der Höhe des zu versteuernden Einkommens (20.000 Euro bei Alleinstehenden bzw. 40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten) abhängig. Eine weitere Voraussetzung ist, dass man mit dem Studium nicht vor Ausstellung des Prämiengutscheins begonnen wurde.

Wenn man als Fernstudent über ein mit Arbeitnehmer-Sparzulage gefördertes Ansparguthaben verfügt, kann ergänzend zum Prämiengutschein das Weiterbildungssparen hinzukommen. Das Weiterbildungssparen dient der Studienfinanzierung und erlaubt unabhängig vom derzeitigen Einkommen eine Entnahme aus dem angesparten Guthaben, auch wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist.

Fernuni Hagen: Gebührenermäßigung für Bedürftige

Auch wenn die Studienkosten an der Fernuni Hagen vergleichsweise niedrig sind, besteht dort die Möglichkeit, eine Gebührenermäßigung für Bedürftige zu beantragen. Die Ermäßigung wird aber nur für einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses als Vollzeit oder Teilzeitstudium gewährt. Neben Bachelor-Studiengängen werden auch konsekutive (nicht weiterbildende!) Masterabschlüsse gefördert.

Bedürftigkeit ist z.B. bei Bezug von Arbeitslosengeld II, Bafög-Förderung oder bei Inhaftierung und unzureichendem Eigengeld gegeben. Die Ermäßigung umfasst im Vollzeitstudium 280 Euro pro Semester für eine Kursbelegung bis zu 14 SWS und beim Teilzeitstudium 140 Euro pro Semester für eine Kursbelegung bis zu 7 SWS. Die Dauer der Gebührenermäßigung ist, je nach Voll- oder Teilzeitstudium, auf 10, bzw. 20 Semester begrenzt.

Jobben

Neben der Eigenfinanzierung durch das monatliche Gehalt oder Erspartes, finanzieren sich vor allem viele Vollzeit-Fernstudenten ihr Fernstudium durch Nebenjobs. Ob stunden- bzw. tageweise unterhalb der Woche oder monatsweise innerhalb der Semesterferien – Fernstudenten in Vollzeit stehen meist vor genau denselben Herausforderungen bei der Studienfinanzierung, wie Präsentstudenten. Einen großen Vorteil hat das Fernstudium beim Jobben jedoch: Da mein örtlich unabhängig und zeitlich flexibel ist, gestaltet sich das Jobben deutlich einfacher.

Idealerweise weist der Nebenjob inhaltliche Parallelen zum Fernstudium auf sodass man Theorie und Praxis miteinander verknüpft. Auch als Referenz im Lebenslauf kann ein inhaltlich auf das Studium abgestimmter Nebenjob vorteilhaft sein.

Zuschüsse vom Arbeitgeber

Fernstudenten, die neben ihrem Fernstudium berufstätig sind, können auch Förderung, bzw. Zuschüsse vom Arbeitgeber erhalten. Will man sich mit dem Studiengang für eine verantwortungsvolle Position im aktuellen Unternehmen qualifizieren, stehen die Chancen gut, dass der Arbeitgeber bei der Finanzierung unter die Arme greift. Schließlich bietet das Studium, bzw. das erlangte Fachwissen dann einen Mehrwert für das Unternehmen. Je enger die Studieninhalten mit den beruflichen Aufgaben harmonieren, umso besser für die Verhandlungen.

Vor Beginn eines Fernstudiums ist es i.d.R. immer ratsam, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen. Obwohl das Fernstudium den Chef streng genommen nichts angeht, weil es in die Freizeit fällt, so wird Ehrlichkeit und Offenheit oftmals belohnt. Zudem wird verhindert, dass Missverständnisse entstehen, wenn der Arbeitgeber aus anderen Quellen vom Fernstudium erfährt und dann befürchtet, dass man irgendwann kündigt. Ein klärendes Gespräch kann solche Befürchtungen schnell nehmen.

Zunächst sollte man immer überlegen? Bietet das Fernstudium auch für meinen Arbeitgeber Vorteile und wenn ja, welche? Diese kann man beim Gespräch direkt auf den Tisch packen. Je besser die Argumente, umso höher stehen die Chancen, dass der Arbeitgeber sich finanziell an den Studiengebühren beteiligt. Einige Arbeitgeber übernehmen sogar die kompletten Studienkosten, aber natürlich nur dann, wenn der Arbeitnehmer während und auch eine gewisse Zeit nach dem Studium im Unternehmen verbleibt. Als Fernstudent macht man sich dann natürlich auch ein stückweit abhängig vom aktuellen Unternehmen. Zudem muss man bei einer finanziellen Beteiligung des Arbeitgebers damit rechnen, diese über die Studienleistungen auf dem Laufenden zu halten.

Was ist nun, wenn das Studium inhaltlich überhaupt nichts mit dem Job zu tun hat oder sogar dafür genutzt wird, sich nach dem Abschluss woanders zu bewerben? Auch dann ist ein Gespräch mit dem Arbeitgeber empfehlenswert, um den Anschein zu vermeiden, man wolle etwas verheimlichen. Einige Arbeitgeber könnten zwar befürchten, die Arbeitsleistung könnte unter der Doppelbelastung leiden, aber auch hier kann man gut gegenargumentieren. Schließlich sollte dem Arbeitgeber ein weiterbildungswilliger Angestellter, der nach der Arbeit lernt, lieber sein, als jemand, der sich unter der Woche bis in die Nacht auf Partys herumtreibt. Fehlt allerdings der inhaltliche Zusammenhang zwischen Studium und Arbeit, mindern sich auch die Chancen auf Zuschüsse.

Neben finanzieller Unterstützung besteht auch die Möglichkeit, nach zusätzlichen Urlaubstagen zu fragen (z.B. bei Prüfungsphasen). Auch beim Urlaubsantrag ist es von Vorteil, wenn der Arbeitgeber vom Fernstudium weiß, da so Urlaubsanträge aufgrund von Prüfungstermine, Präsenzveranstaltungen & Co. mit höher Wahrscheinlichkeit genehmigt werden.

Je nach Bundesland, kann man auch bis zu 5 Tage Bildungsurlaub im Jahr beantragen. Dieser ist kein Erholungsurlaub, sondern dient der beruflichen oder politischen Weiterbildung. Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf die Gewährung von Bildungsurlaub, solange die Voraussetzungen erfüllt werden. Diese betreffen u.a. die Dauer der Bildungsveranstaltung, die i.d.R. an fünf, mindestens jedoch an drei aufeinander folgenden Tagen stattfinden muss. Die genauen Bedingungen sind in den Bildungsurlaubsgesetzten der jeweiligen Bundesländern nachzulesen.

Fernstudium steuerlich absetzen

Fernstudium von der Steuer absetzenZu guter Letzt kann und sollte man in Anbetracht der doch recht hohen Kosten für ein Fernstudium, auch das Finanzamt an Studiengebühren & Co. beteiligen. Ausgaben für eine berufliche Weiterbildung können im Rahmen der Steuererklärung als Werbungskosten bzw. Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die tatsächlichen Kosten für ein Fernstudium können sich dadurch erheblich vermindern.

Handelt es sich bei den Aufwendungen um Studiengebühren für ein Erststudium, so sind diese nach aktueller Gesetzeslage als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von 6.000,- Euro abzugsfähig (in dem Jahr, in dem sie entstehen). Davon profitieren jedoch nur Vielzahler oder Vielverdienter, denn Abzug als Sonderausgaben bringt nur Vorteile, wenn im selben Jahr auch Einkommen über dem Existenzminimum erzielt wurden. Wer hingegen während des Studiums unter der magischen Einkommensgrenze von 8.004 Euro pro Jahr bleibt, dem gehen diese Sonderausgaben verloren. Finanzieren die Eltern das Studium, hat man ebenfalls Pech gehabt.

Hat man bereits ein abgeschlossenes Erststudium, kann man die Studienkosten (Studiengebühren, Fahrtkosten, Prüfungskosten, Übernachtungskosten, Fachliteratur, Arbeitsmittel, Portokosten etc.) unbeschränkt als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen, wenn diese im Zusammenhang mit späteren Einnahmen stehen. Werbungskosten liegen auch dann vor, wenn man das Erststudium im Rahmen eines Dienstverhältnisses, z.B. „duales Studium“, absolviert.

Fazit

Für ein Fernstudium benötigt man nicht nur viel Zeit und Nerven, sondern auch einen vollen Geldbeutel. Wer kein passendes Studienangebot an Deutschlands größter und günstigster Fernuniversität in Hagen findet, muss bei privaten Fernhochschulen im Schnitt mit Studiengebühren in Höhe von 10.000 – 15.000 Euro rechnen.

Die meisten Fernstudenten absolvieren ihr Studium nebenberuflich und finanzieren es durch das laufende Gehalt oder Erspartes. Dennoch ist eine monatliche Belastung von 300-500 Euro recht hoch, sodass nach alternativen Möglichkeiten zur Studienfinanzierung gesucht wird.

Grundsätzlich kann man auch für ein Fernstudium Bafög beantragen, allerdings nur für Vollzeit-Fernstudiengänge. Zudem beträgt die maximale Förderungsdauer 12 Monate. Studienkredite sind eine weitere Möglichkeit der Studienfinanzierung und bieten neben günstigen Konditionen auch weitere Vorteile, wie einen späteren Rückzahlungsbeginn, gekoppelt an die Einnahmen.

Bei besonders herausragenden Leistungen oder politischem, sozialem oder kirchlichem Engagement hat man gute Chancen auf ein Stipendium. Doch auch Frauen, Alleinerziehende, ausländische Studierende oder Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund gefördert werden mit Stipendien gefördert. Es lohnt sich daher, nach geeigneten Stiftungen und Anbietern zu suchen, denn bewerben kostet schließlich nichts!

Neben Förderungen vom Staat, wie der Bildungsprämie, oder der steuerlichen Geltendmachung der Studienkosten in der Einkommensteuererklärung, fördern viele Arbeitgeber ihre Angestellten durch Zuschüsse oder zusätzliche Urlaubstage. Je näher die Studieninhalte an den beruflichen Aufgaben liegen, umso höher stehen die Chancen. Doch auch hier gilt: Nur wer nachfragt, kann auch Unterstützung erhalten!

Und wenn alles nichts hilft, bleibt nur noch eines: Jobben. Schließlich schaffen es “normale” Studenten auch irgendwie, ihr Studium zu finanzieren ;).